Schwache Bayern verpassen Tabellenführung

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Andreas Ivanschitz und Daniel van Buyten

Mainz - Rekordmeister Bayern München hat noch einen weiten Weg zurück an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga vor sich.

Mainz (SID) - Bayern-Trainer Jupp Heynckes nahm die unerwartete Pleite kopfschüttelnd und sichtlich bedient zur Kenntnis, der Großteil seiner Mannschaft verschwand mit betretenen Mienen und hängenden Köpfen in der Kabine. Es schien, als wollten sich die Profis von Rekordmeister Bayern München nach der überraschenden 2:3 (0:1)-Niederlage beim FSV Mainz 05 so schnell wie möglich dem Lärm der Mainzer Jubelstürme entziehen.

Die zu Saisonbeginn übermächtig erscheinenden Bayern haben die Rückkehr an die Bundesliga-Spitze aufgrund einer über weite Strecken blutleeren Vorstellung verpasst und stecken nach der zweiten Pleite in Folge und dem Absturz auf Platz drei hinter Meister Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach erstmals in einem Tief.

"Wir haben uns von der Hektik anstecken lassen. Wir hätten unseren Stiefel runterspielen müssen. Wenn wir unsere spielerische Klasse nicht zeigen, gewinnen wir auch gegen Mainz nicht", sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer, während Kapitän Philipp Lahm die Einstellung kritisierte: "Wir haben es Mainz leicht gemacht. Man muss alles geben. Wenn man das nur teilweise tut, verliert man so ein Spiel auch mal."

Der Österreicher Andreas Ivanschitz (10.), Marco Caligiuri (65.) und Niko Bungert (74.) trafen gegen die Münchner. Der Belgier Daniel van Buyten hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Bayern erzielt (56.) und sein Team mit seinem zweiten Treffer (79.) noch einmal ins Spiel zurückgebracht.

Die 34.000 Zuschauer in der ausverkauften Mainzer Arena sahen in der Angfangsphase dominante Münchner. Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Präsident Theo Zwanziger erzeugten die Gäste, bei denen Arjen Robben seinen Platz in der Startelf wieder für Thomas Müller Platz räumen musste, zu Beginn großen Druck. Die Münchner, die ohne den verletzten Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und den gesperrten Anatoli Timoschtschuk auskommen mussten, brachten ihre Überlegenheit aber nicht auf die Anzeigentafel.

Die auf Konter lauernden Mainzer, die aufgrund des Selbstmordversuchs von Schiedsrichter Babak Rafati und der daraufhin abgesagten Partie beim 1. FC Köln insgesamt 23 Tage kein Pflichtspiel absolviert hatten, bestraften diese Nachlässigkeit durch den vierten Saisontreffer von Ivanschitz.

Die Gastgeber, bei denen Kapitän Nikolce Noveski, Jan Kirchhoff der gesperrte Eugen Polanski, Marcel Risse und Adam Szalai fehlten, brachten die Münchner Defensive auch im Anschluss in Verlegenheit. Ivanschitz vergab in der 16. Minute die Möglichkeit zum zweiten Treffer. Kurz darauf verzog Nicolai Müller seinen Schuss nur knapp (20.).

Die Bayern sendeten erst in der 24. Minute wieder ein Lebenszeichen. Franck Ribéry scheiterte aber am Mainzer Torwart Christian Wetklo. Im Anschluss erarbeiteten sich die Münchner zwar eine Feldüberlegenheit, gefährlicher waren aber weiter die Mainzer. In der 32. Minute konnte Bayern-Kapitän Philipp Lahm gerade noch vor FSV-Stürmer Sami Allagui retten. Nur wenige Sekunden später verfehlte Allagui per Kopf nur knapp das Münchner Tor. Glück hatten die Mainzer, als Wetklo einen Freistoß von Holger Badstuber an die Latte lenken konnte (37.).

Kurz nach dem Seitenwechsel stellten die Gastgeber wieder ihre Konterstärke unter Beweis. Marco Caligiuri konnte die große Chance zum zweiten FSV-Treffer aber nicht nutzen (50.). Die ohne Inspiration agierenden Bayern konnten auch zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht überzeugen.

Das Tor van Buytens nach einem Freistoß von Toni Kroos fiel mehr oder weniger aus dem Nichts. Der starke Caligiuri brachte den FSV mit einem Distanzschuss, bei dem Neuer ("Ich sehe den Ball sehr spät") nicht besonders gut aussah, wieder in Führung. Kurz darauf musste Neuer erneut hinter sich greifen, als Bungert nach einer Ecke völlig freistehend aus fünf Metern einköpfen konnte. Die Münchener zeigten sich nur kurz geschockt und kamen auch nach dem Anschlusstreffer van Buytens noch zu guten Möglichkeiten.

Beste Spieler auf Seiten der Mainzer waren Ivanschitz und Caligiuri. Bei den Münchnern konnten Kroos und van Buyten überzeugen.

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