Leistungsdiagnostik

Die Infocrank: Von Belastungssteuerung bis Tritteffizienz

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Gegen Ende der 80er Jahre kamen in Deutschland die ersten mobilen Leistungsmessgeräte für den Gebrauch an Rennrädern zum Einsatz. Uli Schoberer entwickelte die ersten Kurbeln, mit denen Trainern und Sportlern wertvolle Zusatzinformationen beschert werden.

Mit Hilfe der Leistungsmessgeräte ist es möglich, während einer Ausfahrt auf dem Rad die momentan getretene Leistung in Watt zu erfassen und zu speichern. So ergeben sich eine Fülle von Zusatzinformationen in Training und Wettkampf, die die Trainingssteuerung verbessern können. Heutzutage verfolgen die verschiedenen Hersteller unterschiedliche Wege, um die Leistung in einem Radcomputer sichtbar zu machen. Die Unterschiede liegen dabei in der Messtechnik bzw. der Art der Erhebung der zu Grunde liegenden Daten! Messpedale, Messtechnik in den Naben, Kurbelbasierte Systeme. Grundsätzlich sind alle Leistungsmesser sehr teure Radcomputer und erfassen neben der Leistung weitere Werte, wie die Herzfrequenz, Distanz und Geschwindigkeit oder auch die Höhe eines Anstieges. So ergibt sich eine Vielzahl von Messwerten, anhand derer sich das Training oder ein Wettkampf mit vielen wertvollen Informationen auswerten lassen. 

Leistungsdiagnostik liefert wichtige Informationen

Leistungsmesser sind im Radsport und Triathlon mittlerweile recht weit verbreitet. Wenn während der Radausfahrt die Leistung erfasst werden kann, gibt das dem Sportler und auch dem Trainer einfach unglaublich wichtige Informationen. Die getretene Leistung spiegelt die Belastung wieder und gibt dem Radfahrer direkt eine Rückmeldung über das, was gerade im Training passiert. Dabei werden ständig neue Techniken und neue Messmöglichkeiten entwickelt. Einen neuen Ansatz verfolgt dabei auch der relativ „junge“ australische Hersteller „Verve“, der bei der Messtechnik in seiner Infocrank nicht auf die bekannten Dehnmessstreifen setzt. Vielmehr erfasst die Infocrank die Tangentialkräfte. Gemeinsam mit der Trittfrequenz lässt sich so die Leistung bestimmen. Diese Kräfte laufen bildlich gesprochen an der Außenseite der Kurbel in Richtung des Pedals. Verve misst diese an der Ober- und Unterseite der Kurbel - und zwar auf beiden Seiten. 

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern entwickelt

Dieses Messsystem, dass in Zusammenarbeit mit dem Australian Institute of Sport Entwickelt wurde besticht zudem durch die verwendeten, aufeinander abgestimmten Legierungen in Kurbelarm und Messtechnik, durch eine temperatur- und höhenunabhängige Genauigkeit. Genau an dieser Stelle zeigen einige Anbieter deutliche Unterschiede zwischen der im Labor erfassten Genauigkeit am Prüfstand und dem Verhalten unter realen Praxisbedingungen. Temperatur und Luftdruck haben einen starken Einfluss auf die Dehnmessstreifen, so dass in der Realität sowohl die Genauigkeit der Leistungs- anzeige als auch die Reproduzierbarkeit in bestimmten Situationen leidet. Dies gehört bei der Infocrank der Vergangenheit an. Die beidseitige Messung lässt Rückschlüsse in Bezug auf „Seitigkeiten“ oder besser gesagt „Ungleichheiten“ im Tritt zu. Trainingsworld bekam zudem exklusiv Einblick in eine neue Technik, die in den nächsten Wochen über ein Softwareupdate eingespielt wird. Die Infocrank gibt dann Informationen zur Kraft über die komplette Kurbelumdrehung, so dass genau erfasst werden kann, bei welcher Kurbelposition welcher Krafteinsatz erfolgt. Aktuell testen wir ein Modell auf Genauigkeit und werden in einer der nächsten Ausgaben darüber berichten. 

Geräte direkt am Fahrrad montiert

Die Geräte werden dazu nach Anleitung an ein Fahrrad montiert. Auf dem Cyclus2 Hochleistungsergometer werden dann verschiedene Bremsleistungen eingestellt und die Abweichung überprüft. Da bei Einbau und Kalibrierung der Messgeräte durch- aus Fehler passieren können sind derartige Überprüfungen für jeden Nutzer eines Leistungsmessers regelmäßig empfehlenswert. Nur wenn Ihr Leistungsmesser auch tatsächlich reale Werte anzeigt, sind diese Geräte auch in der Trainingssteuerung von Vorteil. 

Zeigt Ihr Leistungsmesser hingegen Abweichungen an, ist Ihr Training möglicherweise zu intensiv oder zu locker. Genau aus diesem Grund ist die „Reliabiltiät“ eines Leistungsmessers das wichtigste Gütekriterium. Dabei müssen Sie nicht unbedingt auf das teuerste Produkt setzen.

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