Training mit dem Bike

Radsport im Winter

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Wer auch im Winter nicht auf Radsport verzichten will, sollte einige Dinge beachten.

Wer im Sommer auf dem Rad gut drauf sein will, der sollte bereits in der kalten Jahreszeit die ersten Grundlagen-Kilometer sammeln. Nicht umsonst heißt es, Gewinner werden im Winter gemacht. Und grundsätzlich spricht auch nur wenig dagegen, bei Wind und Wetter draußen zu radeln.

Natürlich gibt es heutzutage auch gute Alternativen, um sich bei schlechtem Wetter Indoor-fit zu halten und sich eine gute, radspezifische Ausdauer aufzubauen. Ob Spinning, Ergometer oder Rollentrainer – wer die Indoor-Trainingsmöglichkeiten konsequent einsetzt, wird dies mit Beginn der Radsaison im Führjahr deutlich merken.

Grundsätzlich sollte das Wetter aber kein Hindernisgrund sein, ein geplantes Radtraining ausfallen zu lassen. Es gibt für alle erdenklichen Wetterverhältnisse die richtige Bekleidung. Allerdings können sich die Bedingungen für eine längere Radausfahrt auch ändern, sodass man sich vor der Abfahrt genau überlegen sollte, was man am besten anzieht. Hier sind ein paar Tipps als Entscheidungshilfe.

 

Gegen Wind und Wetter gewappnet

Es gibt 3 Faktoren, die man bei der Wahl der richtigen Radbekleidung bedenken sollte: Temperatur, Niederschlag und Wind beeinflussen das Kälteempfinden. Vor dem Griff in den Kleiderschrank sollte man sich eine möglichst genaue Wettervorhersage anschauen. Eine relativ zutreffende Prognose für Deutschland liefert in der Regel www.wetter.de oder www.wetter.com.

Bis zum Morgen der Abfahrt kann sich aber auch hier die Prognose geringfügig ändern. Ein Blick vor der Abfahrt ist also bei schwer einzuschätzenden Wetterverhältnissen Pflicht. Zu beachten ist die Temperatur zum geplanten Abfahrtszeitpunkt und die mögliche Temperaturänderung während der Ausfahrt.

Für kurz-kurz, also lediglich ein kurzes Radtrikot und eine kurze Radhose wird es aber vermutlich nicht mal in milden Wintern reichen. Unser Tipp: Bis 20 Grad Celsius und darüber kann man sorglos in kurzer Radbekleidung fahren. Sinkt das Thermometer unter die 20 Grad-Marke, sollte man zumindest vorsorgen. Bis zu 15 Grad Celsius reichen eine Windweste und Armlinge, um warm ans Ziel zu kommen.

 

Radkleidung nach dem Zwiebelschicht-Prinzip

Zwischen 10 und 15 Grad ist zusätzlich ein Unterhemd als First Layer (erste Lage) zu empfehlen. Außerdem sollte man über Beinlinge oder zumindest Knielinge nachdenken. Wer an den Füßen schnell friert, kann die Zehen mit so genannten Toe Caps warm halten. Diese Überzieher aus Neopren werden nur über die Schuhspitze gezogen und sollen den Fahrtwind abhalten.

Der Fahrtwind ist ohnehin eine entscheidende Komponente bei der Kleiderwahl. Durch den so genannten Windchill-Effekt kühlen wir bei kalten Temperaturen und Wind schneller aus. 10 Grad Celsius fühlen sich bei einer Windgeschwindigkeit von 30km/h bereits wie 1 Grad Celsius an. Daher ist an kühlen Tagen eine windundurchlässige oberste Schicht wie eine Windweste unerlässlich.

Ab erwarteten 10 Grad Celsius und darunter sollte man zusätzlich eine dünne Mütze unter dem Helm und Handschuhe tragen, um sich vor dem Wind zu schützen. Ohren, Finger und Zehen bekommen die Kälte am ehesten zu spüren. Daher sind ab 10 Grad auch Überschuhe zu empfehlen. Zudem sollten Oberkörper und Beine jetzt deutlich besser geschützt werden. Ein leichtes Frösteln auf der Haut darf man vor der Abfahrt zwar auch spüren, aber die Bekleidung sollte eine isolierende Schicht bilden, welche die Körperwärme speichert.

Das erreicht man am besten, wenn man die Radbekleidung nach dem Zwiebelschichtprinzip anzieht. Unter 10 Grad und trocken sollte man mindestens drei Lagen Kleidung auf der Haut tragen. Die erste Schicht (First Layer) bildet ein atmungsaktives und windabweisendes Radunterhemd mit langen Ärmeln. Darüber empfiehlt sich ein langes Radtrikot als Second Layer und zum Abschluss eine winddichte Softshell-Jacke. Für die Beine fällt die Wahl auf eine wind- und regenabweisende, lange Radhose.

 

Regen ist nicht Jedermanns Sache

Wer bei Regen fahren will, sollte dann noch eine regendichte vierte Schicht am Oberkörper tragen und sich eventuell eine kurze Regenhose überziehen. Regen und kalte Temperaturen unter 10 Grad sind allerdings wirklich nur was für harte Radfahrer.

Ab Temperaturen von unter 5 Grad Celsius sollte man sich überlegen, ob man noch Rennradausfahrten machen möchte. Selbst mit Überschuhen wird es aufgrund des Fahrtwindes empfindlich kalt an den Zehen. 5 Grad fühlen sich bei Tempo 30 bereits an wie Minus 6 Grad. Jetzt sind spezielle Winterradschuhe und ein zweites Paar Handschuhe gefragt.

Definitiv nicht mehr Rennradfahren sollte man ab Temperaturen von unter Minus 10 Grad, denn dann sinkt das Temperaturempfinden bei Tempo 30 auf Minus 27 Grad und es kann zu Erfrierungen auf der Haut kommen. (Verringern Sie das Risiko beim Radfahren mit dem richtigen Rad)

Wer bei leichten Minusgraden dennoch nicht auf sein Freilufttraining verzichten will, sollte daher besser aufs Mountainbiking ausweichen, weil die gefühlten Temperaturen aufgrund der meist windgeschützten Trails und der niedrigeren Fahrtgeschwindigkeit (zumindest bergauf und flach) deutlich geringer sind als beim Rennradfahren. Ansonsten ist im Winter Indoortraining angesagt.

 

Jörg Birkel

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