Radtraining

Mountainbiken in der Gruppe

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Diese Regeln sollten Sie beim Mountainbiken im Trail in der Gruppe berücksichtigen.

Mit den ersten Sonnenstrahlen und dem Verschwinden von Eis und Schnee nimmt die Anzahl der Mountainbiker im Wald wieder zu. Die Bike-Treffs werden wieder angeboten bzw. von einer größeren Anzahl an Teilnehmern aufgesucht. Wir zeigen, was wichtig für das Fahren ind er Gruppe ist.

In der Gruppe macht das Biken am meisten Spaß, da man auch im heimischen Trainingsgebiet immer wieder neue Strecken kennen lernen und die Erlebnisse teilen kann.

Grundsätzlich gelten für das Mountainbiken in der Gruppe die gleichen Regeln wie beim Gruppentraining auf der Straße.(Lesen Sie dazu auch: Das Radtraining in der Gruppe) Auch im Wald gibt es mit Wanderern, Läufern und weiteren Radfahrern „Verkehrsteilnehmer“, auf die geachtet und Rücksicht genommen werden muss. Dennoch müssen sich die Mitglieder einer MTB-Gruppe an Regeln halten, damit die Gruppe harmoniert.

 

Vor dem Start

Vor dem Start der Trainingsrunde sollte die Strecke grob festgehalten werden. Somit wissen alle Teilnehmer Bescheid, wie lang die Ausfahrt ist, welche Topographie sie zu erwarten haben und welche Wege genutzt werden. Gerade für Neulinge in einer Trainingsgruppe ist es wichtig zu wissen, ob viele Trails oder überwiegend breite Wege gefahren werden.

 

Während der Ausfahrt

Da man nicht dem ständigen Autoverkehr ausgeliefert ist, muss die Zweierreihe nicht so strikt eingehalten werden, wie es beim Straßentraining der Fall ist. Dennoch ist diese Fahrordnung anzustreben. Im Gegensatz zum Training auf der Straße, muss im Gelände nicht jedes kleine Schlagloch oder jeder Stein angezeigt werden. Darauf ist jeder eingestellt, dass die Wege nicht asphaltiert sind. Größere Schlaglöcher, Steine oder Äste, die zur Gefahr werden, wenn man nur eine Hand am Lenker hat, sollten jedoch angezeigt werden. Es gilt weiterhin, dass die Fahrer in der ersten Reihe die Verantwortung für den Rest der Gruppe tragen, da den Bikern in den hinteren Reihen die Sicht für vorausschauendes Fahren versperrt ist.

 

Andere Waldbesucher passieren

Die Fahrer in der ersten Reihe müssen, genauso wie beim Straßentraining, vorausschauend fahren. Besonders Gegenverkehr durch andere Radfahrer ist gefährlicher als auf der Straße, da es keine voneinander abgetrennten Fahrspuren gibt. Kommen andere Waldbesucher entgegen, ist dies per Handzeichen an die anderen Teilnehmer weiterzugeben, sodass die Gruppe sich an den rechten Wegesrand orientiert. Somit hat der Gegenverkehr Platz zum Vorbeifahren. Gleiches gilt, wenn langsamere Radfahrer oder Wanderer überholt werden, die in der gleichen Richtung unterwegs sind, wie die Radgruppe. Auch hier sollten die Teilnehmer der Radgruppe zu einer sog. Einerreihe übergehen und mit ausreichendem Abstand zu den Fußgängern überholen. Machen Sie sich auch per Klingel oder durch vorsichtiges Rufen bemerkbar, um das Erschrecken der Wanderer zu vermeiden. Das kann andernfalls zu einer neuen Gefahr werden. Auch wenn die Wanderer am Wegesrand stehen und die Gruppe wahrgenommen haben, sollte mit ausreichendem seitlichen Abstand überholt werden. Die Geschwindigkeit wird von stehenden Personen stets höher eingeschätzt und das Verhalten als rücksichtslos verurteilt.

 

Abstand halten im Trail

Sportler, die konditionell auf gleichem Niveau fahren, können eine sehr unterschiedlich gute Fahrtechnik haben. Wenn es bergauf in einen Trail geht, sollten alle Teilnehmer ausreichend Abstand zum Vordermann halten. Gerade in fahrtechnisch anspruchsvolleren Trails, die bergauf gefahren werden, zeigen sich die fahrtechnischen Unterschiede. Aber auch versierten Fahrern passiert es, dass sie über einen Stein oder Stock nicht rüberkommen und vom Rad müssen. Damit nicht auch alle anderen Teilnehmer absteigen müssen, sollte jeder Fahrer bei der Einfahrt in den Trail ausreichend Abstand zum Vordermann einhalten. Dieser hat dann noch die Zeit, schnell mit dem Rad aus dem Weg zu gehen und diesen für die Nächsten freizumachen. Wenn man selbst vom Rad muss, sollte es selbstverständlich sein, den Weg für die Nachfolgenden zu räumen und nicht laufend versuchen, die Position zu halten. Es handelt sich immer noch um ein Training und kein Rennen, bei dem bloß keiner vorbei darf.

 

Lernen von den Stärkeren

Hier macht es auch Sinn, dass die starken Abfahrer zuerst in den Trail fahren. Dennoch haben die Schwächeren hier die Möglichkeit, von den Stärkeren zu lernen. Sie können sich deren Fahrlinie anschauen und versuchen, an deren Hinterrad zu bleiben. Das funktioniert jedoch nur, wenn der Leistungsunterschied nicht zu groß ist. Sollte das jedoch so sein, können die schnellen Abfahrer auch etwas langsamer herunterfahren und den Schwächeren somit zeigen, wie sie die Kurven abfahren müssen, um schneller wieder aus ihr herauszukommen. Die Abfahrt kann jedoch auch zur Simulation von Wettkämpfen genutzt werden. Wenn man alleine unterwegs ist, kann man bergab nie so ans Limit gehen, wie in einem Duell. Vergessen Sie jedoch nie, dass hinter einer Kurve auch immer ein Hindernis auftauchen kann, dass Sie zum Bremsen oder Ausweichen zwingt. Gerade in Trails, die bergauf und bergab gefahren werden können, sollten Sie Vorsicht walten lassen.

Nach der Abfahrt wird immer gewartet, bis auch die Letzten der Gruppe unten angekommen sind. Danach geht es gemeinsam weiter.

 

Defekte melden

Haben Sie einen Defekt, melden Sie diesen sofort den anderen. Selbst wenn es nur ein kleiner Ast ist, der sich im Schaltwerk verhakt hat, sollten Sie dies mitteilen, bevor Sie anhalten und diesen entfernen. Dann kann die Gruppe das Tempo kurz verlangsamen und Sie haben den Anschluss schnell wieder erreicht, ohne sich ans Limit fahren zu müssen.

 

Fazit

Unter Berücksichtigung der Regeln macht das Fahren in der Gruppe mehr Spaß. Gerade vor dem Training sollte klar abgeklärt werden, was das Ziel der Ausfahrt ist, welche Wege genutzt werden und wie lange die Tour ungefähr dauert. Die meisten Konflikte entstehen, wenn diese Absprachen nicht eingehalten werden.

 

Marc Schäfer

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