Nachlässige Bayern bleiben Maß aller Dinge

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Franck Ribéry macht das zweite Tor für die Bayern

Augsburg - Auch ohne Bastian Schweinsteiger und trotz einer biederen Vorstellung bleibt Bayern München in der Bundesliga das Maß aller Dinge: Der Rekordmeister gewann beim FC Augsburg 2:1.

Augsburg (SID) - Auch ohne Bastian Schweinsteiger und trotz einer biederen Vorstellung bleibt Bayern München in der Fußball-Bundesliga das Maß aller Dinge. Im ersten Spiel nach dem Schlüsselbeinbruch des Mittelfeld-Chefs siegte der phasenweise nachlässige deutsche Rekordmeister bei Liga-Neuling FC Augsburg mit 2:1 (2:0). Die Mannschaft von Jupp Heynckes baute dadurch ihre Tabellenführung vor Meister Borussia Dortmund damit wieder auf fünf Punkte aus. Anatolij Timoschtschuk sah kurz vor Schluss (90.+3) noch die Rote Karte nach einem schweren Foulspiel und wird ebenso wie Schweinsteiger den Bayern einige Zeit fehlen. Augsburg rutschte nach der dritten Heimniederlage auf den letzten Platz ab.

Im ersten schwäbisch-bayerischen Bundesliga-Derby hatten die Münchner nach Toren von Mario Gomez mit einem Abstauber per Kopf (16.) und Franck Ribéry mit einem Flachschuss (28.) zunächst für klare Verhältnisse gesorgt. Hajime Hosogai machte es aber mit dem Anschlusstreffer in der 59. Minute noch einmal spannend.

Der haushohe Favorit wurde vom Aufsteiger eigentlich kaum einmal gefordert, brachte sich jedoch durch eine unkonzentrierte Leistung in der zweiten Hälfte selbst in Schwierigkeiten. Zu auffällig trat bis dahin die individuelle Überlegenheit der Bayern zu Tage. Auch die neue Schaltzentrale im Mittelfeld wurde lange keinem Härtetest unterzogen. David Alaba, der für Schweinsteiger auflief, und Timoschtschuk offenbarten zwar hier und da Mängel und bestimmten weit weniger den Spielrhythmus wie der fehlende Nationalspieler. Dennoch wurde der FCA relativ klar beherrscht.

Augsbrug stemmte sich insgesamt tapfer gegen den übermächtigen aus der Landeshauptstadt, doch zu limitiert waren letztlich die Mittel der Schwaben. Beim nach der Länderspielpause bevorstehenden Gipfel mit Borussia Dortmund wird sich die Heynckes-Elf gewiss einer größeren Herausforderung stellen müssen und ein ähnlicher Leistungsabfall wie in der zweiten Hälfte dürfte bestraft werden.

Der FC Bayern begann das Spiel schon leicht unsortiert. Im Aufbauspiel leistete sich der Ligakrösus manchen Fehlpass. Augsburg hielt mit großem Einsatz dagegen und konzentrierte sich zunächst auf eine gut geordnete Defensive. Die Elf von Trainer Jos Luhukay, die noch immer auf den ersten Heimsieg in der Bundesliga wartet, tastete sich über Konter nach vorne. Nach einem leichtfertigen Patzer von Timoschtschuk hatte dann FCA-Stürmer Sascha Mölders die erste gute Chance (9.).

Die Klasse der Münchner, die in der Bundesliga das erste Mal seit Anfang März ohne Schweinsteiger antraten, offenbarte sich dann jedoch beim Führungstor. Ribéry schlug einen Eckball präzise auf den Kopf von Daniel van Buyten. Der Belgier scheiterte zwar an Torhüter Mohamed Amsif, der anstelle des verletzten Stammkeepers Simon Jentzsch zu seinem Erstligadebüt kam. Doch Gomez war zur Stelle und nickte per Kopf zu seinem 13. Saisontreffer ein.

In der Folge beherrschten die Bayern das Spiel deutlich, ohne aber die spielerische Dominanz der letzten Wochen zu zeigen. Ribéry setzte sich dann halblinks im Strafraum gegen Dominik Reinhardt und Hosogai durch und schoss zu seinem sechsten Tor in dieser Spielzeit ein. Toni Kroos hätte in seinem 100. Bundesligaspiel schon kurz nach Wiederbeginn letzte leise Zweifel an einer Sensation beseitigen können, schoss aber daneben (48.).

Augsburg bekam Oberwasser, als Hosogai überraschend der Anschluss gelang. Nach einer Ecke des starken Tobias Werner, der Rafinha vor einige Probleme stellte, köpfte Daniel Brinkmann den Ball quer zum Japaner. Hosogai zog direkt ab und auch ein Rettungsversuch von Alaba nutzte nichts mehr. In der 83. Minute vergab dann der eingewechselte Edmond Kapllani die Riesenchance zum Ausgleich, als er an Neuer scheiterte. Der nimmermüde Einsatz der Schwaben wurde jedoch nicht mehr belohnt, Bayern zitterte sich zu den drei Punkten.

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