Tauchtraining

Apnoe-Tauchen – die Freiheit unter Wasser

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Tauchen ohne Sauerstoffflasche.

Ohne Druckluftflasche tauchen zu gehen, hört sich zunächst sehr waghalsig oder sogar leichtsinnig an. Dennoch liegt das so genannte Apnoe-Tauchen voll im Trend. Apnoe-Tauchlehrerein Maike Münster erklärt, was das Faszinierende am Tauchen ohne Druckluftflaschen ist.

„Apnoe ist mehr als nur unter Wasser zu sein, es ist besser, nämlich "mittendrin statt nur dabei" zu sein Für mich ist das Tauchen ohne Flasche ein Gefühl der Freiheit unter Wasser. Man gleitet mit nur einem Atemzug beinahe schwerelos durchs Wasser. Man spürt den Druck, fühlt das Wasser und spürt, wie der Druck immer größer wird, je tiefer man taucht“, versucht Apnoe-Tauchlehrerin Maike Münster das Faszinierende beim Apnoe-Tauchen in Worte zu fassen.“ „Dieses Gefühl ist viel intensiver als beim Tauchen mit einer Flasche. Auch wenn man nur auf dem Wasser liegt und sich treiben lässt, kann man das Wasser intensiver spüren und wird ruhiger.“ Für Maike Münster ist Apnoe-Tauchen Sport und Entspannung gleichzeitig. Schließlich ist man alleine mit sich und seinen Gedanken und kann wunderbar mit sich selber ins Reine kommen. „ Man spürt regelrecht die Faszination der Langsamkeit, die im krassen Kontrast zu unserer Hektik im Alltag steht, da man nicht auf die Uhr schauen muss“, sagt Maike.

Unter Wasser taucht man in eine völlig neue Welt ein. Auch das ist für viele Taucher ein Grund, sich in das unbekannte Element zu wagen. Fische in allen Farben und Formen und andere Unterwassertiere bekommt man hier hautnah zu Gesicht. Auch hier haben Apnoe-Taucher einen großen Vorteil: „Beim Apnoe-Tauchen kommt man viel näher an die Unterwassertiere heran“, berichtet Maike Münster. „Wir produzieren keine Blasen oder Geräusche, große Fischschwärme zeigen Interesse und Neugier und lassen uns in ihren Kreis hinein.“ Maike Münster hatte sogar das Glück, von einer Delfinschule in die Mitte genommen und von jedem Tier begrüßt worden zu sein. Mit den Delfinen durfte sie sogar gemeinsam durchs Meer gleiten. Mit einer Flasche hätte das wohl nicht geklappt.

Nicht unterschätzen

Bei aller Faszination darf man aber nicht vergessen, dass das Tauchen ohne Druckluft für den Körper eine große Anstrengung sein kann. „Bei allem Schwebegefühl darf man nicht vergessen, dass der Körper vorher trainiert werden sollte, damit man so lange unter Wasser bleiben kann“, sagt Maike Münster. Gerade was die Atmung und das Lungenvolumen angeht, ist Apnoe-Tauchen eine extreme Herausforderung für den gesamten Organismus. Wer nicht fit ist, wird nicht lange unter Wasser bleiben und die faszinierenden Seiten des Tauchens ohne Flasche genießen können. Zudem gibt es auch Wettkämpfe, bei denen die Teilnehmer möglichst lange unter Wasser bleiben oder möglichst weit tauchen müssen. Hier hat nur der Erfolg, dessen Körper in topform ist. Und mit Entspannung hat das auch wenig zu tun.

Die Gefahr

Wie jeder Sport darf auch das Apnoe-Tauchen nicht verharmlost werden. Risse im Trommelfell, eine Ohnmacht unter Wasser oder ein Barotrauma können auch beim Tauchen ohne Flasche auftreten. Doch wie beim normalen Tauchen liegt es auch bei der Apnoe-Variante an einem selber, wie gefährlich das ist. Wenn man sich selber überschätzt, Sicherheitsvorkehrungen ignoriert oder bei Problemen mit dem Druckausgleich trotzdem weiter taucht, muss man sich nicht wundern, wenn Verletzungen auftreten. Zudem sollte man in jedem Fall eine tauchärztliche Untersuchung machen lassen, bevor man zum ersten Mal tauchen geht. Das sagt auch Maike Münster, die Deutsche Meisterin von 2001: „Unfälle passieren nur, wenn man sich nicht an die Sicherheitsmaßnahmen hält und sich mehr zumutet, als man eigentlich in der Lage ist. Ich tauche seit 1988 und bilde auch Tauchlehrer aus und trainiere mit Anfängern, Fortgschrittenen und Profis und hatte in all den Jahren keine gefährlichen Situationen. Außerdem taucht man nie alleine. Der Tauchbuddy, also der Sicherungstaucher, taucht mit und kontrolliert, ob auch wirklich alles in Ordnung ist. Im Fall der Fälle kann er schnell eingreifen und die erlernten Rettungsschritte einleiten.“

Das setzt natürlich voraus, dass man einen entsprechenden Kurs gemacht hat und sich das Apnoe-Tauchen nicht auf eigene Faust beigebracht hat. Es lohnt sich in jedem Fall, so einen Kurs zu machen. Schließlich kann man das Gefühl der Freiheit unter Wasser nur genießen, wenn man keine Angst vor Unfällen haben muss.

Im November gibt es von und mit Maike einen 5 tägigen Workshop auf Fuerteventura es gibt noch freie Plätze! Der Spaß steht bei dieser Woche im Vordergrund sowie die Vermittlung von Theorie & Praxis & Medizin.

Ausschreibung und Erlebnisberichte vom Vorjahr finden Sie unter www.deep-blue-diving.com

Christian Riedel

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