Saisonvorbereitung

Radtransport ins Trainingscamp - Koffer, Tasche oder Karton

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Wie können Sie Ihr Fahrrad sicher ins Trainingscamp transportieren?

Wer mit dem eigenen Rad ins Trainingslager fliegt, sollte auch dafür sorgen, dass die Rennmaschine heil hin- und wieder zurückkommt. Leider geht das Personal an Flughäfen nicht immer sorgsam mit Gepäck um, daher stellt sich für viele die Frage: Karton, Koffer oder Tasche.

Haben Sie sich dafür entschieden, Ihr eigenes Rad mit ins Trainingscamp zu nehmen (Lesen Sie auch: Eigenes Rad oder Mietrad im Trainingscamp?), stehen Sie vor der Frage nach dem sichersten Transport. Ein guter Radkoffer oder eine Radtasche kosten Geld, daher greifen viele Triathleten und Radfahrer beim Radurlaub auf die günstige Variante zurück und verpacken ihr Rennrad in einem Karton. Falls man die Original-Verpackung nicht mehr im Keller stehen hat, kann man auch beim Radhändler seines Vertrauens nach einem alten Radkarton fragen.

Um das Rad damit sicher zu transportieren, sollten die Laufräder herausgenommen und der Lenker vorne am Vorbau gelöst werden. Dann kann man die Gabel um 90 Grad verdrehen und den Lenker in den Rahmen klappen. Das spart Platz. Außerdem sollte der Sattel entweder herausgenommen oder ganz in das Sitzrohr geschoben werden, damit das Rad in den Karton passt.

Hinweis: Markieren Sie Ihre Sitzposition mit einem Klebeband am Sattelrohr.

Als Nächstes lösen Sie das Schaltauge mit einem Imbus und fixieren die Laufräder mit Kabelbindern am Rahmen. Das ganze Paket sollte aber noch in den Karton passen. Jetzt füllen Sie den Karton um das Rad herum mit Sportsachen, Fahrradhelm, Pedalen, Verpflegung oder (bei Triathleten) Ihrem Neoprenanzug auf, damit das Rad gegen Stöße besser geschützt ist. Zuletzt kleben Sie den Karton mit Paketklebeband oder Gaffertape zu.

So lange man nicht in einen längeren Regenguss gerät, überstehen Rad und Karton einen Flug sehr gut, allerdings kann ein sperriger Karton sehr unhandlich sein. Wesentlich besser lässt sich da schon ein Radkoffer zum Flughafen transportieren. Mit Rollen und Tragegriffen ausgestattet, sollte das auch für schwächere Athleten gut möglich sein.

 

Radkoffer oder Radtasche?

Ein Hartschalenkoffer ist gegen einen Karton schon die Luxusvariante. Das Bike und die anderen Inhalte sind optimal gegen Stöße geschützt. Radkoffer gibt es in verschiedenen Größen. Je nachdem, welches Modell man auswählt, muss das Rad ebenfalls mehr oder weniger zerlegt werden, um in den Koffer zu passen. Manche Koffer haben ein zusätzliches Gestell, auf das man den Rahmen aufspannen kann, um es auch dann zu schützen, wenn der Koffer umfällt oder am Flughafen vom Personal mal geworfen wird.

Genau wie beim Karton gibt es sehr sperrige Koffer, die nicht in einen normalen Taxikofferraum passen. Meist passt ein großer Koffer in einen Kombi, reist man zu zweit, braucht man eventuell sogar ein Großraumtaxi. Rail&Fly Kunden sollten zudem mit der Bahn klären, ob Sperrgepäck im ICE transportiert werden darf. In der Regel ist das nämlich nur in speziellen ICs erlaubt. Über Ausnahmen entscheidet der Schaffner.

 

Softe Schale, harter Kern

Radtaschen bieten ebenfalls eine geeignete Transportmöglichkeit, wobei die fehlende harte Schale das Rad weniger gegen Stöße von außen schützt. Dennoch kommt das Rad in der Regel heil zum Urlaubsort und zurück und auch die Tasche leidet kaum auf Flugreisen. Von einem Hartschalenkoffer kann man das leider nicht behaupten.

„Ein harter Koffer hält das ja aus, wenn er geworfen oder fallen gelassen wird.“ Zerbrechliches Gepäck wird dagegen eher zögerlich oder gar nicht geworfen. Von daher ist ein Rad im Karton oder in der Tasche unter Umständen weniger harten Stößen ausgesetzt.

Ein weiterer Vorteil von Radtaschen: Sie sind in flexibler und passen sich gut an die Rahmenform an. Bei manchen Modellen braucht man nicht mal den Lenker oder den Sattel zu lösen, sondern kann den Rahmen ohne Laufräder direkt auf ein integriertes Gestell spannen. Und nicht zuletzt lassen sich Taschen im Keller besser verstauen als ein großer Hartschalenkoffer oder ein sperriger Karton.

 

Fazit

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Alle 3 vorgestellten Transportmöglichkeiten bringen Ihr Fahrrad meist unbeschädigt zum Urlaubsort und auch wieder zurück. Koffer und Tasche haben allerdings auch ihren Preis.

Übrigens: Bei manchen Radhändlern kann man sich Taschen oder Koffer ausleihen. Fragen kostet nichts.

 

Jörg Birkel

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