Sion stellt Strafanzeige gegen FIFA-Exekutive

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Constantin und der FC Sion lassen nicht locker

Zuerich - Der Schweizer Erstligist FC Sion hat im Rechtsstreit mit der FIFA wegen Nötigung Strafanzeige gegen das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes gestellt.

Zürich (SID) - Der Schweizer Erstligist FC Sion hat im Rechtsstreit mit der FIFA Strafanzeige gegen das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes gestellt. Als Grund für die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat nannten die Klubverantwortlichen um Präsident Christian Constantin Nötigung. Der Klub könne nicht hinnehmen, dass die Nationalmannschaften der Schweiz und die Schweizer Klubs von der FIFA als Geisel genommen werden, um Entscheide durchzusetzen, die gegen elementare Schweizer Rechtsprinzipien verstoßen, heißt es auf der Internetseite des Tabellendritten.

Auslöser ist die angedrohte Suspendierung des Schweizerischen Fußball-Verbandes (SFV), die FIFA-Verantwortliche Mitte Dezember ausgesprochen hatten. Dem Verband wurde Zeit bis zum 13. Januar eingeräumt, um die Angelegenheit im Sinne der FIFA zu lösen. Ansonsten droht der Ausschluss. In diesem Fall dürfte die Nationalmannschaft keine Partien mehr bestreiten und auch der FC Basel nicht zum Champions-League-Achtelfinale gegen Bayern München antreten.

"Die Strafbehörden werden nun untersuchen müssen, welche Personen offiziell oder im Hintergrund an diesem Entscheid mitgewirkt haben", teilte der Verein am Donnerstag mit.

Der FC Sion war von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wegen des Einsatzes von sechs nicht spielberechtigten Profis in den Play-offs gegen Celtic Glasgow aus der laufenden Europa League ausgeschlossen worden. Vor zwei Wochen war der Klub vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne mit seiner Klage gescheitert. Sion hatte gefordert, in den Wettbewerb eingegliedert zu werden, und will das Urteil anfechten.

Seit dem Urteil hat der Streit neue Dimensionen erreicht. Zuletzt hatte Präsident Constantin die FIFA verunglimpft und mit dem ehemaligen libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi verglichen. "Der Weltfußballverband handelt ähnlich wie der ehemalige libysche Diktator Muammar al-Gaddafi im Dezember 1988, als er die USA bestrafen wollte und einen Anschlag auf ein Flugzeug einer amerikanischen Fluglinie verübte. Gelitten haben aber Unbeteiligte. In diesem Fall wäre das der FCB", hatte Constantin im Interview der Basler Zeitung gesagt.

Constantin, der mit seinen Klagen den Fall Sion schlagzeilenträchtig in die Medien gebracht hatte, hat keine Angst vor großen Namen im Weltfußball. So mussten UEFA-Präsident Michel Platini und Generalsekretär Gianni Infantino im Herbst bereits vor einem Schweizer Gericht Rede und Antwort stehen.

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