Schwimmen

Natriumbicarbonat im Schwimm-Wettkampf

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Wie wirkungsvoll ist eine Supplementierung mit Natriumcarbonat?

Für viele sportliche Disziplinen wurde bereits untersucht, ob die Sportler durch die Einnahme von Natriumbicarbonat vor einer hochintensiven Belastung zwecks Verminderung der Laktatanhäufung eine bessere Leistung erzielen können, nicht aber für den Schwimmsport. Diese Lücke wurde durch eine neue britische Studie der Loughborough University geschlossen.

Sie untersuchte die Auswirkungen einer Natriumbicarbonat-Ergänzung auf die Schwimmleistung von 200-m-Freistilschwimmern. In der doppelblinden, balancierten Studie absolvierten 9 Schwimmer jeweils 3-mal zu unterschiedlichen Zeiten eine Strecke bei maximaler Leistung:

- bei einem Kontrollversuch (ohne Einnahme von Natriumcarbonat)

- nach der Einnahme von Natriumbicarbonat (300 mg pro kg Körpergewicht)

- nach der Einnahme eines hierbei unwirksamen Placebos (Calziumcarbonat)

Die Präparate wurden 60–90 Minuten vor jedem Schwimmen eingenommen. Das Natriumbicarbonat sowie die Placebopräparate wurden in Gelatinekapseln verabreich, womit gewährleistet werden sollte, dass alle Beteiligten quasi blind sind.

Die Ergebnisse zeigten, dass die 200-m-Zeiten unter der Gabe von Natriumbicarbonat im Mittel deutlich kürzer waren als unter den Kontroll- oder Placebobedingungen (1 Min. 52,2 Sek. im Vergleich zu 1 Min. 53,7 Sek. bzw. 1 Min. 54,0 Sek.). Außerdem war die Blutlaktatkonzentration nach der 200-m-Schwimmstrecke unter der Gabe von Sodiumbicarbonat deutlich höher als unter den Placebo- und Kontroll-Bedingungen. Das Bicarbonat konnte demnach der Übersäuerung entgegensteuern, die üblicher weise infolge der Laktatanhäufung (der so genannten „Pufferung“) entsteht und für das Müdigkeitsgefühl verantwortlich ist.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass eine Supplementierung mit Natriumbicarbonat zu einer Verbesserung der 200-m-Freistil-Zeiten bei Leistungsschwimmern führen kann. Dies ist höchstwahrscheinlich die Folge einer größeren Pufferkapazität.

International Journal of Sports Medicine, 2007 Nov 14

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