Studie: Rauhes Berufsleben für Bundesliga-Trainer

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Rauhes Berufsleben für Bundesliga-Trainer

Oestrich-Winkel - Für Bundesliga-Trainer ist das Berufsleben als leitende Angestellte rauher als für Vorstandschefs bei DAX-Unternehmen. Dies ist das Ergebnis einer dem SID vorliegenden Studie.

Oestrich-Winkel (SID) - Für Trainer in der Fußball-Bundesliga ist das Berufsleben als leitende Angestellte rauher als für Vorstandschefs (CEO) bei DAX- und MDAX-Unternehmen. Dies ist das Ergebnis einer dem SID vorliegenden Vergleichsstudie durch das Forschungsinstitut ISBS an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel. Bei der Analyse von 153 Trainerwechseln und 174 Änderungen an der Spitze der 80 größten Unternehmen in Deutschland zwischen 1998 und 2009 achteten die Wissenschaftler besonders auf Aspekte wie Alter, Werdegang sowie Amtszeit, Verdienst und Entlassungsgründe.

Die markantesten Unterschiede im Erhebungszeitraum arbeitete das ISBS in Bezug auf die Tätigkeitsdauer und Bezahlung heraus. Trainer arbeiteten durchschnittlich 1,2 Jahre bei einem Klub, während Wirtschafts-Kapitäne nach ihrer Berufung an die Spitze eines Konzerns 5,1 Jahre auf der Kommandobrücke standen. Wegen Erfolglosigkeit mussten 63,4 Prozent der Trainer und nur 9,8 Prozent der CEO ihre Posten schon vor Ablauf ihrer Verträge räumen.

Finanziell schlägt sich das deutlich höhere Entlassungsrisikos für Trainer allerdings auch nicht nieder: Das ISBS unter Leitung von Professor Dr. Sascha L. Schmidt geht von einem Durchschnittseinkommen von einer Million Euro jährlich für Fußball-Lehrer (Bandbreite zwischen 500.000 und 5,0 Millionen Euro) aus und ermittelte für Vorstandschef in 2008 ein Jahreseinkommen von 4,2 Millionen Euro.

Dabei übernehmen Bundesliga-Trainer zu früheren Zeitpunkten in ihren Leben berufliche Verantwortung als Wirtschaftsmanager. In der Vergleichsperiode waren die Coaches bei Amtsantritt durchschnittlich 46 Jahre alt. Der Mittelwert lag damit sechs Jahre unter dem Altersschnitt der CEO bei ihrer Bestellung. Die Spanne zwischen dem jüngsten und ältesten Trainer betrug 34 Jahre (32 bis 66 Jahre) und war damit doppelt so groß wie bei den Vorstandsbossen (43 bis 60 Jahre).

Anders als die Manager haben nur wenige Trainer Stallgeruch. 89 Prozent aller neuverpflichteten Trainer sind - unabhängig von früheren Profi-Verträgen bei den zu trainierenden Klubs - externe Lösungen, während bei den Spitzenunternehmen 77 Prozent der Top-Funktionäre konzerninterne Laufbahnen und damit eine systematische Vorbereitung auf künftige Führungsaufgaben absolviert haben.

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