Leistungsdiagnostik

Schwimmen: Der 400-m-Test

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Eine für jeden Schwimmer jederzeit, einfach und ohne Kosten durchführbare Methode zur Kontrolle des aktuellen Leistungsstandes ist ein Dauerschwimmtest über eine bestimmte Strecke mit maximal möglicher Geschwindigkeit auf Zeit.

Geschwindigkeit richtig einschätzen 

Als Streckenlänge, die vielen Breitensportlern gerecht wird, hat sich die 400m-Distanz etabliert. Bei der Wahl der geeigneten Streckenlänge für die Leistungsüberprüfung muss berücksichtigt werden, dass mit steigender Distanz Faktoren wie Motivation, Renneinteilung und Erfahrung eine zunehmende Rolle spielen. Besonders unerfahrenen Schwimmern fällt es oft schwer, mit einem Tempo loszuschwimmen, das bis zum Ende gehalten werden kann. Wird die Anfangsgeschwindigkeit zu langsam gewählt, repräsentiert die erzielte Zeit nicht die maximal mögliche Leistung. Übersteigt die Startgeschwindigkeit dagegen den aktuellen Leistungsstand, kann die Schwimmleistung aufgrund frühzeitig einsetzender Ermüdung unter das maximal mögliche Niveau abfallen.

Schaffen Sie möglichst gleiche Ausgangbedingungen 

In beiden Fällen wäre die Zielzeit verfälscht, ebenso, wenn der Sportler nicht alles gibt und unter seinen Möglichkeiten bleibt. Diese Gefahr besteht vor allem, wenn der Test in Eigenregie durchgeführt wird und die entsprechende Motivation zur Ausbelastung fehlt. Zudem ist in öffentlichen Bädern nicht immer ein störungsfreies Schwimmen möglich. Achten Sie zur besseren Vergleichbarkeit der Testresultate darauf, die Überprüfung stets unermüdet und mit aufgefüllten Kohlehydratspeichern anzugehen. Optimalerweise folgt auch das kurze Aufwärmprogramm einem einheitlichen Muster. Wenn Sie das Gefühl haben, eine maximale Leistung abgerufen und die Strecke konstant und ohne Störungen zurückgelegt haben, können Sie aus einer Tabelle Zielgeschwindigkeiten für die verschiedenen Trainingsbereiche entnehmen.

Verschiedene Trainingsbereiche für unterschiedliche Effekte 

Die Entwicklung und Stabilisierung der Grundlagenausdauer erfolgt in niedrigen (Ga1) und mittleren Bereichen (Ga2). Der sogenannte Entwicklungsbereich (EB) zielt bei hohen Intensitäten auf eine Verbesserung der aeroben Glykolyse im aerob-anaeroben Übergangsbereich. Mit einem Training im Spitzenbereich (SB) setzen fortgeschrittene Schwimmer bei sehr hoher bis maximaler Intensität Schnellkraft- und Kraftausdauerreize im anaeroben Bereich (z.B. in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung für einen Sprinttriathlon).

Abweichungen aufgrund wissenschaftlicher Mängel möglich 

Aufgrund der zuvor skizzierten wissenschaftlichen Mängel des hier vorgestellten Testverfahrens können individuell teils starke Abweichungen in den Zielzeiten auftreten. Da im Test selbst keine unterschiedlichen Geschwindigkeits- und Stoffwechselbereiche angesteuert werden, können etwa Sportler, die bisher nur in niedrigen Intensitätsbereichen trainierten, mit den Zeiten für den Grundlagenbereich tendenziell unterfordert werden. Ebenso müssen im täglichen Training Vorermüdungsfaktoren, z.B. durch Krafttraining oder Tagesformschwankungen, berücksichtigt werden.

Fazit 

Scheuen Sie sich nicht, auch sehr intensive Abschnitte in Ihr Schwimmtraining zu integrieren. Im richtigen Verhältnis zu Technikelementen und Grundlagenserien, können Sie so schnell Fortschritte erzielen. Die Orientierung an Zeitvorgaben kann helfen, Fortschritte zu dokumentieren und die Belastungen im Trainingsprozess so anzupassen, dass auch einer langfristigen Leistungsentwicklung nichts im Wege steht!

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Literatur: 

1 Kroidl, R., Schwarz, S. & Lehnigk, B., 2007, Kursbuch Spiroergometrie. Stuttgart: Thieme, S. 247. 
 

2 Hottenrott, K. & Zülch, M., 2002, Ausdauertrainer Triathlon. Reinbek: Rowohlt, S. 208-213. 


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