Lahm plädiert für Versöhnung

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Lahm hofft auf eine Versöhnung von Ballack und Löw

München - Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm hat sich für eine Versöhnung des Bundestrainers Joachim Löw mit seinem Vorgänger Michael Ballack ausgesprochen.

München (SID) - Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm hat sich für eine Versöhnung des Bundestrainers Joachim Löw mit seinem Vorgänger Michael Ballack ausgesprochen. "Es war schade, dass alles so auseinander gegangen ist. Michael Ballack ist ein verdienter Spieler der Nationalelf. Ich glaube, jeder wünscht ihm, dass sein Abschied schön über die Bühne geht. Am schönsten wäre es, wenn am Ende alles in Ordnung ist", sagte der Verteidiger von Bayern München im Bild-Interview.

Zuletzt hatte es wiederholt Bemühnungen des designierten DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach gegeben, die Differenzen zwischen Löw und Ballack seit dessen Ausbootung im vergangenen Jahr auszuräumen. Ballack äußerte sich in den vergangenen Tagen zu diesem Thema allerdings sehr zurückhaltend.

Zugleich hat Lahm die anhaltende Euphorie um die DFB-Auswahl, aber auch um den FC Bayern gebremst. "Zu einer großen Ära gehören internationale Titel. Das ist uns bewusst. Wir waren WM-Dritter, EM-Zweiter, WM-Dritter, mit Bayern im Champions-League-Finale. Wenn es in den nächsten vier Jahren, wo ich dabei bin, nicht mit Titeln klappt, wird man nicht von einer großen Ära oder einer goldenen Generation sprechen können. Daran lasse ich mich messen", sagte der 28-Jährige.

Deshalb wäre bei der EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) auch niemand mit dem zweiten Platz zufrieden. "Wir haben die Qualität, ins Finale zu kommen", betonte Lahm, schränkte aber ein: "Wir sind jedoch nicht der Topfavorit. Das ist Spanien, der Welt- und Europameister. Aber: Wir waren schon 2010 im WM-Halbfinale näher an ihnen dran als 2008 im EM-Finale. Und wir sind jetzt nochmal näher heran gekommen."

Was seine persönliche Zukunft anbelangt, kann sich Lahm durchaus ein Karriereende beim FC Bayern vorstellen. "Warum sollte ich denn nicht für immer bleiben? Das ist meine Heimat, mein Heimatverein. Ich kann die Entwicklung mitgestalten. Wir haben jetzt die Chance, längerfristig ganz oben dabei zu sein. Und ich werde auch nach meiner Karriere dem Fußball treu bleiben - in welcher Rolle auch immer", sagte der Münchner Kapitän.

Mit dem Gedanken, noch einmal ins Ausland zu gehen, habe er dagegen zuletzt "nicht mehr gespielt. Ich habe meine besten Fußballjahre jetzt und in den nächsten paar Jahren. Es heißt zwar: Sag' niemals nie - aber im Moment gibt es für mich keinen Grund, hier etwas zu ändern."

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