Leverkusen blamiert sich nach 3:0-Führung

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Schoss das Siegtor: Alexander Schnetzler

Dresden - Vize-Meister Bayer Leverkusen ist im DFB-Pokal trotz einer 3:0-Führung sensationell beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden ausgeschieden.

Dresden (SID) - Vize-Meister Bayer Leverkusen ist im DFB-Pokal trotz einer 3:0-Führung sensationell beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden ausgeschieden. Die Werkself schien beim Pflichtspiel-Debüt des neuen Trainers Robin Dutt nach Treffern von Eren Derdiyok (6.), Sidney Sam (12.) und André Schürrle (49.) auf dem Weg zu einem sicheren Sieg, war jedoch dann völlig von der Rolle und verlor noch 3:4 (3:3, 2:0) nach Verlängerung. Sebastian Schuppan (67.), Robert Koch (70./86) und der eingewechselte Alexander Schnetzler (117.) mit einem Traum-Lupfer drehten das Spiel und blamierten Bayer.

Vor 25.959 Zuschauern hatten die Gäste äußerst engagiert begonnen. Dutt war anzumerken, dass er seinen Einstand auf keinen Fall vergeigen wollte. Der 46-Jährige sprang immer wieder von der Bank auf und dirigierte das Spiel seiner Mannschaft. Er ordnete konsequentes Pressing an, und sein Team gehorchte. Dresden wurde in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Mit dem wuchtigen Kopfball von Derdiyok war die Abwehrwand erstmals durchbrochen, beim 2:0 durch Sams Heber nach Pass von Simon Rolfes sah Dynamos neuer Keeper Dennis Eilhoff nicht gut aus.

Mit dem 2:0 im Rücken ließen es Dutts Schützlinge etwas ruhiger angehen. Dresden konnte die sich bietenden Räume aber nicht nutzen. Die Sachsen wirkten vor allem in der Defensive verunsichert und luden die Gäste durch Fehlpässe im Spielaufbau immer wieder zu Gegenstößen ein.

Nach dem Wechsel war zunächst ein kleines Aufbäumen bei den Gastgebern auszumachen, doch spätestens Schürrles Treffer sorgte für neue Ernüchterung. In gewohnter Manier zog der Jung-Nationalspieler von links in Richtung Mitte und schlenzte den Ball ins lange Eck.

Spannend wurde es dann unverhofft doch noch, Dresden bäumte sich auf, als niemand mehr damit gerechnet hatte. Im Leverkusener Strafraum brannte es an allen Ecken und Enden, der eingewechselte Michael Ballack schaffte es nicht, im Mittelfeld für Ruhe zu sorgen - seine Mannschaft brach auseinander.

Dutt hatte Ballack eine Woche vor dem Bundesliga-Start gegen den FSV Mainz 05 eine Stunde lang auf der Bank sitzen lassen, dafür kamen Lars Bender und Simon Rolfes im zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Nach seiner Einwechslung ordnete sich Ballack im defensiven Mittelfeld ein, doch Bayer ging unter.

Erst in der Verlängerung machten die Gäste wieder Druck, liefen jedoch nach einem Eckball in einen Konter, den Schnetzler herrlich zum Siegtor abschloss. Im Dresdner Stadion war die Hölle los.

Bei den Gastgebern waren Koch und Marcel Heller noch die auffälligsten Spielern. Auf Seiten der Rheinländer ragte Schürrle heraus.

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