Schwimmen

Physiologische und gesundheitliche Aspekte im Training mit Masters

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Mastersportler sind auch im Schwimmen ernstzunehmende Athleten

Schwimmen bezeichnet das Nicht-Untergehen eines Körpers in einer Flüssigkeit und die Fortbewegung von Lebewesen im Wasser.(1) Übliche Synonyme für schwimmen sind beispielsweise baden oder plantschen, aber damit hat der Masterssport nichts gemein!

Demografische Entwicklung

In den nächsten Jahrzehnten wird in Europa und vor allem auch in Deutschland die Bevölkerung immer älter. Die Konsequenzen werden schwerwiegend und für uns nur schwer abschätzbar sein. Hohes Alter bedeutet nicht gleichzeitig gesund sein. Medizinische Maßnahmen werden Leben verlängern können, auch wenn es von der Natur eigentlich nicht mehr vorgesehen ist. Dies bedeutet enorme finanzielle, aber auch psychische und physische Belastungen für die gleichzeitig vorhandenen jüngeren Generationen, die dies schultern müssen.

Dem Sport kommt somit eine große präventive Bedeutung allein schon zum Erhalt eines möglichst normalen Alltags zu! Diejenigen, die im Alter Sport treiben, haben einen höheren Anspruch an die Trainingsqualität, wollen auch im Alter noch gute Leistungen vollbringen, egal aus welchen Motiven heraus (z.B. Gesundheit, einfach nur Spaß, Wettkampfteilnahmen oder auch der Beste sein zu wollen).(2)

In den letzten Jahren gab es einen Boom in der Mastersbewegung. Das hat sich vor allem aus einem neuen Freizeit- und Fitnessverhalten, durch Arbeitslosigkeit, Vorruhestandsregelungen und der veränderten Rolle der Frau (nicht mehr nur Hausfrau und Kinderbehüterin) ergeben.

Resultierend aus dem menschlichen Streben nach Höchstleistungen, Erfolg und Kräftemessen hat der Bereich des Trainings- und Wettkampfsports - vor allem bei älteren Sportlern - eine neue Rolle erhalten. Wir verstehen uns nicht mehr als Seniorensportler (frühere Bezeichnung) sondern als voll leistungsfähige Sportler, sprich Leistungssportler, zumal der Altersbereich der Masters mit 20 Jahren beginnend bis zum hohen Alter (AK 90 und älter) reicht. Der Bereich des Masterssport ist nicht mehr wegzudenken und aufgrund der unterschiedlichen Altersstrukturen gibt es auch im täglichen Training eine neue Herausforderung für die Sportler selbst und die Betreuung der Masterssportler.(3)

 

Was motiviert zum Masterssport?

Zum einen die „Attraktivitätsmotive“, da das Schwimmen den ganzen Körper trainiert. Das Ergebnis ist meist eine bessere Figur sowie jüngeres und vor allem athletischeres Aussehen.

Die „Befindlichkeitsmotive“ ergeben sich aus der Verbesserung des Wohlbefindens, man kann im Training Ängste und Sorgen vergessen, fühlt sich wohler, schläft besser und fühlt sich im Kopf frei und stark.

Die „Gesundheitsmotive“ umfassen meist die Möglichkeit Sport in der Natur auszuüben, eine gesündere Lebensweise im allgemeinen und die Hoffnung, gesund älter zu werden. Die verbesserte Leistungs- und Widerstandsfähigkeit spielt eine positive Rolle. Oft verbessern sich leichte Verstimmungen und depressive Phasen durch sportliche Betätigung.

Als „Sinn- und Selbstverwirklichungsmotive“ werden mehr Selbstbewusstsein, Selbstverwirklichung und sinnvolle Beschäftigung genannt.

Und nicht zu vergessen die „Sozialmotive“, denn man kann wunderbar neue Bekanntschaften knüpfen, mit dem Partner trainieren und das Training familienfreundlich gestalten. Gruppentraining spornt auch zu höheren Leistungen an.(4)

 

Fähigkeiten und Fertigkeiten

Die Koordinationsfähigkeit verschlechtert sich im Alter. Sie kann aber durch Training konstant gehalten werden und sogar wieder verbessert werden. Ausdauer und Koordination sind lebenslang trainierbar. Durch körperliche Defizite kann es jedoch zu einem Mangel an Beweglichkeit und Koordination kommen, so dass die Technik oft nicht dem „idealen“ Technikleitbild entspricht. Die Stabilisierung der koordinativen Fähigkeiten und die Erhaltung der Beweglichkeit erfordern die größte Aufmerksamkeit im Training mit Masters.

Koordinative Fähigkeiten im Schwimmsport benötigt man für die Schwimmtechniken. Wichtig ist die Kopplungsfähigkeit, d. h. der Wechsel der Schwimmarten auf kurzen Distanzen. Die Differenzierungsfähigkeit (geballte Faust, gespreizte Finger) und die Rhythmisierungsfähigkeit, (Steigerungsschwimmen, Frequenzänderungen) sind ebenso essenziell. Für die Wenden werden Orientierungsfähigkeit und Kopplungsfähigkeit benötigt, für die Starts Reaktionsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit und Gleichgewichtsfähigkeit.

Parallel zur Abnahme der Muskelmasse kommt es im Alter zu einer Abnahme der Kraft, dies kann aber durch regelmäßiges Training verzögert werden. Die Trainierbarkeit nimmt allerdings kontinuierlich ab und oftmals leidet z.B. die Körperspannung erheblich, was zu Technikbeeinträchtigungen führen kann.

Die Schnelligkeit ist abhängig von Kraft und Koordination. Ein Nachlassen der Nervenleitfähigkeit führt zu einem Nachlassen der Reaktionsschnelligkeit.

Die Grundschnelligkeit ist nur über einen begrenzten Zeitraum trainierbar. Schnellere Schwimmgeschwindigkeiten sind über die Verbesserung von Kraft, Koordination usw. zu erreichen. Durch Reaktionsschulung kann es z.B. zur Verbesserung des Startsprungs kommen.

Schnelligkeitsausdauer sollte im hohen Alter nicht mehr trainiert werden, im mittleren Alter stellt sie eine Herausforderung für den Aktiven dar. Unter Schnelligkeitsausdauer wird die Fähigkeit verstanden, die Phase der höchsten Geschwindigkeit über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten zu können.(5) 

Die Bedeutung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems hat für die Gesundheit und das Training der Ausdauerleistungsfähigkeit absoluten Vorrang. Durch das Training der Ausdauer kann z. B. die Abnahme der maximalen Sauerstoffaufnahme verzögert werden. Die Herzfrequenz sinkt unter Belastung. Ältere, gut trainierte Sportler sind durchaus in der Lage, Jüngere schlecht trainierte zu schlagen. Die Grundlagenausdauer als Fundament sollte vor allem im Alter nicht vernachlässigt werden. Auf die richtige Intensität ist zu achten! Und die gute Nachricht: Ausdauer ist lebenslang trainierbar!

Für das Training der Mastersschwimmer sind folgende Punkte zu beachten. Je älter der Schwimmer, desto geringer sollte die Intensität sein. Der anaerobe Stoffwechsel verschiebt sich zugunsten des aeroben Stoffwechsels. Ältere Schwimmer brauchen längere Erholungszeiten. Intensives Training ist bei gut trainierter Grundlagenausdauer möglich, die Erholung erfolgt allerdings ggf. langsamer. Viele Masters sind hoch motiviert, manche sogar übermotiviert. An dieser Stelle ist es ratsam, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Außerdem gilt auch hier: Lieber mit Verstand und qualitativ hochwertig trainieren und keine „leeren“ Kilometer schwimmen.

Techniktraining steht vor hohen Umfängen und vor Intensitätstraining, denn mit einer sehr guten Technik lässt sich mehr erreichen als mit hohem Umfang oder Intensität. Technikfehler sind nur sehr mühselig zu beheben. Man sollte das Ideal anstreben und das „noch“ Machbare verwirklichen. Kurze Teilstrecken und eine Aufteilung der Technikelemente erleichtern die Durchführung und erhöhen den Erfolg. Es sollten möglichst alle Techniken trainiert werden.

Es sollten alle Hilfsmittel (Pull Buoys, Paddles ect.) eingesetzt werden, die dem Master beim Training als hilfreich erscheinen. Körperspezifische Eigenschaften, wie z. B. die Veränderung des Körperschwerpunktes sollten im Training bedacht werden.

 

Krafttraining

 Die Problematik „Krafttraining im Schwimmsport“ wird immer wieder diskutiert. Klare Aussagen fehlen aber nach wie vor. Die Unsicherheit bei den Schwimmern, Trainern und Medizinern besteht nach wie vor. Es gibt hierzulande bestehende Vorurteile (z. B. sperrige Muskeln schränken die Beweglichkeit ein; Verlust des Wassergefühls) gegen das Krafttraining des Schwimmers. Es bleibt festzuhalten, dass vor Beginn und während einer Krafttrainingsperiode neben der Kraftdiagnose auch das Bewegungsmuster des Schwimmers aus der Sicht der Wirbelbildung und Strömungsverhältnissen im Wasser gefilmt und analysiert werden sollte. Denn die Erhöhung von Kraftfähigkeiten an Land führt zwangsläufig zu veränderten Bewegungsmustern im Wasser. Das erklärt auch, warum ein Krafttraining des Schwimmers sich leistungspositiv oder -negativ auf den Erfolg auswirkt.(6)

Britta Steffen hat sich in einem Interview zu ihrer Leistung bei der WM in Shanghai geäußert. Zu viel Krafttraining sei ein Hauptgrund für ihren in China noch unerklärlichen Leistungsabfall gewesen. "Ich sah aus wie ein Bodybuilder, hatte aber nach 75 Metern keine Kraft mehr." Nun ist exzessives Gerätetraining tabu.(7)

Krafttraining ist sinnvoll und effektiv, allerdings sollte ein ausgewogenes Verhältnis von Schwimm- und Krafttraining bedacht werden. Neulinge im Kraftraum sollten ein durchstrukturiertes Aufbautraining der Rumpfmuskulatur absolvieren. „Landtraining“ für Masters kann im Kraftraum z. B. als Zirkeltraining angeboten werden, es sollte immer den Gegebenheiten der Gruppe und dem Fitnesslevel der einzelnen Sportler angepasst sein.

Eine andere Möglichkeit ist es, in einem Fitness-Studio adäquate Kurse zu besuchen oder dort Gerätetraining zu machen.

Ausgleichsgymnastik und Dehnen verhindert Dysbalancen. Hilfreich ist das effektiv eingesetzte Theraband. Die Übungen sollten immer funktionell und wirbelsäulenschonend sein. Die Erhaltung der Flexibilität durch Dehnübungen ist für Masters ein wichtiger Bestandteil des Trainings.

Eine Alternative ist das Athletiktraining im Wasser, z. B. Wassergymnastik, Aquajogging oder ähnliches als Alternative zum täglichen Schwimmtraining. Es wird oftmals Muskulatur angesprochen, die im „normalen“ Schwimmtraining vernachlässigt wird. Es muss auf eine relativ hohe Beanspruchung geachtet werden.

 

Besonderheiten im Masterstraining

Es gibt grobe Gruppeneinteilungen im Bereich des Masterstraininings:

Die eine Gruppe der ehemaligen Leistungssportler, die direkt den Übergang vom Leistungssport zum Masterssport vollzogen hat. Oder die Wiedereinsteiger, das sind meist ehemalige Leistungssportler, die nach einer Pause (Studium, Berufswechsel, Babypause) wieder in den Schwimmsport einsteigen.

Dann gibt es noch die Gruppe der Neu- und Quereinsteiger. Diese Sportler kommen ohne Vorkenntnisse, haben keine Schwimmfähigkeiten und Fertigkeiten. Oft sind es auch Eltern von Kindern, die schwimmen lernen, und die Zeit nutzen möchten, um selbst zu schwimmen. Auch der Einstieg über Schwimmen als Therapiesport ist möglich.

Daraus wird ersichtlich, dass das unterschiedliche Ausgangsniveau auch ein stark differenziertes Training erforderlich macht.(8)

Feiner differenziert kann man die Sportler in 5 Kategorien einteilen:

1. Sportler die lebenslang Sport getrieben haben und in ihrem Spezialsport noch Wettkämpfe bestreiten. Diese Sportler lassen sich von ihrem Tun argumentativ selten zurückhalten. Sie wollen ein in der Vergangenheit verinnerlichtes Bewegungsstereotyp und Belastungsregime beibehalten und verdrängen bewusst oder unbewusst die Realität, dass sich altersbedingt zwangsläufig das organische Potential verringert. Bei diesen Sportlern entsteht die Gefahr von Übermotivation und Selbstüberschätzung, die Trainer/Vereinskameraden sollten aufklärend zur Zurückhaltung mahnen.
2. Sportler, die stets lebensbegleitend Sport getrieben haben, aber auf Wettkampfteilnahme verzichten. Diese Gruppe sieht regelmäßiges Sporttreiben als persönliches Spaß- und Gesundheitstraining, das ist medizinisch gesehen weitgehend unproblematisch.
3. Wiedereinsteiger, z. B. frühere Leistungssportler, die nach jahrelanger Sportabstinenz zurück zu aktivem Training und Wettkämpfen finden.

Diese Sportler verfügen über Erinnerungen an gut beherrschte Techniken und an reaktionsfrei tolerierte hohe Belastungen. Doch bleibt dann unberücksichtigt, dass das konditionelle und sporttechnische Niveau alters- und entlastungsbedingt abgesunken ist. Aus der Diskrepanz zwischen gewählter Belastung und aktueller Belastbarkeit ergeben sich vorhersehbare Risiken, die oft rechtzeitig erkannt werden. Zudem haben sich mit der Zeit Veränderungen in den Schwimmtechniken ergeben, die neu erlernt und umgesetzt werden müssen.

4. Anfänger (Spätbeginner), denen bewusst ist, dass sie sich im Sport nicht auskennen und deshalb eher vorsichtig sind. Diese Gruppe von Sportlern benötigt sachgerechte Trainingsanleitung, um die notwendigen sporttechnischen und Belastungsvoraussetzungen risikoarm zu erwerben. Sie verlangen sich Leistungen ab, für die ihre physiologischen Voraussetzungen oft nicht ausreichend sind.
5. Gelegenheitssportler, die Bewegungsabläufe umsetzen, die sie zwar kennen, aber nicht beherrschen. Sie verlangen sich Leistungen ab, die für ihre physiologischen Voraussetzungen nicht ausreichend sind. (9)

Aufgabenstellung für das Masterstraining

Für das Training mit Masters sind viele Aspekte wichtig. Das Training muss abwechslungsreich sein, die Schwimmer müssen Technikhinweise erfühlen und die Fähigkeit der Umsetzung der Hinweise erlernen.

Die Entwicklung konditioneller Fähigkeiten sollte im Vordergrund stehen, dabei die Streckenlänge nicht zu anspruchsvoll wählen und immer wieder koordinative Übungen einbauen. Erst sollte die richtige Technik erlernt werden, dann folgen Umfang- und dann erst Intensitätserhöhung.

Die Arbeit mit dem Theraband zur Beseitigung von muskulären Dysbalancen sollte immer in der Trainingsplanung und Umsetzung dazugehören.

Die systematische Planung des Trainings sollte selbstverständlich sein. Je nach Zielstellung gibt es für die Schwimmer einen oder mehrere Wettkämpfe, zu denen Bestleistungen möglich sein sollten.

Wenn ohne Trainingsgruppe trainiert wird, kann die Führung von Trainingsheften zur Leistungs- und Trainingskontrolle hilfreich sein.

 

Das Training: Der Weg zum Erfolg im Wettkampf

Aufbautraining

Das Aufbautraining führt zur Ausprägung eines breiten schwimmerischen Leistungsniveaus auf der Basis erhöhter grundlegender Leistungsvoraussetzung und spezieller leistungsbestimmender Fähigkeiten sowie der Erkennung der Eignung für eine Disziplingruppe bzw. eine Schwimmart.

Dies erfordert ein vielseitiges und spezielles Training, unter anderem die Vervollkommnung der Feinkoordination der schwimmtechnischen Fertigkeiten in den vier Schwimmarten und die sportartgerechte Ausbildung grundlegender konditioneller Fähigkeiten. Die Entwicklung spezieller konditioneller Fähigkeiten wie z. B. Reaktionstraining für Starts und Wenden und das Schnelligkeitsausdauertraining runden das Training ab.

Anschlusstraining

Das Anschlusstraining ermöglicht die Annäherung im Leistungsniveau an Höchstleistungen und an ein Belastungsniveau für die entsprechende Anforderung des Wettkampfs in einer Disziplin bzw. in Disziplingruppen.

Dieses zunehmend spezielle Training ist auf individuelle Besonderheiten abgestimmt und erfordert die Weiterentwicklung von Kraft- und Schnelligkeitsvoraussetzungen. Die Entwicklung der wettkampfspezifischen Ausdauer, Schwimmschnelligkeit, Kraftausdauer und der Erhalt der Beweglichkeit stehen im Vordergrund.

Hochleistungstraining

Hier steht das Erreichen von Höchstleistungen im Vordergrund. Ein spezielles Training in Spezialdisziplin und ein individuelles allgemein athletisches Training ist notwendig. Die Bereitschaft zur Bewältigung der Anforderungen muss vom Sportler gewollt sein, um die maximale Nutzung der konditionellen Fähigkeiten durch individuell ausgeprägte Fertigkeiten einsetzen zu können. Ein gutes Wassergefühl ist dafür die Grundvoraussetzung. Das Wassergefühl kann man schlecht beschreiben. Da Wasser dichter ist als Luft, kann man sich von diesem Medium abstoßen, wird aber gleichzeitig auch von ihm gebremst. Ein gutes Wassergefühl bedeutet, mit diesem Wissen umzugehen und es möglichst ökonomisch zu nutzen.

 

Auswirkungen von Sport auf den Körper

Im Breitensport spricht man meist zuerst von der Herzanpassung. Das Herz arbeitet ökonomischer, die Sauerstoffausschöpfung ist besser, die periphere Durchblutung ist verbessert, die Blutdrucksenkung (Herzentlastung) ist stärker.

Auswirkungen von Ausdauertraining sind:

- Max. Herzzeitvolumen -> vergrößert

- Schlag- und Herzvolumen -> vergrößert

- Ruheherzfrequenz -> vermindert

- Max. Herzfrequenz -> gleich bis vermindert

- Systolen und Diastolendauer -> verlängert

- Systolischer Blutdruck * -> gleich bis vermindert

(* = bei Hypotonikern kann er sich leicht erhöhen)

- Gefäßbildung im Herz -> verbessert

- Koronarreserve -> vergrößert

- Kontraktionskraft in Ruhe -> vermindert

- Kontraktionskraft bei Belastung -> vergrößert

- O2-Bedarf für vergleichbare Belastung -> vermindert

- Ventilatorische Lungenkapazität -> leicht vergrößert

- O2-Diffusionskapazität -> leicht vergrößert

- Lungenperfusionskapazität -> vergrößert

- Atmungsokönomie -> verbessert

- Laktatbildung -> vermindert

- Blutvolumen -> gleich oder vergrößert

- Gesamthämoglobin -> gleich bis vergrößert

- maximale O2-Aufnahme -> vergrößert

- Fettverbrennung -> verbessert

- Leber -> gleich oder vergrößert

- Niere -> gleich

- HDL -> vermehrt

- LDL -> vermindert

- Infektabwehr:

bei moderater Ausdauerbelastung -> verbessert

bei erschöpfender Ausdauerbelastung -> vermindert

 

Was verändert sich beim Training im Körper?

Durch Krafttraining wird die neuronale Anpassung verbessert, besonders zu Beginn eines Krafttrainings, es kommt zu Muskelhypertrophie (Verdickung der Muskelzellen), was gerade im Hinblick auf Koordinationsfähigkeit (zum Beispiel Sturzgefahr im Alter) als zunehmend wichtiger angesehen wird. Die Gefahren des Krafttrainings sollten bedacht werden, bei unsachgemäßem Training können orthopädische Probleme, z. B. Überlastungsschäden der Gelenke, Wirbelsäule usw. auftreten. Besondere Gefährdung durch abrupte Änderungen des Trainings, meistens durch Intensitäts- und Umfangssteigerungen (z. B. durch einen plötzlichen Motivationsschub), können für manche Sportler gefährlich werden.

Die Trainingsauswirkungen und die aufgezählten Anpassungen, sowohl durch Ausdauer- als auch durch Krafttraining, finden sowohl bei jungen Erwachsenensportlern als auch bei entsprechenden Trainingsumfängen und fehlenden organischen Krankheiten beim Masterssportler statt.

 

Der körperliche Alterungsprozess

Der Alterungsprozess beginnt mit der Geburt und ist genetisch gesteuert, bisher gibt es keine Möglichkeit, den Alterungsprozess zu verhindern. Doch kann er durch bestimmte Maßnahmen verzögert werden, im Wesentlichen durch eine gesunde Lebensweise!

Der Alterungsprozess betrifft die Herz-Kreislauforgane, Lungenfunktion, Nervensystem, Knochen und die Muskulatur.

Die Knochendichte nimmt mit zunehmendem Alter - besonders bei Frauen - kontinuierlich ab. Bei Frauen wird dies durch extreme Belastungen verstärkt, kann jedoch durch moderates Training auch im zunehmendem Alter noch positiv beeinflusst werden.

Ab dem 45. Lebensjahr verliert der nichttrainierende Mensch etwa 5 % Kraft pro Lebensdekade, die Maximalkraft reduziert sich ab 65 Jahren um ca. 1-2 % / Jahr, die Explosivkraft verringert sich ab 65 Jahren um ca. 4-3 % / Jahr. Die Muskeln der unteren Extremitäten nehmen schneller ab als an den oberen. Aber: auch jenseits des 70. Lebensjahres wirkt ein Krafttraining effektiv.

Der Muskelschwund im Alter erklärt sich durch den sinkenden Spiegel der muskelbildenden Hormone. Ein vermehrtes Absterben und Schwund (Atrophie) von Muskelzellen, die Abnahme der Blutgefäßdichte (Kapillaren) und die Reduktion der Nervenverbindungen (motorische Einheiten) führen zum Verlust der nervalen Koordination. Es kommt zunächst zum Verlust der Schnellkraftfasern, dann auch der Ausdauerfasern.

Im Nervensystem kommt es zur Abnahme der Nervenzellanzahl und der Abnahme der Nervenleitgeschwindigkeit. Aber: Nervenzellen sind auch im Alter noch wachstumsfähig, ebenso wie die Bahnen im Erwachsenengehirn nicht endgültig fixiert sind! Deshalb ist die Förderung geistiger Beweglichkeit und Bewegung von immenser Bedeutung.

Die Laktatbildung im Alter verändert sich, die anaerobe Energiebereitstellung ist vermindert, die maximalen Laktatwerte sind verringert. Dadurch ergibt sich eine geringere anaerobe Leistungsfähigkeit und geringere Anfangsgeschwindigkeiten und ein vermindertes Stehvermögen, vermutlich durch eine geringere Anzahl von Schnellkraftfasern.

Die Lunge hat im Alter eine niedrigere Thoraxelastizität, die Lungenbläschenanzahl verringert sich und die Durchblutungsprobleme nehmen zu und es kann zu Emphysembildung kommen. Der Energieverbrauch der Lunge nimmt zu.

 

Training im Alter

Trainingssteigerungen des Umfangs bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen sollte pro Woche nicht mehr als 10 % betragen, sonst gibt es vermehrt Überlastungssyndrome. Mit zunehmendem Alter müssen die Umfangssteigerungen aus diesem Grund individuell gesehen zunehmend geringer gesteigert werden

Die Trainingseffekte sind mit steigendem Alter zunehmend geringer ausgeprägt, jedoch immer noch vorhanden!(10)

Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann man nun verstehen, warum immer mehr Mastersschwimmer bei Wettkämpfen und im Training so freudig mit dem Element Wasser umgehen und es nicht mehr missen wollen. Also: keep on swimming!

Mastersschwimmen Teil 1

 

Monika Sturm-Constantin

 

Quellenangaben:

1. de.wikipedia.org/wiki/Schwimmen

2. Charls DSV Lehrgang, B-Lizenz, Alter & Kondition

3. Charls DSV Lehrgang, B-Lizenz, Angela Franke

4. M. penker, H. Aschwer, Triathlon für Frauen, 2007, S. 147 ff.

5. Vgl. Weineck 1997, S. 445

6. http://www.medicalsportsnetwork.de/archive/102181/Kraftvoll-ins-Wasser-%3F.html

7. http://www.n-tv.de/sport/Steffen-kaempft-gegen-Muskeln-article4327376.html

8. Charls DSV Lehrgang, B-Lizenz, Angela Franke

9. Charls DSV Lehrgang, B-Lizenz, Angela Franke

10. Charls DSV Lehrgang, B-Lizenz, Physiologiche und Gesundheitliche Aspekte im Masters-Schwimmsport

Die Urquellen der DSV-Lehrgänge basieren u. a. auf: Masterschwimmen für Wettkampf, Fitness & Gesundheit, Dieter Strass/Kurt Wilke 2006.

 

Surftipps:

http://swim.de

www.allwetterkind.de

 

Buchtipp:

Masterschwimmen für Wettkampf, Fitness & Gesundheit, Dieter Strass; Kurt Wilke, 2006 Schwimmen Anatomie von Ian McLeod, 2010

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