Trainingslager

Radtraining im Trainingslager auf Mallorca 17. bis 24. März 2012

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Mallorca ist ein El Dorado für Radfahrer

Unverhofft kommt ja bekanntlich oft – und genau so kam dieses Trainingslager in meinen Trainingsplan. Es gab beim RFC Oberstedten noch Plätze und wir wurden gefragt, ob wir (mein Mann und ich) nicht mitfahren wollen. Nun ja, so eine Frage braucht man uns nicht 2 Mal stellen..

Das Ziel ist Alcúdia an der Nordküste auf Mallorca, 54 km von Palma entfernt. Das Hotel Playa de Muro kannten wir auch noch nicht. Ich hatte Bedenken, in ein so großes Radsporthotel zu gehen, doch es hat am Ende gut gepasst.

Die Gruppe vom RFC ist sehr gemischt, sie besteht aus 35 Personen und von der Leistungsstärke war alles dabei: vom IronMan bis zum „Genussradler“ war alles dabei. Die Gruppe hat uns sehr nett aufgenommen und wir hatten eine Menge Spaß zusammen.

Da ich zu Hause selten die Gelegenheit nutze mit einer Gruppe Rad zu fahren, ist es mein Ziel in dieser Woche meine Rad-Grundlage für die Saison zu holen. Ich fahre sehr gerne auf Mallorca Rad. Wenn man sich auf der Insel auskennt, muss man kaum auf der Straße fahren und kann das gut ausgebaute Wegenetz nutzen und fährt fast nur auf kleinen Straßen oder sogar auf gut ausgebauten Radwegen. Man sieht viele kleine Ortschaften, begegnete Schafen, Ziegen und Eseln und hat wunderschöne Ausblicke in Buchten und über die Hügel der Insel.

Der Tag vor der Abfahrt, Freitag, 16. März. Eigentlich sollte man ein Trainingslager ruhig vorbereiten und entspannt beginnen. Aber wie immer am Tag vor dem Urlaub kommt alles anders als man denkt. Ein Systemupdate im Büro hat meinen PC für 2 Stunden lahmgelegt, diese Zeit hat mir natürlich am Ende gefehlt. Schnell nach Hause und Koffer packen und dann meine Kurse unterrichtet. Cycling war sehr nett und anstrengend und auch der Bodystyle Kurs mit kleinen Intervallen, war ein guter Kurs. Dann schell heim und noch den Rest für das Trainingslager vorbereiten. Eigentlich hätten wir Vorabend-Check in machen sollen, das hat aber leider nicht geklappt.

 

17.3. Samstag

Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder der frühe Urlauber bekommt einen guten Platz im Flieger! Wir sind nach dem missglückten Vorabend-Check-in auch gar nicht mehr auf die Idee zum Online-Check-in gekommen. Mein Schwager kam um 4:30 Uhr zu uns und hat uns netterweise zum Flughafen gefahren. 6:30 Abflug nach Palma de Mallorca Da wir nicht vorher eingecheckt waren, mussten wir uns in die lange Schlange einreihen – das Resultat war eine nur noch begrenzte Auswahl an Sitzplätzen, kein Fensterplatz für meinen Mann! Belohnt wurde das frühe Aufstehen mit Sonnenschein auf Mallorca. Der Transfer nach Alcúdia zum Hotel hat knapp eine Stunde gedauert, dann durften wir wieder Schlagestehen vor der Rezeption. Wir haben leider nur ein Zimmer zur Straße, aber das Zimmer ist geräumig und nett eingerichtet. Nach dem Auspacken in die nächste Schlange, um das Radpaket zu kaufen. Von dort in die nächste Schlage, um das Rad abzuholen. Es ist alles wirklich alles gut organisiert, aber an die vielen Leute, die teilweise sehr drängeln, muss ich mich wohl erst gewöhnen…

Nach einem Café con leche auf der Terrasse vor dem Hotel sind wir zur ersten Tour aufgebrochen. Eine lockere Einrollrunde zu viert sollte es werden, aber für mich war es ein intensives Training. Die Pause in Petra war eine schöne Belohnung, wie immer mit Orangenscheiben und einem saftigen Stück Mandelkuchen. Mit 71 km war ich sehr zufrieden mit dem Radtag. Dann wieder nach Hause gerollt und schnell geduscht und zum Essen.

Hungrig haben wir uns über das sehr üppige Buffet hergemacht und sind dann alsbald ins Bett gefallen.

 

Sonntag, 18.3

Nach einer guten Nacht und einem ausgiebigen Frühstück ab zur zweiten Radausfahrt. Ich habe die Ausfahrt in weiser Vorausahnung schon „Jagdfieber“ genannt. Wir sind in der Gruppe zusammen los gefahren, ca. 20 Radler der unterschiedlichsten Leistungsstufen. Ich konnte das Tempo mitfahren, da ich netterweise von Sebastian zwischendrin immer an die Gruppe rangefahren wurde.

Bis zur Pause in einer netten Bar – wo es einen richtig guten Café con leche für 1,40 EUR gab - mit sind wir zusammen geblieben. Danach hat sich die Gruppe getrennt, ich bin mit der Gruppe gefahren, die nicht mehr so lange fahren wollte. Leider wurde ich dann irgendwann „verloren“, da ich den Anschluss an die Gruppe nicht halten konnte. Glücklicherweise kenne ich mich gut genug aus, um auch allein „nach Hause“ zu finden. Ich hatte noch mehr Glück, als ich mich „durchs Schilf“ einer Gruppe anschließen konnte, die mich bis Alcúdia mitgenommen hat. Mit knapp 100 km eine anstrengende Tour für mich, ich bin sehr zufrieden mit mir.

Ich habe mich dann noch ans Meer gesetzt und die Sonnenstrahlen genossen. Leider war es ziemlich windig, dann bin ich an den Pool gezogen und habe mich nett unterhalten. Dann Duschen und Abendessen und ab ins Bett, ohne einen Drink an der Bar, ich war zu müde!

 

Montag, 19.3.

Leider grauer Himmel und windig, aber egal. Frühstück um 8 Uhr und um 10 Uhr ab auf’s Rad. Nach einer halben Stunde ging es einem der „Mitradler“ schlecht und ich habe ihn dann (gerne) nach Hause begleitet, da das Tempo der Gruppe doch recht hoch war. Mit 30 km ein ruhiger Radtag für mich.

Ich habe mich umgezogen und bin zu einem Standspaziergang am Meer aufgebrochen, bis zum Hafen in Alcúdia. Es war sehr windig und frisch aber hat einen Riesenspaß gemacht am Strand entlang zu laufen. Ich liebe das Meer und die Wellen. Ich bin wohl doch ein richtiges „Wasserkind“.

Dann habe ich auf die Radler gewartet und später sind wir noch in den örtlichen Radladen und haben uns Regenjacken zugelegt. Dann gemütlich zum Abendessen und mit vielen aus der Gruppe noch in eine Bar, das war ein sehr lustiger Abend.

 

Dienstag, 20.3.

Leider wie in der Wettervorhersage vorhergesagt: Grau, stürmisch und Regen waagrecht! Kein Tag zum Radfahren für mich. Also Plan-B – ab nach Palma de Mallorca zum shoppen.

Ich konnte im Mietwagen mit Freunden nach Palma mit fahren. Auf dem Weg liegt das Outlet-Center „Festival Park“, wo wir einen kleinen Stop gemacht haben. Eine Sporthose und ein T-Shirt haben schnell den Weg in meine Einkaufstüte gefunden.

In Palma war meine Mission mein Lieblings-Geschäft „intimissimi“ zu finden und dort für meine Tochter, meinen Mann und mich schöne Wäsche zu kaufen. Dann habe ich mir die Kathedrale und die Altstadt angeschaut und finde die Stadt sehr schön, doch leider hat es fast die ganze Zeit geregnet. Dann habe ich mir den Weg zum Busbahnhof erfragt und bin mit dem Bus zurück nach Alcúdia gefahren.

Dann habe ich das Schwimmbad mit Wellness-Bereich getestet und für gut befunden. Wir waren nur zu dritt auf einer Bahn und ich bin 1.000 m geschwommen. Ich bin von einem freundlichen Mitschwimmer mitten auf der Bahn auf den Kopf gehauen worden, da ich ihm mit der Hand (beim Delfinschwimmen) erwischt habe. Ich möge mehr Rücksicht nehmen, forderte er. Er selbst konnte die Linie überhaupt nicht halten und ist meist in der Bahnmitte geschwommen. Dann noch im Whirlpool entspannt. Abendessen und ein Plausch mit den anderen und ab ins Bett.

 

Mittwoch, 21.3.

Nach kurzer Beratschlagung aufgrund der Wetterlage haben wir uns entschlossen, alle gemeinsam raus zu fahren und uns dann später in Petra zu trennen. Eine gute Idee und eine gute Ausfahrt, obwohl ich mir meist wie auf der Flucht vorkam. Aber ich war gut unterwegs und auch der Rückweg war OK, obwohl mir die Gruppe eigentlich nur davon gefahren ist. Am Ende hatte ich 100 km auf der Uhr und ich habe mich gefreut, weil ich für meine Verhältnisse gut unterwegs war. Noch kurz am Pool ein bisschen in der Sonne gelegen und dann noch eine kleine Schwimmrunde (1.200 m) und noch in die Sauna. Dann wieder Abendessen und müde ins Bett gefallen.

 

Donnerstag, 22. März

Regen am Morgen…. Nachdem es aufgehört hat, sind wir losgefahren. Wir waren nur zu viert, eine kleine Gruppe, die hoch zum Cap de Formentor wollte. Wieder Nieselregen bei der Anfahrt, aber nach und nach ist das Wetter besser geworden. Es war zwar windig und kühl, aber trocken. Die Steigungen und Abfahrten sind gut fahrbar, obwohl der Straßenbelag teilweise sehr schlecht ist. Die Aussichten auf dem Weg sind ein Traum! Wir haben keinen Kaffe oben am Leuchtturm getrunken, wir wollten lieber kurz in der Sonne sitzen und wieder runter fahren.

In Port de Pollença gab es dann einen verdienten Kaffee und ein Stück Schokokuchen. Es waren dann doch 810 Höhenmeter auf 36 Kilometer von Port de Pollença bis hoch zum Cap und wieder runter. Plus An- und Abfahrt waren es dann doch fast 70 km, für mich ein gutes Training, da ich nicht gerne „Berge“ fahre.

Nach der Rückkehr noch am Pool geplaudert und dann eine kleine Runde schwimmen gewesen, das hat die Beine gelockert. Noch ein Saunagang hinterher und dann mit knurrendem Magen zum Abendessen. Noch auf einen Café in die Bar nebenan und ab in die Heia. Müde Beine heute !!!

 

Freitag, 23. März

Endlich wieder Sonnenschein. Wir sind über Moscari und Selva nach Caimari gefahren. Da ich mal wieder bei den Hügeln hinten „rausgepurzelt“ bin, habe ich mich über die Begleitung meines Mannes bis Caimari gefreut. In Caimari ist dann ein Teil der Gruppe schon los, da einige aus der Gruppe noch Sa Calobra runter- und hochfahren wollten. Ich wollte nur hoch zur „Tankstelle“, wo dann auf mich gewartet wurde. Von dort sind wir zu dritt zum Kloster Lluc, um dort entspannt Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Yvonne hast uns eingeladen, da sie Geburtstag hatte, was wir gar nicht wussten! Das war sehr nett. Dann sind wir nur noch bis nach Hause gerollt, eine schöne Abfahrt und eine schöne Ausfahrt.

Da es der letzte Radtag war, habe ich mein Rad abgegeben und bin zum Sonnenbaden an den Pool. Danach zum Schwimmen (1.000 m) und in die Sauna. Herrlich! Dann wieder den Koffer packen und zum Abendessen. Später sind wir noch gemeinsam in eine Bar und hatten einen sehr lustigen Abend.

 

Samstag, 24. März

Um 7 Uhr Frühstück, 7:45 Abfahrt zum Flughafen – aber ohne Gernod! Der arme Kerl hat verschlafen und ist erst um 7:30 Uhr von einem Kollegen geweckt worden und kam mit dem Taxi nach. Der Flug ging um 10:30 ab Palma und um 13 Uhr sind wir wieder sicher in Frankfurt gelandet. Wir wurden netterweise abgeholt und zu Hause hat uns der Alltag schnell wieder, Post sortieren, Wäsche waschen, einkaufen…..

 

Fazit

Radfahren auf Mallorca macht einfach Spaß. Immerhin bin ich 452 km Rad gefahren und nur 4,4 km geschwommen. Wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist, findet man meistens jemanden, mit dem man zusammen fahren kann. Wenn die Gruppe gut ist, werden Schwächere auch mitgezogen und kommen am vereinbarten Ziel an. Dann kann sich die Gruppe immer noch teilen, damit jeder in seinem Leistungsbereich trainieren kann.

Die Radwoche hat mir gut getan, ich bin relativ entspannt Rad gefahren, obwohl ich mir doch meist wie auf der Flucht vorgekommen bin. Aber Rad fahren kommt von Rad fahren und es fehlt mir einfach an der Grundlage. Und wie mein Mann so nett gesagt hat, als ich mal wieder mit mir gehadert habe: Du trainierst nicht für eine Rad-WM, sondern für die die Schwimm-WM. Recht hat er, man muss nur die Perspektive wechseln, dann passt es wieder.

 

Monika Sturm-Constantin

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