Studie

Können Smart-Cranks Ihre Motorik stören?

+

Steigern Smart-Cranks die Leistung auf dem Rad von Radsportlern und Triathleten oder sind sie sogar schädlich? Eine Studie hat sich mit dieser Frage befasst.

Seit einigen Jahren sind die so genannten Smart- Cranks auf dem Markt, mit deren Hilfe das Radtraining von Triathleten und Radsportlern effektiver gemacht werden soll. Diese Kurbeln sind voneinander entkoppelt und drehen sich jeweils eigenständig, so dass sowohl die Zug- als auch die Tretphase je für sich betont trainiert werden können.

Über die Wirksamkeit gibt es aber bislang kaum Untersuchungen. In einer Studie wurde jedoch die Wirkung eines solchen Systems auf die Muskulatur untersucht.

Dabei durchliefen 10 radsporterfahrene Probanden eine Testbatterie auf einem Cyclus-2-Ergometer mit dem Smart-Cranks-System. Während der Testfahrt wurde die elektrische Aktivität der Muskulatur mithilfe eines EMG bei ge- und entkoppeltem System sowie bei verschiedenen Tretfrequenzen gemessen. 

Es zeigte sich, dass das entkoppelte System eine 4,1-fach größere Belastung des vorderen Scheinbeinmuskels bewirkte. Der Beinstrecker wurde 2-mal so stark belastet wie bei einer gekoppelten Kurbel. Zudem hatte die Anwendung des Systems eine deutliche Veränderung der intermuskulären Koordination zur Folge.

Inwiefern also die Verwendung einer solchen Kurbel auch die Wettkampfleistung positiv beeinflussen kann, bleibt fraglich, auch wenn ein betontes Training von Hub- und Tretphase möglich erscheint. Weitere Interventionsstudien müssten dies untersuchen, bevor die Kurbeln uneingeschränkt empfohlen werden können.

 

Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 2009, Bd. 60 (7), S. 172.

Auch interessant

Kommentare