Wintersport

Skifahren mit Kindern - Die Ausrüstung

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Das richtige Material ist sehr wichtig beim Skifahren mit Kindern

Auch wenn Kinder schnell wachsen und die Ausrüstung in der Regel nur eine oder höchstens zwei Saisons gefahren werden kann, sollte man gerade beim Nachwuchs großen Wert auf das richtige Material legen. Schließlich geht Sicherheit vor und man möchte seinem Kind doch den Spaß am Wintersport nicht durch schlechte Ausrüstung verderben.

Die richtigen Skier

Manche Eltern kaufen ihrem Nachwuchs Kinderski, die man mit Plastikriemen an den normalen Schuhen befestigt“, sagt Clara Kersten, Skilehrerin in Malbun/Liechtenstein. „Die Skier aus Plastik sind zwar billig und bequemer, weil die Kinder die Winterstiefel anbehalten können, aber das sind auch schon die einzigen Vorteile. Wirklich Skifahren kann man damit nämlich nicht.“ Kein Skifahrer kommt auf die Idee, sich in seinen Winterstiefeln auf Plastikski zu stellen. Schließlich hat man ohne Kanten, ohne Schnallen und feste Bindung keine Kontrolle über die Bretter. Das geht Kindern nicht anders. Für die allerersten Erfahrungen, wenn der Nachwuchs nur auf der Ebene über den Schnee rutscht, können die Beinahe-Ski ausreichen. Sobald sie aber richtig Skifahren lernen, sollten sie auch richtige Kinderski und entsprechende Skistiefel benutzen. „Am besten leiht man das Material im örtlichen Skiverleih. So ist die Ausrüstung für die Kinder immer auf dem neusten Stand und kann bei Bedarf ausgetauscht werden“, empfiehlt Clara.

Stöcke brauchen die Kinder hingegen nicht. Das sagt auch Clara Kersten: „Für die meisten Kinder reicht es aus, wenn sie mit den Händen das Gleichgewicht halten können. Stöcke können sogar gefährlich sein, weil die Kinder zum einen darüber stolpern und zum anderen auch auf die Stöcke fallen können. Dies kann dann schmerzhaft werden. Zudem brauchen sie ihre Hände, um sich im Lift oder am Skilehrer bzw. dessen Stöcken festhalten zu können. Mit eigenen Stöcken in der Hand geht das nicht.“

 

Sicherheit geht vor

Ganz wichtig ist ein Helm. Auch wenn die Geschwindigkeit bei Kindern noch nicht hoch ist, muss der Kopf trotzdem immer geschützt sein. Man weiß schließlich nicht, ob das Kind nicht durch einen anderen Skifahrer umgefahren wird. Außerdem ist es besser, wenn das Kind sich schon früh an das Tragen eines Helms gewöhnt. Sonst kann es sein, dass es später auch keinen Kopfschutz tragen will. In einigen Skigebieten gibt es sogar bereits eine Helmpflicht für Kinder. Um die Gesundheit des eigenen Nachwuchses willen, sollte man aber auch ohne eine Pflicht, dem Kind immer einen passenden Helm aufsetzen. Auch als Erwachsener Skifahrer sollte man einen Helm tragen. Denn Sicherheit geht immer vor und man ist schließlich Vorbild für seinen Nachwuchs.

 

Keine Leine für die Kleine

Häufig sieht man Eltern, die ihre Kinder wie einen Hund oder ein Pferd an einer Art Zügel halten“, beschreibt Clara Kersten die im Handel erhältliche Kinderskileine. „An der Leine lernen Kinder aber nicht nur das Skifahren nicht, es ist auch gefährlich.“ Der Sinn des Ganzen ist, dass die Kinder den Eltern nicht davon fahren oder beispielsweise neben der Piste landen können. Doch das ist auch der einzige Vorteil der Leine. „Gerade wenn die Kinder etwas schneller fahren oder der Erwachsene sein Kind zügeln will, wird das Kind am Rücken nach hinten gerissen und stürzt leicht. Da es nach hinten gezogen wird, fällt es auf den Rücken oder den Hinterkopf und der Erwachsene kann sogar darüber fallen. Ein höheres Verletzungsrisiko gibt es kaum“, erklärt Clara. „Zudem tendiert das Kind dazu, mit Rückenlage zu fahren, wenn es öfter einen leichten Zug von hinten bekommt. Und dies sollte man beim Skifahren so gut es geht vermeiden.“

 

Klammer zu

Fast ebenso schlimm sind so genannte Skiklammern, die man an den Skispitzen befestigt. Das meint auch die Skilehrerin: „Der Sinn der Klammern ist, dass das Kind die Ski nicht überkreuzen kann und dadurch stürzt. Das funktioniert auch ganz gut mit den Klammern. Aber man tut dem Kind keinen Gefallen damit und sollte auf diese Hilfe auf jeden Fall verzichten. Denn zum einen kann man die Beine nicht unabhängig voneinander bewegen. Dadurch lernt man das Fahren nicht richtig. Zum anderen muss sich nicht mehr darauf konzentrieren, die Ski nicht zu überkreuzen. Sobald man die Klammer entfernt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass genau das dann passiert. Und wenn man stürzt, erhöht sich das Verletzungsrisiko, da die Beine sozusagen aneinandergebunden sind.“

 

Lesen Sie auch: Skifahren mit Kindern - Grundlagen   

 

Christian Riedel

 

Quellenangaben:

1. www.bergbahnen.li/

2. www.schneesportschule.li

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