Pilates

Was ist Pilates? Eine historische Trainingsmethode aktueller denn je!

Pilates - Eine historische Trainingsmethode für die Tiefenmuskulatur

Wann haben Sie das erste Mal von Pilates gehört? Sofern Sie in Deutschland leben, dürfte dies frühestens vor circa 10 Jahren gewesen sein. Aber Pilates ist keine neue Erfindung der Fitness-Welt. Diese Trainingsmethode, die von ihrem Begründer Joseph Hubertus Pilates als Contrology bezeichnet wurde, entstand bereits ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, wurde bis zur Jahrhundertwende fast ausschließlich in den USA praktiziert und schwappte dann langsam zunächst nach England und danach nach Deutschland über.

Was ist Pilates?

Pilates ist ein höchst effektives Übungssystem, das im Einklang mit einer tiefen, bewussten Atmung und mit hoher Konzentration langsam und präzise durchgeführt wird. Dabei sollen die Bewegungen so fließend und geschmeidig wie möglich ablaufen.

Die Initiierung aller Aktionen erfolgt aus der Körpermitte, so dass im Fokus der muskulären Tätigkeit immer der Rumpf steht. So wird bei richtiger Übungstechnik vordergründig eine starke Bauch- und Rückenmuskulatur sowie eine stabile Wirbelsäulen-Becken-Region aufgebaut. Insbesondere wird aufgrund zahlreicher gleichgewichts-herausfordernder Übungselemente und eher leichter Widerstände die Tiefenmuskulatur aktiviert, die sich direkt an der Wirbelsäule und dem Beckengürtel befindet. Aus diesem Grunde hilft ein professionell angeleitetes, regelmäßiges Pilates-Training die Wirbelsäule vor Verletzungen zu schützen oder diese zu rehabilitieren, wie mittlerweile von vielen Orthopäden bestätigt wird.

Netter Nebeneffekt ist die verbesserte Optik, denn die wirbelsäulen-mobilisierenden und -kräftigenden Bewegungen befreien von Haltungsschwächen. Die damit verbundene verbesserte Aufrichtung des Rückens wird häufig mit dem Effekt beschrieben, dass man durch Pilates sogar ein wenig wachsen würde. Ebenso verschönert Pilates den Körper durch die typische feine Definition der Muskulatur und die geschmeidigere Bewegungsweise. Aus diesem Grunde sind so viele Pilates-Fans Menschen, die im Rampenlicht stehen und denen ihr gutes Aussehen sehr wichtig ist: Schauspieler, Sänger, Models und Tänzer.

Die Konzentration auf die Bewegungsabläufe, die häufig recht choreographisch sind, bündelt die Gedanken beim Training ganz auf das Ich, so daß die Sorgen und Probleme des Alltages ruhen müssen. Das In-sich-gehen hat einen meditativen Effekt und bewirkt einen aktiven Stressabbau sowie eine wohlige Entspannung. Kein Wunder, dass man sich nach dem Training frisch und erholt fühlt.

 

Besteht Pilates aus Bodenübungen?

Sicher werden Sie genau das denken, denn in den Fitness-Studios werden fast ausschließlich Pilates-Übungen auf der Matte angeboten. Aber klassisches Pilates ist vordergründig ein Geräte-Training. Viele verschiedene spezielle Pilates-Groß-Geräte, bei denen gegen Metallfeder-Widerstände gearbeitet wird, kommen bei diesem Ganz-Körpertraining zum Einsatz und sind aus einem effektiven Pilates-Training nicht wegzudenken. Je nach Übung erschwert oder unterstützt der Federzug die Bewegungen.

 

Sind sich Pilates und Yoga ähnlich?

Im Detail betrachtet sind es zwei ganz unterschiedliche Bewegungsformen. Dennoch gibt es tatsächlich auch einige Gemeinsamkeiten zwischen Pilates und Yoga. Joseph Pilates selber hat einige Elemente aus den Asanas übernommen und in sein Trainingskonzept integriert. Wobei Yoga doch häufig auch einen stärkeren spirituellen und lebensumspannenden Hintergrund hat, so spielen bei beiden Methoden die Atmung und die ruhige und konzentrierte Bewegungsweise eine wichtige Rolle.

Während im Pilates die dreidimensionale, tiefe Brustkorbatmung bevorzugt wird, atmen die Yogis vor allem in den Bauch. Beide Atem-Stile haben ihre Berechtigung für den Zweck der Sache. Im Pilates geht es primär um die Stabilisierung des Lendenwirbelsäulen-Beckenbereichs und um das Halten einer gewissen Grundspannung von tiefer Beckenboden- und Bauchmuskulatur, während es beim Yoga vor allem um die Verbesserung der Atemtiefe, der größeren Bewegungsamplitude des Zwerchfells und den Entspannungseffekt geht.

Vergleicht man die Bewegungsweise beider Stile, so fällt auf, dass Pilates immer dynamisch ist - es handelt sich um einen ständigen Wechsel von Muskelanspannung (konzentrisch/exzentrisch) und –entspannung, währenddessen im Yoga das Halten von Positionen (Asanas) im Vordergrund steht. Die Verbesserung der Muskelkraft- und kraftausdauer ist im Pilates effektiver als beim Yoga. Ist primär eine Verbesserung der Flexibilität gewünscht, so könnte Yoga Pilates den Rang ablaufen.

 

Michaela Bimbi-Dresp

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