Ratgeber

Freeriding für Einsteiger

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Die besten Tipps für Einsteiger im Freeriding

Rocker, Twintipps und Co. - dank neuer Technologie ist Skifahren wieder voll im Trend. Immer mehr Skifahrern ist das Wedeln auf gewalzten Hängen aber zu langweilig geworden und sie verlassen regelmäßig die abgesicherten Pisten. Mit der richtigen Ausrüstung ist das ein kalkulierbares Risiko.

Welcher Skifahrer träumt nicht von einem endlosen und einsamen Powder-Hang, in den er die ersten Spuren des Tages ziehen kann. Unberührter Tiefschnee ist ein Naturerlebnis der Extraklasse. Es ist aber auch ein nicht ganz ungefährliches Vergnügen. Wer abseits der gesicherten Pisten fährt, muss damit rechnen, von einer Lawine verschüttet zu werden.

 

Lawinenkunde uns Sicherheitsausrüstung sind Pflicht

Daher ist eine gute Vorbereitung, die richtige Ausrüstung und das nötige Wissen um Schneebedingungen und Wetterverhältnisse unabdingbar, wenn man Freeriding zu einem kalkulierbaren Risiko machen möchte.

Es ist jedenfalls nicht zu empfehlen, dass ungeübte und unerfahrene Skifahrer, einfach an einer beliebigen Stelle die abgesteckten Pisten verlassen und einfach mal ausprobieren, wie sich Fahren im Tiefschnee anfüllt. Dabei geht es weniger um das fahrerische Können, als vielmehr um die Erfahrung mit den Begebenheiten abseits der Piste.

Für Einsteiger empfiehlt sich daher unbedingt, einen Einführungskurs zu belegen, bevor man sich ins Tiefschneevergnügen stürzt. In vielen Skigebieten werden Ein- oder Zwei-Tages-Kurse angeboten. Neben der Praxis, die in geführten Touren abläuft, geht es da vor allem auch um die Theorie.

 

Ein Restrisiko besteht immer

Lawinenkunde ist ein wichtiges Themengebiet, dass jeder Freerider kennen sollte. Warum löst sich ein Schneebrett, woran erkennt man gefährliche Hänge? Welche Witterungsbedingungen begünstigen Lawinenabgänge? Wie findet und birgt man Verschüttete? All das sollte man wissen, bevor man ins Gelände fährt.

Zudem sollte man vorher unbedingt den aktuellen Wetterbericht und vor allem den Lawinenlagebericht checken. Das Lawinenrisiko wird in Stufen von 1 (geringes Risiko) bis 5 (sehr großes Risiko) eingeteilt. Warnstufe 1 heißt aber nicht, dass man risikofrei fahren kann. Ein Restrisiko besteht immer!

Daher ist auch die Notfallausrüstung ein unbedingtes Muss, für alle Freerider. Dazu gehören Helm und Rückenprotektoren genauso wie eine Schaufel, ein Lawinenpiepser, eine Sonde und im Idealfall auch einen Rucksack mit Lawinenairbag. Ohne diese Sicherheitsausrüstung sollten Sie niemals in unbekanntes Terrain vordringen.

 

Tiefschnee verzeiht kaum Fahrfehler

Neben dem theoretischen Wissen und der richtigen Ausrüstung ist abseits der Piste aber auch eine gute Skitechnik gefragt. Tief- und Schlechtschnee fordern das fahrerische Können sehr und verzeihen weniger Fehler. Während man auf der Piste dank der drehfreudigen, taillierten Ski noch gut um jede Kurve kommt, erschwert der schwere Schnee im Gelände ein müheloses Schwingen.

Bevor man durch enge Waldschneisen rauscht oder sich in steile Tiefschneehänge stürzt, sollte man zunächst flachere und breitere Passagen nutzen, um sich mit dem tiefen Schnee vertraut zu machen. Anders als auf einer harten Piste, sinken die Ski ein und man kann beim Kurvenfahren nicht einfach aufkanten.

Eine deutliche Hoch-Tiefentlastung ist im Tiefschnee wichtig. Dagegen führt ein bewegungsfaules Fahren dazu, dass sich die Ski nur schwer drehen lassen. Als Vorübung können Sie längere Traversen nutzen, um in den Beinen leicht zu federn. Dabei spürt man auch gut, dass sich der Schnee verdichtet, wenn man in die Knie geht.

Erst durch das Verdichten wird ein Abdrücken und damit die Hochentlastung möglich. Ohne Druck auf dem Ski, lässt sich dieser leichter drehen und der nächste Schwung einleiten. Mit Kraft allein kommt man in schwerem Schnee nicht weiter. So vorbereitet, steht dem ungespurten Power-Vergnügen aber nichts im Wege.

 

Jörg Birkel

 

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