Lauftraining

Das Schuhkauf-ABC: Nach dem Klettern zum Laufen?

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Das Laufen war von Anfang an eine von Jürgen Reis ersten Lieblingssportarten.

Jürgen Reis beschreibt vier Allround-Schuhe PLUS eine „Natural-Speed-Running“-Zugabe (nicht nur) für Kletterer im Praxistest .

Das Laufen war, wie ich auch in meinen Kolumnen zu den „early years Systemen“ (s. Kolumnenserie 43 bis 47) beschrieb, von Anfang an eine meiner ersten Lieblingssportarten. Damals natürlich auch quasi obligatorisch, um überhaupt in den Fitnessparcours zu gelangen. Und nach wie vor fühle ich mich, ob im Anschluss an das Klettertraining oder am Ruhetag joggend oder walkend meine Wegstrecken und/oder Ausdauereinheiten genießend, so richtig wohl! Was geht, wie hier im Bild, über einen Hügellauf oberhalb meiner Heimatstadt Dornbirn ...? Ich sage nur: Absolut herrlich(st)!

Klettern und laufen sind in der menschlichen DNA fest verankert.“ Steve Maxwell (US Coach und Fitness-Autorität in Power-Quest.cc Podcast)

Vor dem PC zu sitzen, ist ganz klar nicht mein Ding. Da begleite ich beispielsweise lieber Freunde nach draußen und unterstütze sie bei ihren Sportaktivitäten.“ Patxi Usobiaga, Weltmeister Sportklettern (Lead) in Power-Quest.cc PLATIN Podcast 290

 

Das sind gleich zwei Zitate, die auch Sie sich zum Kredo machen sollten. Kein Ausgleichssport ist fürs hoch intensive Sportklettern und Bouldern physisch und psychisch entspannender als Joggen bzw. L aufen. Die Regeneration sowie die allgemeine Grundlagenausdauer des Athleten werden optimiert und vor allem, was das Material angeht, die Sache ist einfach und quasi überall praktizierbar mit ...? Erraten! Einem geeigneten Paar Laufschuhen. Und klar: (Gottseidank) sind nicht alle Klettergebiete direkt vom Parkplatz aus bekletterbar. Auch wenn es nicht unbedingt die „berühmt, berüchtigte Power-Berg-Walking“ Stunde zu den Felsen von Ceüse sein muss: Egal ob Boulder- oder Klettergebiet: Auf- und Abstieg gehören oft dazu und logisch ... Im Winter durch nasskalte Pfützen oder gar Bergbäche zu tappen und dennoch trocken zu bleiben, oder gar den vereisten Bergpfad ins Bouldergebiet trittsicher zu meistern, erfordert ganz anderes Schuhwerk, als ein chilliger Arco-Trip im Hochsommer. Ein Modell zu finden, das möglichst alle diese Anforderungen PLUS die Lauftauglichkeit bietet, glich auch für mich noch vor Jahren der sagenumwobenen Suche nach dem nicht existierenden 8. Weltwunder.

 

8. Weltwunder in Laufschuhform werden zur Wirklichkeit?

Doch die Zeiten haben sich geändert und die Hersteller mächtige Entwicklungssprünge gemacht, was die „Multi-Einsatzmöglichkeiten“ ihrer Schuhe angeht. Ich gebe in dieser Kolumnenserie deshalb einen breiten Überblick über 4 Modelle und eine Zugabe. Mit diesen Lauf- bzw. Walkingschuhen durfte ich selbst in den Jahren und Monaten beste Erfahrungen sammeln. Speziell im Hinblick auf vermutlich auch Ihre Hauptlaufmotivation, dem „Zu- und Abstieg ins bzw. vom Klettergebiet“ UND dem „Ausgleichssport fürs Klettern“, also Laufen bzw. regeneratives Joggen am Ruhetag, präsentiere ich den ausgiebigen Praxistest und garantiere für den kommenden Winter: Keiner der Schuhe (bis auf das Zugabemodell, aber dazu mehr im letzten Teil dieser Kolumnenserie) hatte bei mir in Vorarlberg leichtes Spiel. Zwei Schlechtwetterfronten mit Regen, Schnee, Eiseskälte und Tautagen dazwischen bescherten mir im Februar und März 2013 perfekte Outdoor- bzw. Hardcore-Testbedingungen.

Bevor der Test mit dem ersten, feurigen Aspiranten nun gleich voll durchstartet, zuerst ...

 

3 generelle Schuhkauftipps oder das Laufschuhkauf-ABC

A. Fachhandel und/oder Fachberater bzw. -verkäufer sind ein must have. Der Internetkauf ist bei vielen Artikeln OK – bei Laufschuhen nicht. Was nützen tolle Optik und geniale Testimonialstatements samt 3D-Animation, wenn der Schuh letztlich nicht passt. Die angegebenen Größen der Hersteller variieren teilweise um über eine halbe Schuhgröße. Last, but not least: Ein niedriges Schuhgewicht (z. B. bei dem im letzten Teil dieser Kolumnenserie vorgestellten „Natural Runner“) ist oft nur sinnvoll, wenn z. B. Ihr Körpergewicht entsprechend niedrig ist und/oder Ihre Fußmuskeln vortrainiert sind. (Lesen Sie dazu auch: Typische Fehler beim Lauftraining)

  

B. Nachmittags kaufen und auch die beim Laufen (denken Sie an den Winter!) getragenen Socken mit ins Schuhgeschäft nehmen. Zu dieser Tageszeit sind Füße am größten.

 

C. Den Einsatzzweck abwägen: Nicht jeder benötigt einen GORE-TEX®-Schuh und auch zwei Schuhe können für viele eine bislang „nicht ausprobierte“ Ideallösung darstellen. Prinzipiell gilt: Je mehr Schuhe, desto variationsreicher werden die Füße belastet bzw. auch trainiert und z. B. im Fall GORE-TEX-Schuh mit Zweitlaufmodell „Sommer-Runner“, sind Sie so rasch für jedes Terrain und Wetter gewappnet. Übrigens: Laut einer Kundenbefragung durch Laufschuh-Weltmarktführer ASICS, verfügen derzeit bereits über 40 % der aktiven Läufer über einen Zweitschuh.

 

So manches 8. Weltwunder in Laufschuhform wurde inzwischen zur Realität.

Zugegeben: Was sich seit meinen Jugendjahren änderte, sind die multifunktionellen Möglichkeiten, die (Traillauf-)Modelle im Jahr 2013 bieten. So manches 8. Weltwunder bzw. die sprichwörtliche „Eier legende Wollmilchsau“ in Laufschuhform wurde inzwischen zur Realität. Sie dürfen sich freuen: Ein „feuriger Japaner“ bzw. ein wasserfester Top-Laufschuh, der sich sowohl zum Sprinten, also auch für Zu- und Abstiege ins Kletter- oder Bouldergebiet bestens eignet, erwartet Sie bereits in Teil 2 dieser Kolumnenserie.

Für den Abschluss dieser Kolumne #1 von 5 mein Rat an Sie: Behalten Sie diese drei Punkte einfach im Hinterkopf, dann dürfen Sie sich in Teil 2 auf einen „Japaner der feurigen Art“ bzw. meinen ersten „Multifunktions-Geheimtipp“ freuen!

 

Ihr Jürgen Reis mit dem Team der www.juergenreis.com Redaktion

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