Radsport: Martin-Team HTC-Highroad löst sich auf

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Team HTC-Highroad mit Tony Martin ist Geschichte

Köln - Das Aus von HTC-Highroad, dem amerikanischen Radrennstall des deutschen Zeitfahrspezialisten Tony Martin, ist besiegelt.

Köln (SID) - Das Aus von HTC-Highroad, dem amerikanischen Radrennstall des deutschen Zeitfahrspezialisten Tony Martin, ist besiegelt. Nachdem die Verhandlungen mit einem neuen Hauptsponsor am Sonntag gescheitert waren, zerschlug sich in der Nacht zum Donnerstag auch die Fortführung der Zusammenarbeit mit dem taiwanesischen Smartphone-Hersteller HTC. Die letzte Hoffnung des Nachfolge-Teams der früheren deutschen T-Mobile-Mannschaft - der Zusammenschluss mit einem anderen finanziell potenten, nicht näher spezifizierten Team - platzte am Donnerstagmorgen.

"Nach gründlicher Suche nach einem langfristigen Sponsor sind wir nun zu dem Schluss gekommen, dass es an der Zeit ist, unsere Teammitglieder freizustellen, damit sie sich nach anderen Optionen umsehen können", sagte Teammanager Bob Stapleton in einer Pressemitteilung am Donnerstagabend. Der Amerikaner hatte von potenziellen Sponsoren finanzielle Unterstützung in Höhe von rund zehn Millionen Euro gefordert.

HTC-Highroad war einer der weltbesten und erfolgreichsten Rennställe der letzten Jahre. Seit der Gründung im Jahr 2008 gewann das Team 484 Rennen, davon 54 Etappen bei den drei großen Landesrundfahrten in Frankreich (Tour), Italien (Giro) und Spanien (Vuelta).

Neben dem gebürtigen Cottbuser Martin, der bei der Tour 2011 das Einzelzeitfahren in Grenoble gewann, zählen in Nachwuchssprinter John Degenkolb (Gera) und Zeitfahrspezialist Patrick Gretsch (Erfurt) zwei weitere deutsche Fahrer zur Mannschaft. Auch der britische Sprintstar Mark Cavendish, der 2011 fünf Tour-Etappen gewann und das Grüne Trikot eroberte, fährt für HTC. Zum Frauenteam gehören die Straßen-Weltmeisterin von 2004, Judith Arndt (Leipzig), Charlotte Becker (Berlin) und Ina-Yoko Teutenberg (Mettmann).

Noch kurz nach dem Ende der Tour de France hatte sich Stapleton zuversichtlich gezeigt, die Zukunft des Teams schien gesichert: "Es ist noch nichts unterschrieben, aber ich bin jetzt sehr optimistisch". Mehrere internationale Unternehmen hätten sich während der Tour bei ihm gemeldet, sagte Stapleton: "Ich habe zwei Optionen, wir gehen sogar von einem Dreijahresvertrag aus, und wir werden ein größeres Budget haben."

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