Beachvolleyball, Rio 2016

Auf dem Weg zu Olympia: Aufschlagen wie ein Beachvolleyball-Profi

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Erfahren Sie hier mehr über Aufschlagformen beim Beachvolleyball. 

In wenigen Tagen beginnen die olympischen Spiele in Rio de Janeiro, und Beachvolleyball wird sicher ein Highlight der Olympiade in der brasilianischen Metropole. In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Profis an Ihrem Aufschlag feilen.

Der Aufschlag beim Beachvolleyball

Der Schlag oder das Schmettern werden beim Beachvolleyball eingesetzt, um den Ball in die gegnerische Spielfeldhälfte zu spielen, also beim Aufschlag und beim Angriff. Da es bei beiden Techniken viele Varianten gibt, beschäftigt sich dieser Artikel zunächst nur mit dem Aufschlag im Volleyball.

Um den Schlag im Aufschlag regelgerecht durchzuführen, muss sich der Spieler in der Aufschlagzone befinden und den Ball mit einer Hand oder einem beliebigem Teil des Arms schlagen, nachdem der Ball hochgeworfen oder fallengelassen worden ist. Der Aufschlag kann sowohl von unten als auch von oben, und letzterer wiederum im Stand oder Sprung, mit oder ohne Rotation durchgeführt werden.

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Der Aufschlag von unten

Die Bedeutung des Aufschlags von unten hat deutlich abgenommen. Er wird fast ausschließlich im Anfängerbereich und für Trickaufschläge verwendet.

Beim Aufschlag von unten wird eine Schrittstellung mit dem linken Fuß vorne eingenommen. Das Körpergewicht ist auf beiden Beinen verteilt und Knie und Hüfte sind gebeugt. Der Ball wird mit der linken Hand auf der rechten Körperseite in Höhe der Hüfte gehalten. Der gestreckte Schlagarm wird geradlinig neben dem Oberschenkel zum Ball geführt. Dabei ist das Handgelenk fixiert und die Hand angespannt. Die Schlaghand trifft den fallen gelassenen oder leicht angeworfenen Ball von hinten unten.

Bei den Trickaufschlägen „Skyball“ und „Sunserve“ soll der Volleyball möglichst hoch gespielt werden um die Witterungsverhältnisse wie Wind und Sonne auszunutzen und so die Annahme zu erschweren. Hierfür stellt man sich seitlich zur Grundlinie in eine tiefe Hockposition. Während der Körperstreckung wird der Ball leicht hochgeworfen und mit der rechten Handkante oder der Innenseite der geschlossenen Faust getroffen.

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Der Aufschlag von oben..

..ohne Sprung

Der Aufschlag von oben kann sowohl mit Rotation des Balles (wie beim Tennisaufschlag) als auch ohne Rotation (Flatteraufschlag) gespielt werden.

Als Ausgangsposition dient eine Schrittstellung mit dem linken Bein vorne. Der Ball befindet sich in der Wurfhand. Beim Tennisaufschlag kann der Ball auch mit beiden Händen angeworfen werden. Der Anwurf erfolgt vor die rechte Schulter, wobei gleichzeitig die Schlagschulter zurück geführt wird.

Beim Tennisaufschlag wird der Ball aus einer Bogenspannung heraus über der Körperlängsachse, am höchsten Punkt getroffen. Durch einen aktiven Handgelenkseinsatz wird die Vorwärtsrotation erreicht.

Bei einem Flatteraufschlag wird der Ball im Zentrum, vor der Körperlängsachse, getroffen. Dabei ist die Schlaghand fixiert. Die Bewegung wird direkt nach dem Ballkontakt abgestoppt, sodass der Impuls fokussiert auf den Ball übertragen wird.

 

..im Sprung

Auch der Aufschlag von oben im Sprung kann in einen Aufschlag mit Rotation (Sprungaufschlag) und einen Aufschlag ohne Rotation (Sprungflatteraufschlag bzw. Jumpfloat) unterteilt werden.

Aus der Ausgangsposition weit hinter der Grundlinie wird der Ball zeitgleich mit dem Auftaktschritt hoch und nach vorne angeworfen. Der Ballanwurf hat beim Sprungaufschlag eine zentrale Bedeutung und sollte daher immer identisch ausgeführt werden. Er kann sowohl einhändig als auch beidhändig ausgeführt werden. Nach dem Auftaktschritt wird der Stemmschritt eingeleitet und beide Arme schwingen nach hinten unten zurück. Der Stemmschritt erfolgt mit rechts, wobei der linke Fuß deutlich überholt. Durch den dynamischen Armschwung nach vorneoben wird der Absprung gefördert. Die Schlagschulter wird weit geöffnet und Bogenspannung aufgebaut. Anschließend wird die Spannung aufgelöst um den Ball am höchsten Punkt in völliger Streckung zu treffen. Der Aufschlagspieler landet deutlich im Feld.

Die Schlagbewegung des Sprungflatteraufschlags ist fast identisch mit der des Flatteraufschlags im Stand. Nach einem kurzen Auftaktschritt erfolgt der Anwurf des Balls kurz vor der Stemmphase. Der Ball kann dabei mit einer oder mit beiden Händen angeworfen worden. Das Einstemmen über die Ferse erfolgt bewusst kurz. Der Absprung erfolgt über einen Zweitaktaufsatz fast senkrecht nach oben. Zur Vorbereitung des Schlages wird die rechte Schulter geöffnet und der Ellenbogen nach oben geführt. Der Schlagimpuls erfolgt aus der Schulter, während der Ellenbogen unter den Ball geführt wird. Der Ball wird in der Mitte mit fixiertem Handgelenk getroffen. Die Schlagbewegung wird mit der Ballberührung abgestoppt und selbst nach der Landung sollte der Schlagarm noch fixiert sein.

Erfahren Sie mehr zur Aufschlagtaktik

Aufschlag-Training

Das Techniktraining für den Aufschlag ist recht einfach: Man nimmt sich Bälle und schlägt auf.

Zunächst sollte der Aufschläger eine bestimmte Zone oder eine Markierung treffen. Dabei variiert er sowohl die Aufschlagtechnik als auch die Aufschlaglänge und –härte.

Anschließend muss sich der Aufschläger gegen die Annahme durchsetzen. Wird der Aufschlag gut angenommen erhält der Aufschläger keinen Punkt. Bei einer schlechten Annahme, die aber noch weiter gespielt werden kann, erhält er 1 Punkt. Für einen Aufschlag, den der annehmende Spieler zwar noch berührt, der aber anschließend nicht weiter gespielt werden kann (ein sogenannter Service Winner) erhält der Aufschläger 2 Punkte und für ein Ass 3 Punkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Das Aufschlagtraining sollte möglichst immer unter Wettkampfbedingungen durchgeführt werden, also unter psychischem Druck und körperlicher Belastung. Dies kann durch zeitliche Vorgaben, Zusatzübungen (zum Beispiel Sprints) oder Strafen (zum Beispiel Blocksprünge für jeden verschlagenen Aufschlag) erreicht werden. 

Autorin: Lea Becker

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