Pilates

Fachbegriffe im Pilates

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Verstehen Sie Pilates? Wenn nicht lernen Sie hier die wichtigsten Fachbegriffe

Verstehen Sie alle Fachbegriffe in Ihrem Pilates Training? Was genau ist eigentlich das Power House, die C-Kurve, ein Imprint oder eine Schulterblatt Stabilisierung? Michaela Bimbi-Dresp übersetzt für Sie: Pilates-Deutsch, Deutsch-Pilates

Was meint mein Pilates-Trainer?

Sofern Sie sich bereits im Pilates-Training befinden, sind Sie sicher schon viele Male mit verbalen Anleitungen konfrontiert worden, die Sie nicht auf Anhieb verstanden haben. Das liegt daran, dass qualifizierte Pilates-Trainer weltweit gültige Fachbegriffe verwenden, die die Ausrichtung Ihres Körpers oder die Aktivierung Ihrer Muskulatur in Kurzform beschreiben. Wie im Ballett gibt es auch im Pilates eine Art Repertoire - nur wenn Sie diese Anleitungen verstehen und befolgen, trainieren Sie mit der richtigen Technik und holen das Beste aus Ihrem Pilates-Training heraus. Was sich beim Einstieg in das Pilates-Training ein wenig wie eine Fremdsprache anhört, geht schon bald - aufgrund der zahlreichen Anleitungs-Wiederholungen – in Fleisch und Blut über und macht dann keine Probleme bei der Umsetzung mehr.

 

Das Powerhouse

Mit Powerhouse wird die Muskulatur in Ihrer Körpermitte, zwischen Ihren Rippen und Ihren Hüften, bezeichnet (siehe Artikel „Pilates für das Powerhouse“). Noch bevor Sie eine sichtbare Bewegung, beispielsweise Ihrer Arme, Beine oder Wirbelsäule, beginnen, aktivieren Sie die Muskulatur des Powerhouses. Am besten üben Sie die Aktivierung in Rückenlage mit aufgestellten Beinen: Atmen Sie einmal gut durch und während Sie kräftig ausatmen, spannen Sie den Beckenboden und die Bauchmuskeln an und ziehen Sie sanft die unteren Rippenbögen zueinander und hinunter zur Hüfte. Wenn Sie es richtig gemacht haben, hat sich Ihr Bauchnabel leicht nach unten, also Richtung Wirbelsäule, abgesenkt und Sie haben das Gefühl, dass sich ein Korsett um Ihre Taille schmaler gezogen hat. Prägen Sie sich dieses Gefühl gut für alle Übungen im Pilates ein.

 

Die Pilates-Position (Pilates Stance)

Hiermit wird eine leichte Außenrotation im Hüftgelenk bezeichnet. Allerdings nicht so stark wie im Ballett, sondern nur eine ca. 15° Auswärtsdrehung der Beine. Die Bewegung erfolgt aus der Hüfte. Das Ergebnis sind leicht nach außen zeigende Kniescheiben und Fußspitzen. Die Fersen sind zusammen und die Beine leicht zueinander gezogen, wodurch die Muskulatur der Adduktoren (Innenseite Oberschenkel) und des Gesäßes (Gluteus Maximus) stärker aktiviert werden kann.

 

Parallel

Hiermit wird einen parallele Beinachse bezeichnet. Hüft-, Kniegelenk und 2./3. Zeh stehen in einer Linie übereinander. Es gibt keine Außen- oder Innendrehung im Hüftgelenk. Fußspitzen und Kniescheiben zeigen nach vorn.

 

Neutral

Dieser Begriff bezieht sich auf die anatomisch korrekte Stellung der Wirbelsäule. In Rückenlage mit aufgestellten Beinen liegt das Becken so, dass Hüftknochen und Schambein ungefähr eine horizontale Ebene zum Boden bilden (auf diesem Dreieck könnten Sie ein Glas Wasser abstellen). Die Lendenwirbelsäule hat etwas Luft zur Matte - hier könnten Sie ein Blatt Papier zwischen Rücken und Matte legen. Wissen Sie, wo sich Ihre Lendenwirbelsäule befindet? Ihre Lendenwirbelsäule befindet sich etwas mehr als Handbreit über Ihrem Becken.

 

Imprint

Imprint bedeutet eine kleine Beckenkippung nach hinten: Durch Anspannung von Beckenboden- und Bauchmuskulatur wird das Becken zur Matte geneigt, sodass sich die Lendenwirbelsäule zum Boden verlängert. Keinesfalls setzen Sie hierfür die Gesäßmuskulatur ein, denn Sie sollen die Lendenwirbelsäule nicht in die Matte pressen. Diese kleine Kippung ist eine Art Sicherheitsstellung, um den unteren Rücken zu schützen, wenn die Übungen für die Bauchmuskeln sehr anstrengend werden und ein Hohlkreuz vermieden werden soll. Für alle Einsteiger ist imprint am besten geeignet, wenn während der Übung in Rückenlage beide Beine in der Luft sind und keine Basis mehr haben. Imprint eignet sich auch für Personen, die eine sehr schwache Bauchmuskulatur oder ein haltungsbedingtes Hohlkreuz haben.

 

Table Top (90/90)

Bei Übungen in Rückenlage werden häufig beide Beine in die Luft angehoben und so gehalten, dass sich ein 90°-Winkel sowohl im Hüft- als auch im Kniegelenk bildet. Die Oberschenkel bilden eine vertikale Linie zur Zimmerdecke und die Unterschenkel sind parallel zum Boden. Auf den Unterschenkeln könnten Sie ein Glas Wasser abstellen.

 

C-Kurve (C-Curve)

Bei vielen Übungen wird der Rücken in der Form des Buchstaben C gerundet: beispielsweise wenn Sie vom aufrechten Sitzen langsam die halbe Strecke zur Matte hinunterrollen (Half Roll Back). Dabei kippen Sie erst Ihr Becken nach hinten und rollen dann beginnend mit der Lendenwirbelsäule Wirbel für Wirbel nach unten ab – das Ergebnis ist ein Rücken, der aussieht wie ein C. Der Bauchnabel ist dabei fest nach innen und zur Wirbelsäule gezogen.

 

Schulterblatt-Stabilisierung (Scapula Stabilization)

Häufig werden Sie im Training aufgefordert, Ihre Schulterblätter zu stabilisieren: Gemeint ist hier das leichte Zueinander- und Hinunterziehen der Schulterblätter zur Hüfte. Muskulär aktivieren Sie dazu die Muskulatur zwischen und unterhalb der Schulterblätter (vor allem den mittleren und unteren Anteil des Trapezius). Halten Sie immer einen großen Abstand zwischen Schultern und Ohren – so als würden sie Nackenringe aus Metall tragen und lassen Sie Ihr Schlüsselbein lächeln, indem Sie es groß ziehen.

 

Michaela Bimbi-Dresp

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