Summerer ersetzt Kühnen als Kapitän

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Patrik Kühnen muss Kapitänsposten abgeben

Düsseldorf - Kapitänswechsel im deutschen Tennisteam bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft: Anstelle von Patrik Kühnen wird Tobias Summerer den Titelverteidiger in den World Team Cup führen.

Düsseldorf (SID) - Kapitänswechsel im deutschen Tennisteam bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft in Düsseldorf (20. bis 26. Mai): Anstelle von Patrik Kühnen wird Tobias Summerer den Titelverteidiger in den Power Horse World Team Cup führen. Dies gab der Rochusclub als Ausrichter am Freitag bekannt.

Summerer wird bei der 35. Austragung von den persönlichen Trainern der teilnehmenden deutschen Spieler unterstützt. Am Start ist das komplette Sieger-Team des vergangenen Jahres mit Florian Mayer, Philipp Petzschner (beide Bayreuth), Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Christopher Kas (Trostberg).

Der 29 Jahre alte Summerer musste 2008 nach einer Verletzung seine eigene Profi-Karriere aufgeben. Der Bayer arbeitet seit 2009 als Trainer in der TennisBase in Oberhaching und betreut seit August 2009 als Coach Deutschlands Spitzenspieler Florian Mayer auf der ATP-Tour. Mayer hat als deutsche Nummer eins das Recht, über die Besetzung des Kapitänsamtes zu bestimmen.

"Florian hat mich am Montag angerufen und mich über seine Entscheidung informiert. Die habe ich zu respektieren, auch wenn ich die Mannschaft wieder gerne betreut hätte", sagte Kühnen dem SID.

Der Wechsel im Kapitänsamt kommt nicht völlig überraschend. Bereits im vergangenen Februar war vor und während der 1:4-Niederlage der deutschen Mannschaft im Davis-Cup-Viertelfinale in Bamberg gegen Argentinien Kritik an Patrik Kühnen laut geworden. Anlass war die überraschende Nominierung von Tommy Haas, der zuvor viereinhalb Jahre nicht mehr im Davis Cup gespielt hatte und immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen worden war.

Der gebürtige Hamburger Haas selbst goss in Bamberg zusätzlich Öl ins Feuer, als er öffentlich Kritik am erkrankten Philipp Kohlschreiber (Magen-Darm-Infekt) geübt hatte. Haas warf ihm vor, sich nicht einmal bei der Mannschaft sehen gelassen zu haben. Kühnen hatte Verständnis für die Haas-Kritik gezeigt: "Wir hätten uns alle gewünscht, wenn er uns wenigstens für einen Tag unterstützt hätte."

Fraglich ist angesichts der aktuellen Entwicklung, ob der Vertrag von Patrik Kühnen mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) verlängert wird. Zwar hieß es im Februar noch seitens des DTB, es gebe keinen Grund, etwas zu ändern. Dies könnte aber nun möglicherweise überholt sein. Der seit 2002 bestehende Vertrag von Kühnen läuft ebenso Ende des Jahres aus wie der von Fed-Cup-Kapitänin Barbara Rittner.

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