Ski alpin

Vorsicht vor Atemwegsproblemen

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Wintersportler sollten ihre Atmenwege regelmäßig kontrollieren lassen

Die kalte Luft beim Wintersport kann nicht nur zu Erfrierungen der Haut führen. Besonders gefährlich sind Veränderungen der Atemwege, die bei extremen Skifahrern beobachtet wurden.

Bei einer Studie mit 31 hochtrainierten Skifahrern wollten französische Forscher wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen Wintersport und Atemwegsverengungen gibt, bzw. ob eine anstrengungsinduzierte Bronchialverengung (BV) bei Wintersportlern ein Risiko darstellt.

Die Forscher kamen auf das Thema, da sie bei Tieren, die in kalter und trockener Luft leben, gehäuft Fälle von Atemwegsentzündungen, Obstruktion, also kurze Atemaussetzer, sowie Hyperreaktivität gefunden haben. Nun wollten sie wissen, ob auch Menschen wie eben Wintersportler, die sich häufig in diesen Bedingungen aufhalten, ein erhöhtes Risiko haben.

Insgesamt nahmen 31 sehr gut trainierte Skifahrer, die national oder auch international an Wettbewerben teilnahmen, an der Studie teil. Dabei wurden bei ihnen am Tag vor und innerhalb von 30 Minuten nach dem „Trace Catalane“-Rennen die Lungenfunktion gemessen. Das Rennen fand in Les Angles in Frankreich statt. 90 % davon wurde auf einer Höhe über 2.100 Meter ausgetragen. Die durchschnittliche Wettkampfdauer pro Fahrer betrug 159 Minuten. Zudem mussten die Fahrer am Tag vor dem Rennen einen Fragebogen ausfüllen. In diesem mussten die entsprechende Angaben über ihre gesundheitliche Vorgeschichte machen, besonders was die Atemwege angeht. Nach dem zweiten Test wurden die Fahrer dann als BV-positiv oder negativ eingestuft. Als Schlüsselwert diente dabei, ob sie eine Verminderung bei der Einsekundenkapazität (FEV 1) zeigten.

Bei der Auswertung stellten die Forscher fest, dass Skifahrer in jedem Fall ihre Atemwege regelmäßig kontrollieren lassen sollten.

Bei 6 der 31 Athleten wurde schon vor dem Rennen Asthma bzw. BV diagnostiziert. 3 davon wurden deswegen bereits medikamentös behandelt. Nach dem Rennen wurden nur 16 Athleten, also etwas mehr als die Hälfte, als unauffällig eingestuft. Darunter auch 2 der 6 Asthma-Patienten. Das bedeutet, dass mit 15 Skifahrern fast die Hälfte positiv auf BV getestet wurde. Man kann also sagen, dass fast jeder Zweite deutliche Auffälligkeiten in den Atemwegen aufwies. Von diesen waren nur vier zuvor bereits mit Atemwegsproblemen aufgefallen. Umgekehrt heißt das, dass elf Athleten (73 %) nichts von den Atemwegsproblemen wussten, obwohl zehn Skifahrer im Fragebogen zumindest ein Asthmasymptom angaben.

Auch wenn die Zahl der Probanden mit 31 sehr gering ist, zeigt die Untersuchung doch deutlich, welchen Einfluss die kalte Witterung auf die Gesundheit der Atemwege haben kann. Insofern ist es für alle Wintersportler wichtig, Warnsignale nicht zu ignorieren und sich regelmäßig durchchecken zu lassen. Die Forscher empfehlen dafür ein systematisches Screening für alle gefährdeten Athleten, die oft in großer Höhe unterwegs sind.

Die Forscher empfehlen, ein systematisches Screening für alle potenziell BV-gefährdeten Athleten einzurichten. Weiterhin sollten die Auswirkungen einer BV-Erkrankung für Athleten wie z.B. Skialpinisten, welche ständig in großen Höhen trainieren müssen, untersucht werden.

 

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Christian Riedel

 

Quellenengabe:

International Journal of Sports Medicine 2005; Bd.26, S. 233-237

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