Radtraining

Wettkampfwochenende im Cross Country

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Die wichtigsten Tipps und Infos für ein Wettkampfwochenende im Crosscountry

In diesem Artikel soll erklärt werden, wie man ein Rennwochenende gestaltet, um gut vorbereitet und stressfrei am Start eines wichtigen Wettkampfes zu stehen.

Mountainbikerennen der olympischen Disziplin Cross Country werden auf einem 4-6 km langen Rundkurs ausgetragen, der mehrfach zu bewältigen ist (vgl. BDR, 2013). Da die Wettkampfbestimmungen schon in einem früheren Artikel dargelegt wurden, wird an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen.

Die Rennen werden in der Regel sonntags ausgetragen. Während die Rennen der Nachwuchs- und Hobbyklassen meist morgens stattfinden, starten die Rennen der Damen und Herren Elite am späten Mittag bzw. Nachmittag. Die Rennen der Bundesnachwuchssichtung, den wichtigsten Rennen der Altersklassen U15 und U17 in Deutschland, beinhalten immer einen Technikteil, der am Samstag ausgetragen wird. Hier muss entweder ein Trial absolviert, eine Abfahrt auf Zeit zweimal oder ein MTB-Sprint gefahren werden. Dies hat natürlich einen großen Einfluss auf die Zeitplanung, so dass für beide Varianten ein Zeitplan erstellt wird.

 

XCO Wettkampf am Sonntag

Findet das Cross Country-Rennen am Sonntag statt, empfiehlt sich bei einer Anreise über 200 km und/oder einem frühen Start eine Anreise am Vortag mit Übernachtung in der Nähe des Wettkampfortes. Schon vorab sollte der Zeitplan studiert werden, um Trainingszeiten herauszufinden. Das Abfahren und Besichtigen der Strecke ist für ein erfolgreiches Rennen zwingend notwendig. Aufgrund der Streckenbesichtigung empfiehlt sich eine Anreise am Samstag. Dort ist meistens viel Zeit, da keine Wettkämpfe, oder die Kids-Rennen auf einer verkürzten Runde, stattfinden. Das Abfahren des Rundkurses während anderer Rennen wird nicht gestattet und kann zur Disqualifikation bzw. zu einem Startverbot führen. Des Weiteren hat man aber auch keine Ruhe, um sich die Runde anzuschauen und Schlüsselstellen zu trainieren, wenn gleichzeitig ein Rennen auf der Strecke stattfindet. Mehr als 2-3 Runden sollten nicht gefahren werden, damit keine Ermüdung entsteht. In der ersten Runde geht es um das Kennenlernen der Strecke, in der 2. und 3. Runde sollte man an Schlüsselstellen nochmal stehen bleiben und üben, wenn diese nicht flüssig absolviert wurden. Es bietet sich an, die Vorbelastung bei dieser Gelegenheit auf der Rennstrecke zu fahren. Wenn möglich, sollte samstags auch schon die Startnummer abgeholt werden. Je weniger Aufgaben am Wettkampftag zu erledigen sind, desto besser ist es. Am Wettkampftag sollte mind. 2,5-3 Stunden vor dem Startschuss aufgestanden und gefrühstückt werden. Anschließend erfolgt die Fahrt zur Rennstrecke, so dass der Sportler 90-75 Minuten vor dem Start dort angekommen ist. Wettkampfbekleidung und –verpflegung sollten jetzt schon zurechtgelegt sein, damit sich der Sportler bis möglichst dicht an den Start warmfahren kann. Ein Sportler der U19 und älter sollte 45 Minuten vor dem Rennstart mit dem Warmfahren beginnen. Meistens müssen sich die Sportler 15 Minuten vor dem Startschuss zur Startaufstellung einfinden, so dass eine Warmfahrzeit von 30 Minuten übrig bleibt. Nach dem Warmfahren evtl. noch schnell das Trikot wechseln, Helm und Brille aufsetzen, Handschuhe anziehen und auf zum Vorstart.

 

Technik am Samstag, XCO am Sonntag

Werden, wie bei der Bundesnachwuchssichtung des Bund Deutscher Radfahrer, an einem Wochenende zwei sog. Module ausgetragen, also Samstag ein Technikteil und sonntags das Cross Country-Rennen, sieht der Zeitplan natürlich anders aus. Nimmt die Anreise wieder viel Zeit in Anspruch, sollte diese schon am Freitag erfolgen. Findet am Samstag ein Slalom statt, also eine gezeitete Abfahrt, kann diese freitags noch besichtigt werden oder es erfolgt kein Training mehr. Am Samstag sollte dann frühzeitig zur Strecke aufgebrochen werden, damit der Slalom noch in Ruhe besichtigt und trainiert werden kann. Man muss beachten, dass die Schlüsselstellen von allen Sportlern geübt werden und es somit zum Stau auf der Strecke kommen kann. Im Trial ist so viel Zeit vorher nicht notwendig, da dieser nicht geübt und betreten werden darf. Trotzdem ist es ratsam, frühzeitig vor Ort zu sein, um sich diesen von außen anzuschauen und einzuprägen. Im Sprint ist die Strecke i.d.R. wenig anspruchsvoll, der Kurvenverlauf und die Bodenbeschaffenheit sollten jedoch vertraut sein. Für den Sprint sollte sich genauso warmgefahren werden wie für das Cross Country-Rennen, d.h. ca. 30-40 Minuten vor dem Start damit beginnen, da die zeitaufwändige Startaufstellung beim Sprint entfällt. Zwischen den Läufen sollte weiter locker geradelt werden, so dass die Beine in Bewegung und warm bleiben und die Erholung vom vorherigen Lauf beschleunigt wird. Sind Slalom, Trial oder Sprint abgeschlossen, sollte das Rad fürs Rennen am nächsten Tag rennfertig gemacht und dann noch die Rennstrecke besichtigt werden. Die Intensität sollte gering gehalten werden. Der Ablauf am Sonntag ist dann identisch mit den Wettkämpfen ohne Technikmodul am Vortag.

 

Fazit

Die hier beschriebene Vorgehensweise zeigt, wie man bei wichtigen Rennen vorgehen sollte. Bei kleineren Rennen oder schon bekannten Strecken ist eine intensive Streckenbesichtigung nicht notwendig. Trotzdem sollte diese mindestens einmal vorher abgefahren werden, um sich die Strecke aus dem Vorjahr wieder ins Gedächtnis zu rufen und zu schauen, ob der Streckenverlauf unverändert geblieben ist. Wenn man bei einem wichtigen Wettkampf schnell fahren will, reicht es nicht aus, 60-90 Minuten vor dem Rennen anzukommen und die Streckenbesichtigung als Warmfahren zu nutzen. Kommt hier ein Plattfuß dazwischen, kann es ganz eng werden, bis zum Start den Defekt behoben zu haben.

 

Lesen Sie auch: Die Abfahrts-Disziplinen im Mountainbiken

 

Marc Schäfer

Literaturverzeichnis:

1. Bund Deutscher Radfahrer (BDR) (2013). Wettkampfbestimmung Mountainbike (MTB), Frankfurt.

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