Radsport

Bike-fitting: Die Vermessung

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Das richtige Setzen der Marker ist entscheidend für eine erfolgreiche Vermessung.

Es gibt viele verschiedene Arten eine Sitzposition zu vermessen. Wichtigste Grundlage ist das Bestimmen von Winkeln im Bereich der Hüfte, der Knie und des Oberkörpers. Da das Fahrradfahren eine dynamische Bewegung ist, sollte auch das Erfassen der Sitzposition unbedingt dynamisch erfolgen.

Das Bestimmen des Kniegelenkwinkels in stehender Position mit Hilfe eines „Goniometers“ liefert immer andere Ergebnisse als das dynamische Vermessen unter Belastung. Grund dafür ist, dass z. B. die bewegliche Pedalachse bei stehenden Vermessungen zu leichten Drehbewegungen führen kann. 

Marker werden häufig falsch gesetzt

So kommt es häufig vor, dass unter Belastung andere Winkel gemessen werden. Wichtig ist zudem, dass beim Bestimmen der Winkel korrekte „Marker“ gesetzt werden. Der Drehpunkt im Knie darf nicht willkürlich erfolgen, sondern muss sich am biomechanischen Drehpunkt des Knies orientieren. Hierbei existieren klare Vorgaben aus dem Bereich der Laufanalyse, die auch bei der Sitzpositionsbestimmung ihre Gültigkeit behalten. Der Untersucher muss dabei Ihren Gelenkspalt im Knie tasten und dann einen bestimmten Abstand nach vorne und hinten suchen und markieren. Wird an dieser Stelle eine falsche Markierung gesetzt, ist faktisch eine Vermessung ungenau. Neben den korrekten Markierungen sind auch die Positionen, in denen ein Gelenkwinkel bestimmt wird, von grundlegender Bedeutung. In der Radvermessung hat sich dabei neben der senkrechten Kurbelstellung die „3-Uhr“ Position etabliert, die in jedem Fall zur Kniegelenksbestimmung herangezogen werden muss. Neben der seitlichen Ansicht müssen zudem Aufnahmen von dorsal und von ventral erfolgen. 

Fazit zur Radbiometrie

Bei der Radeinstellung gibt es keine konkreten Vorgaben für fixe Winkel, die bei einer Einstellung erreicht werden müssen. Stattdessen sind „Toleranzbereiche“ festzulegen und auf die Ziele und Fähigkeiten eines Athleten hin abzustimmen. Dabei zeigt sich, dass grundlegende 2 Typen von Sport- lern unterschieden werden müssen. Makroabsorber sind dabei Athleten, die auch sehr starke Umstellungen ohne Probleme verkraften und die trotz objektiv „wenig optimaler“ Sitzposition sehr hohe Leistungen bringen können. Auf der anderen Seite stehen „Mikroabsorber“ die schon das Verstellen eines Sattels um wenige Millimeter spüren und bewerten können. Wichtig ist, dass die Sitzposition immer in Abstimmung mit den körperlichen Voraussetzungen erfolgt und diese objektiv erfasst werden. Für viele Menschen ist neben dem Radtraining ein individuelles Athletiktraining nicht nur empfehlenswert sondern im Kern ein ergänzendes Pflichtprogramm.

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