Neuer Dopingskandal in Italien

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Erneuter Dopingskandal in Italien

Rom - Die Staatsanwaltschaft der Stadt Padua wirft mehreren Radprofis, Sportmanagern, Ärzten und Geschäftsleuten Doping, Geldwäsche, Betrug sowie Steuerhinterziehung vor.

Rom (SID) - Ein neuer Dopingskandal erschüttert den italienischen Rasport. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Padua hat Ermittlungen gegen mehrere Radprofis, Sportmanager, Ärzte und Geschäftsleute eingeleitet, denen Doping, Geldwäsche, Betrug sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen werden. Die Beteiligten sollen illegal erwirtschaftetes Geld auf Bankkonten in der Schweiz deponiert haben.

Im Visier der Ermittler steht auch ein Funktionär einer Bank in Locarno. Das berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch. Der Verdacht lautet auf illegale Geldwäsche von Geldern, die mit illegalen Sportpraktiken erwirtschaftet wurden.

Der Staatsanwalt der norditalienischen Stadt Padua, Benedetto Roberti, geht einem zwischen Italien, der Schweiz und Monte Carlo aktiven Kriminellenring nach. Der soll mit Doping die Leistungen von Radprofis gesteigert haben, um die aus den Erfolgen resultierenden Einnahmen auf anonyme Bankkonten in der Schweiz zu deponieren. Die Organisation konnte auf diesem Weg angeblich Dutzende Millionen Euro Umsatz pro Jahr generieren, so das Blatt.

In den Sog der Ermittlungen sollen namhafte Profis wie der Russe Denis Menschow geraten sein. Von einem Bankkonto des Giro d'Italia-Siegers wurden angeblich 2,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Ermittlungen laufen wohl auch gegen den Italiener Michele Scarponi. Drahtzieher der Organisation soll nach Angaben der Ermittler Radsportmanager Raimondo Scimone sein, der Profis mit Sponsoren und Teams in Verbindung gebracht haben soll.

Die Staatsanwaltschaft Padua führt seit 2010 eine internationale Untersuchung, in die auch das FBI, der amerikanische Dopingermittler Jeff Novitzky und Interpol eingebunden sind.

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