Olympianorm für Sailer und Nytra

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Verena Sailer unterbot die Olympia-Norm

Mannheim - Verena Sailer und Carolin Nytra haben beim Olympia-Testwettkampf des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am Samstag im heimischen Mannheim souverän die Olympianorm geschafft.

Mannheim (SID) - 100-m-Europameisterin Verena Sailer und Hallen-Europameisterin Carolin Nytra haben beim Olympia-Testwettkampf des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am Samstag im heimischen Mannheim souverän die Olympianorm für die Sommerspiele in London (27. Juli bis 12. August) geschafft.

Die 26 Jahre alte Sailer lief im ersten von zwei Zeitläufen bei einem für die Anerkennung zulässigen Rückenwind von 1,5 Metern pro Sekunde 11,19 Sekunden und lag damit sechs Hundertstelsekunden unter der vom DLV geforderten Zeit (11,25). Im zweiten Rennen steigerte sich Sailer bei zu starkem Wind (2,6 m/s) auf 11,13 Sekunden. "Ich fühle mich richtig gut, habe gut trainiert und bin erleichtert, dass ich die Olympianorm habe. Ich will in diesem Jahr meine Bestzeit angreifen", sagte Sailer, deren persönliche Bestmarke seit ihrem Goldlauf bei der EM 2010 in Barcelona bei 11,10 liegt.

Die ein Jahr ältere Nytra legte nach und lief in ihrem ersten Freiluftrennen seit 22 Monaten bei gleicher Windunterstützung 12,74 Sekunden. Beim viertschnellsten Rennen ihrer Karriere blieb sie sogar 18 Hundertstel unter der DLV-Norm. "Ich hätte nie gedacht, dass ich schon so schnell sein kann", sagte Nytra.

Die 27-Jährige ließ nach dem Zieldurchlauf ihrer Freude freien Lauf und stürmte zunächst in die Arme von Heim- und Bundestrainer Rüdiger Harksen, anschließend gab es für ihren Freund, Weitsprung-Hallen-Europameister Sebastian Bayer, ein Küsschen. "Wer weiß, was ich durchgemacht habe, kann sich vorstellen, wie groß meine Erleichterung ist. Ich bin froh, dass ich meinen Freunden und meinem Umfeld, das mich ertragen musste, etwas zurückgeben konnte", sagte Nytra, die in Gegensatz zu Verena Sailer auf den zweiten Zeitlauf verzichtete. Carolin Nytra war 2011 nach Muskelfaserriss und Rückenproblemen nicht gestartet. Bei der Hallen-DM 2012 in Karlsruhe hatte sie einen Muskelfaserriss erlitten.

Vom Verletzungspech geplagt war auch Verena Sailer. "Ich komme aus einem Jahr, in dem ich verletzt war", sagte die Mannheimerin und hatte nach zuletzt erreichten 11,34 Sekunden in Weinheim auf fehlende Wettkampfpraxis verwiesen. Im Juli 2011 hatten sie hartnäckige Beschwerden an der Achillessehne zum Saisonabbruch gezwungen.

Über 110 m Hürden steigerte sich Alexander John (Leipzig) auf 13,39 Sekunden. Die Olympianorm (13,49) hatte John bereits in der Tasche. Den London-Richtwert erfüllte im zweiten Zeitlauf als dritter deutscher Hürdensprinter Matthias Bühler (Offenburg/13,40).

Über 100 m der Männer gelangen dem Berliner Lucas Jakubczyk bei leicht irregulärem Rückenwind (2,3 m/s) 10,17 Sekunden. Die deutsche Dreisprung-Rekordhalterin Katja Demut (Jena) wurde beim Sieg von Jenny Elbe (Dresden/13,83) mit schwachen 13,55 m nur Dritte. Beide verpassten sowohl die Olympia- (14,30) wie auch die EM-Norm (14,00) deutlich.

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