Studie

Richtige Wettkampfvorbereitung für Radfahrer

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Zeitfahrer im Radsport erlangen einen wichtigen Leistungsvorteil, wenn sie am Tag vor dem Wettkampf genau zur geplanten Startzeit des Rennens trainieren. Dies ist das wichtige Ergebnis einer neuen britischen Studie.

8 männliche Freizeit-Radsportler fuhren zwei getrennte 16,1–Kilometer Zeitfahren um 7 Uhr morgens auf Radergometern. Am Tag vor dem ersten Zeitfahren absolvierten sie ebenfalls um 7 Uhr morgens ein 30–minütiges submaximales Training bei 60 % VO2max. Am Tag vor dem zweiten Zeitfahren absolvierten sie exakt das gleiche Training, allerdings erst um 12 Uhr mittags.
Herzfrequenz, Kraftausstoß, die Werte für die gefühlte Kraftanstrengung sowie die rektale Körpertemperatur wurden sowohl während der Trainingseinheiten, als auch während des Zeitfahrens gemessen. Blutproben zur Messung der Laktatkonzentration wurden vor und nach dem Zeitfahren genommen.
Die Ergebnisse zeigten einen unbestreitbaren Einfluss der Tageszeit, zu der die Vorbereitung am Vortag stattgefunden hat:

Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass „die erreichte Verbesserung der Zeit (ungefähr 2 %) vergleichbar ist mit den Auswirkungen anderer Faktoren, wie z. B. verbesserten Trainingsplänen und einigen leistungssteigernden Mitteln wie Koffein. Diese einfache, nicht-invasive und günstige Änderung der Trainingsvorbereitung in Form eines morgendlichen Trainings vor dem Radrennen, führt zu einer wertvollen Leistungsverbesserung.“
Des Weiteren geben sie 3 mögliche Erklärungen für ihre Ergebnisse:

  • Die nach den 2 Trainingseinheiten hervorgerufenen Unterschiede im Müdigkeitsgrad und die Effekte auf den Glykogengehalt in den Muskeln dank der längeren Erholungsperiode nach der frühen Trainingseinheit.
  • Das frühmorgendliche Training in Verbindung mit der Lichteinstrahlung kann u. U. die tageszeitabhängige Körpertemperatur beeinflusst haben, so dass diese am Tag des Zeitfahrens höher war und so zu einer Leistungssteigerung geführt hat.
  • Ein letztes Training am Tag vor dem Rennen exakt zur gleichen Tageszeit bietet einen gewissen Eingewöhnungsvorteil.
  • Zur Abgrenzung dieser 3 Möglichkeiten sind weitere Untersuchungen notwendig. Zwischenzeitlich sind die folgenden Anhaltspunkte für Radsportler wichtig: „Eine Trainingseinheit zur richtigen Zeit am Tag vor dem Rennen kann der Fahrerin oder dem Fahrer einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und sollte in die letzten Vorbereitung vor einem wichtigen Rennen einbezogen werden.“


    International Journal of Sport and Medicine, 2005, Bd. 26, Seiten 651–656
     

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