Studie

Aufwärmübungen für Radfahrer

+

Eine neue britische Studie hat gezeigt, dass die Radfahrleistung durch mäßige und intensive Aufwärmübungen gesteigert wird – durch Sprintübungen jedoch nicht.

Die Wissenschaftler wollten die Auswirkungen von 3 unterschiedlichen Aufwärmprogrammen auf die Radfahrleistung während eines 7-minütigen Leistungsversuchs testen. Obwohl weitgehend anerkannt wird, dass die Aufwärmübungen vor der eigentlichen sportlichen Aktivität absolviert werden sollten, tendierten frühere Studien dazu, sich auf die physiologischen Auswirkungen der Aufwärmübungen zu konzentrieren statt auf deren potentielle positive Auswirkungen auf die Leistung.

12 gut trainierte Radfahrer absolvierten 10 Minuten nach einer der folgenden Bedingungen 4 7-minütige Leistungsversuche in beliebiger Reihenfolge:

- ohne Aufwärmübungen (als Kontrollfunktion)

- 6 Minuten intensiver Übungen

-10-12 Minuten mäßiger Übungen, bei denen die Teilnehmer das gleiche Übungspensum absolvierten wie bei den intensiven Übungen (diesmal jedoch ca. doppelt so viel Zeit hatten)

- 30 Sekunden Sprint mit maximaler Kraft

Frühere Studien legten nahe, dass die Auswirkungen der Aufwärmübungen auf die Leistung in Bezug zu den durch diese Übungen verursachten Laktatspiegeln im Blut standen. Die verschiedenen, in dieser Studie eingesetzten Aufwärmprogramme sollten nach einer 10-minütigen Erholungsphase merkliche Unterschiede im Blut-Grundlaktat zur Folge haben. Die Wissenschaftler waren davon ausgegangen, dass intensive Aufwärmübungen, die zu einer leichten „Laktoazidose“ führen, den Kraftoutput während des Leistungsversuchs verbessern würden. Übungen mit mäßiger Intensität hingegen, die keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Laktatspiegel haben, würden auch keine Auswirkung auf den Kraftoutput haben würden. Darüber hinaus wurde davon ausgegangen, dass der Sprint, der zu einer schweren Azidose führt, zu einem geringeren Kraftoutput führen würde.


Diese Theorie erwies sich nur teilweise als richtig, weil:

- die Leistung bis auf die Unterschiede in der Laktatproduktion sowohl nach den mäßigen wie nach den intensiven Übungen um 2,7 % stieg;

- die intensiven Übungen das Grundlaktat im Blut um ungefähr 3mM erhöhten, während die mäßigen Übungen keine Auswirkungen auf den Grundwert hatten,

- die Sprint-Aufwärmübung, die das Grundlaktat im Blut um ungefähr 6mM ansteigen ließ, die Leistung im Vergleich mit der Kontrollfunktion nicht signifikant schwächte.

Fazit:

„Die vorliegende Studie legt nahe, dass mäßige und intensive Übungen als Aufwärmübungen für Leistungen, die von den maximalen oder perimaximalen Raten des aeroben Stoffwechsels abhängig sind, gleich effektiv sind“, schlussfolgern die Wissenschaftler.

„Wichtig ist, dass ein leichter „Säure-Stoß“ durchaus von Vorteil sein kann und dass in einigen wenigen Fällen dieser „Säure-Stoß“ sogar wirkungsvoller ist als die klassischen gemäßigten Aufwärmübungen.“

 

Medicine & Science in Sports & Exercise 2005; 37, 5: S. 838-845

Auch interessant

Kommentare