Sion-Chef außer Rand und Band: FIFA wie Gaddafi

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Constantin übt scharfe Kritik an der FIFA

Basel - Christian Constantin, Präsident des Schweizer Erstligisten FC Sion, hat die FIFA verunglimpft und mit dem ehemaligen libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi verglichen.

Basel (SID) - Christian Constantin, Präsident des Schweizer Erstligisten FC Sion, hat den Fußball-Weltverband FIFA verunglimpft und mit dem ehemaligen libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi verglichen. "Der Weltfußballverband handelt ähnlich wie der ehemalige libysche Diktator Muammar al-Gaddafi im Dezember 1988, als er die USA bestrafen wollte und einen Anschlag auf ein Flugzeug einer amerikanischen Fluglinie verübte. Gelitten haben aber Unbeteiligte. In diesem Fall wäre das der FCB", sagte Constantin im Interview der Basler Zeitung.

Der Sion-Klubchef hatte angekündigt, die FIFA-Verantwortlichen wegen Nötigung anzuzeigen, nachdem die FIFA dem Schweizerischen Fußball-Verband (SFV) am Wochenende mit der Suspendierung gedroht hatte. Bis zum 13. Januar 2012 hat der SFV Zeit, die Angelegenheit im Sinne der FIFA zu lösen. Ansonsten droht der Ausschluss. In diesem Fall dürfte die Nationalmannschaft keine Partien mehr bestreiten und auch der FC Basel nicht zum Champions-League-Achtelfinale gegen Bayern München antreten.

Auf die Nachfrage, ob er allen Ernstes FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter mit einem Terroristen wie Gaddafi vergleiche, sagte Constantin: "Die Drohung der FIFA ist ein terroristischer Akt, gegen den wir juristisch vorgehen werden. Joseph Blatter ist ein Diktator, der jeglichen Sinn für Realität verloren hat und seinen Stolz über konstruktive Lösungen stellt. Er muss verrückt sein, dass er mit einem Ausschluss des Schweizer Verbandes droht, statt die Sache nur auf den FC Sion zu projizieren. Wenn ich ein Problem mit Ihnen habe, dann schicke ich auch nicht meinen Cousin, sondern regle das persönlich."

Der 54-Jährige ist überzeugt, dass Basel gegen den deutschen Rekordmeister in der Königsklasse antreten darf: "Glauben Sie, die Bayern wären damit einverstanden, wenn plötzlich Manchester United im Achtelfinal stehen würde? Glauben Sie, die nötigen Urteile wären bis im Februar gefällt?"

Constantin erklärte zu seinen Motiven: "Wenn es niemand wagt, sich gegen die Diktatur der beiden bedeutenden Fußballverbände aufzulehnen, dann mache ich es halt. Es wird Zeit, dass die verantwortlichen Herren um Blatter und Platini zur Rechenschaft gezogen werden und endlich verschwinden."

Constantin, der mit seinen Klagen den Fall Sion schlagzeilenträchtig in die Medien gebracht hatte, hat keine Angst vor großen Namen im Weltfußball. So mussten UEFA-Präsident Michel Platini und Generalsekretär Gianni Infantino im Herbst bereits vor einem Schweizer Gericht Rede und Antwort stehen.

Der FC Sion war von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wegen des Einsatzes von sechs nicht spielberechtigten Profis in den Play-offs gegen Celtic Glasgow aus der laufenden Europa League ausgeschlossen worden. Kürzlich war der Klub vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne mit seiner Klage gescheitert. Sion hatte gefordert, in den Wettbewerb eingegliedert zu werden, und will das Urteil anfechten.

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