Studie

Kohlenhydratspülungen verbessern nicht die Radfahrleistung!

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Lange Zeit wurde angenommen, dass bereits das Spülen mit kohlenhydrathaltigen Getränken ohne Schlucken die Leistungsfähigkeit verbessern kann.

Dabei nahm man an, dass Mechanismen im Mund zu Reaktionen im Gehirn führen würden, allerdings ohne dass dazu bereits umfassende Befunde vorliegen. Eine Arbeitsgruppe aus den Niederlanden untersuchte dieses Phänomen unter Beteiligung von Prof. Dr. Jeukendrupp. In einer experimentellen Untersuchung wollte man herausfinden, ob schon das Spülen mit einer kohlenhydrathaltigen Lösung zu einer Leistungsverbesserung bei einem Zeitfahren führen kann.

14 trainierte Ausdauersportler absolvierten 2 standardisierte Testläufe. Die Untersuchung wurde dabei postprandial, d. h. nach einem standardisierten Frühstück, durchgeführt. Während eines 1-stündigen Zeitfahren auf einem Fahrradergometer spülten die Probanden ihren Mund entweder mit einer Kohlenhydratlösung (6,4% Maltodextrin) oder mit Wasser, ohne jedoch die Flüssigkeiten zu schlucken. Alle 12,5% der Dauer eines Zeitfahrens wurde eine Mundspülung durchgeführt. Während der Belastung wurden die Herzfrequenz und die Leistung sowie das subjektive Beanspruchungsempfinden mit Hilfe der BORG Skala erfasst.

Weder die Leistung, noch die Herzfrequenz oder die Belastungseinschätzung unterschieden sich bei den beiden Durchgängen. Auch nach Aufteilen der Gesamtfahrzeit in Einzelabschnitte zeigte sich auf keinem der Abschnitte ein signifikanter Unterschied zwischen den Getränken.

Es kann also davon ausgegangen werden, dass entgegen bisheriger Vermutungen das alleinige Spülen des Mundes mit einer kohlenhydrathaltigen Flüssigkeit die Leistung in einem Zeitfahren nicht verbessert.

 

International Journal of Sports Nutrition and Exercise Metabolism, 2009, Bd. 19, 4, S. 400–409

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