Die richtige Atemtechnik beim Kraulschwimmen

Die richtige Atmung ist neben der Technik sehr wichtig, um kraftsparend zu kraulen.

Schwimmen ist eine der technisch anspruchsvollsten Sportarten überhaupt! Weil man sich dabei nicht nur in einem Medium bewegt, das natürlicherweise langsamer macht, sondern auch noch viele verschiedene Bewegungen und die richtige Atmung gleichzeitig koordinieren muss.

Einer der größten Fehler von Athleten beim Kraulschwimmen ist es, den Atem anzuhalten. Weil sie so viel zu beachten haben – Wasserlage, Armzug, Beinschlag, Körperrotation, die Wettkampfsituation usw. –, vergessen bisweilen sogar erfahrene Schwimmer zu atmen oder vielmehr: rhythmisch zu atmen. Das heißt, sie atmen nicht ein und leeren unter Wasser die Lunge vollständig, um dann erst wieder einzuatmen. Sie holen Luft, halten dann den Atem an und versuchen in dem kurzen Zeitfenster, in dem sie den Kopf zur Seite drehen, erst schnell aus- und sofort wieder einzuatmen. Als Ergebnis atmen sie meist nur halb ein und schlucken Wasser. Bei der nächsten Atemmöglichkeit schwimmen sie bereits mit unkoordinierter Körpermechanik nicht mehr im Takt und ersticken fast. In einer solchen Situation ist das Ertrinken fast näher als das Schwimmen.

Übungen zur Festigung der Atemtechnik

Auch dieses Problem lässt sich lösen, indem man die zum Atmen nötigen Bewegungen einzeln betrachtet und die Technik in jeder der progressiven Trainingsreihen immer wieder festigt. Zwei Übungen eignen sich hierfür besonders gut. Eine der beiden kann überall ausgeführt werden und lehrt vor allem die richtige Körpermechanik beim Atmen: Schnell durch den Mund einatmen und langsam unter Wasser durch die Nase ausatmen. Dafür atmen Sie durch den Mund ein und zählen bis drei. Die Ausatmung erfolgt über die Nase; dabei zählen Sie bis acht. Ziel der Übung ist es, mit dem Einatmen einen vollen Luftzug zu inhalieren und beim Ausatmen die Lungen komplett zu leeren. Das entspricht zwar nicht ganz dem Timing der Schwimmatmung. Die Übung lehrt aber, schnell durch den Mund ein- und langsam über die Nase auszuatmen und dadurch zu entspannen. Beides ist wichtig, wenn die Technik dann im Wasser in die Schwimmbewegung eingebaut wird.

Richtig Atmen im Wasser

Wenn das Ein- und Ausatmen durch Mund und Nase gut klappt, üben Sie als Nächstes, die Technik mit dem Kopf unter Wasser umzusetzen. Am besten stellen Sie sich dazu in hüfthohes Wasser und tauchen mit geradem Rücken und Hals das Gesicht ein. Sobald der Kopf untertaucht, atmen Sie langsam durch die Nase aus, bis Sie keine Luft mehr haben. Beim Leeren der Lunge drehen Sie den Kopf in Kraulschwimmtechnik durch Drehen des Oberkörpers und atmen durch den Mund ein, wie beim Schwimmen. (Sie können dabei zunächst wieder bis acht bzw. drei zählen.) Ihr Ziel sollte sein, jedes Mal, wenn Sie den Kopf zum Atmen drehen, vollständig einzuatmen und so das kurze Zeitfenster dafür optimal auszunutzen. Wenn die Übung isoliert gut sitzt, können Sie beginnen, die Technik in die Schwimmbewegung einzubauen. Eine weitere wichtige "Nebenbaustelle" der Atmung ist der Atemrhythmus. Viele Trainer bringen ihren Athleten bei, jeden dritten, fünften oder siebten Armzug zu atmen. Das Problem dieser Strategie ist, dass dies nicht für jeden dasselbe bedeutet. Die Siebener-Atmung kann bei dem einen Schwimmer bis zu 15 Sekunden zwischen den Atemzügen bedeuten, beim anderen nur fünf. Der Atemrhythmus ist etwas Individuelles, sodass auch jeder, passend zu seiner Schwimmtechnik, das eigene Atemmuster herausfinden muss. Solange die Atemtechnik wie oben beschrieben korrekt ist, sollte das auch kein Problem sein.

Von Brian MacKenzie - Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer - Die Revolution des Ausdauertrainings

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