Mentales Training

Die Vorstellungskraft im Kampfsport

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Steuert man im Kampfsport seine Gedanken bewusst, kann man die Kraft und Schnelligkeit erhöhen.

Das Kampfsporttraining ist sehr hart und herausfordernd. Betrachten wir einen guten Schlag oder Tritt, so sehen wir, dass Kraft und Schnelligkeit wirken. Neben diesen Komponenten spielt der mentale Zustand eine wichtige Rolle. Lernen Sie, Ihre Gedanken bewusst zu steuern!

Alles spielt sich im Kopf ab. Bevor man einen Schlag oder Tritt ausführt, geht man alles zuerst im Kopf durch, dann kommt der Schlag an sich. Dieser Gedanke kann bewusst gesteuert werden und ist deshalb auch trainerbar. Schafft man es, im Kampfsport diese Gedanken bewusst zu steuern, so kann man die Kraft und Schnelligkeit erhöhen.

 

Was ist eine Gedanke?

Ein Gedanke ist der Lernprozess, den ein Gehirn einer Handlung hinterherschiebt, um sie in den jeweiligen Kontext einzuordnen. Man liest einen Satz, danach denkt man darüber nach. Versucht man während des Lesens über das was man liest, nachzudenken so merkt man, wie schwierig es ist beides gleichzeitig zu steuern. Man tut etwas und merkt, dass etwas fehlt um weiterzumachen. Die Liste ist beliebig erweiterbar. Die Kernaussage ist aber dieselbe. Bei den meisten Dingen handeln wir zuerst, und denken dann darüber nach.

  

Was ist die Vorstellungskraft?

Es gibt drei verschiedene Sinne: Hören, Sehen und Fühlen. Menschen unterscheiden sich darin, welcher Sinn bei ihnen ausgeprägter ist. Bei den meisten ist der ausgeprägteste der visuelle Sinn, bei den wenigsten der kinesthetische Sinn, also das Fühlen. Für jede Vorstellung gibt es verschiedene Eigenschaften. Um ein geistiges Bild, Geräusch oder Gefühl intensiver oder weniger intensiv zu machen, müssen wir diese Eigenschaften verändern.

 

Der psychologische Faktor im Kampfsport

Um vernünftige und präzise Schläge ausführen zu können, muss man an sein Können glauben. Dann erst folgt die Umsetzung. Jeder Kampfsportler hat ein Bild oder einen Ablauf im Kopf, wenn es darum geht, eine Bewegung auszuführen. Er stellt sich vor, wie es letztendlich auszusehen hat. Erst dann wird durch das Techniktraining dieses Bild verfeinert und bis zur höchstmöglichen Präzision geübt. Daher ist der psychologische Faktor ebenso wichtig wie das körperliche Training. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzeugen, muss jede Trainingseinheit mit Spaß und Motivation angegangen werden. Die Motivation, in jeder Trainingseinheit eine Bewegung sauber und noch schneller durchführen zu können ist daher essenziell.

 

Tipps

Stellen Sie sich immer wieder vor, wie Sie eine Bewegung noch schneller und kraftvoller ausführen können. Erst spielen Sie alles im Kopf einmal ab. Erst dann führen Sie die Bewegung aus. So werden Sie dank des Mental Trainings immer ein kleines bisschen schneller werden. Da auch das fokussierte Vorstellen von Bewegungsabläufen sehr anstrengend ist, sollten Sie sich immer wieder körperliche und mentale Pausen gönnen. Sie können sich selbst nur dann Selbstvertrauen verschaffen, indem Sie die Technik der Bewegung sauber meistern. Vergessen Sie nicht, dass die Geschwindigkeit sich leichter erhöhen lässt, wenn Sie in der Ausführung der Technik sicher und „safe“ sind. Dies schafft Selbstvertrauen und motiviert Sie darüber hinaus zu höheren Trainingsintensitäten und somit zu einer höheren Geschwindigkeit in der Bewegungsausführung. Somit kann jeder Kampfsportler (z. B. im Taekwondo) seine Geschwindigkeit und Kraft erhöhen, dabei spielt es keine Rolle, wie viele schnell zuckenden Muskelfasern ihm von Geburt an zur Verfügung stehen. Das alles ist nicht von genetischen Faktoren abhängig, sondern vor allem durch Motivation und Training. Motivation und Wille sind die größten Einflussgrößen für ein effektives Training.

 

Vahab Yektapour Tabrizi

 

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