Studie

Ist AMS-Anfälligkeit vorhersagbar?

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Die akute Höhenkrankheit (AMS) tritt bei schnellem Aufstieg in große Höhen auf. Bei manchen Bergsteigern zeigt sich diese Erkrankung schon in geringeren Höhen von 2.000 m, während sie bei anderen erst ab 5.000 m auftritt.

Die genaue Kenntnis der individuellen Anfälligkeit für AMS ist wichtig, um entsprechende präventive Strategien entwickeln zu können. Weiß ein Sportler nämlich, dass er besonders anfällig für diese Erkrankung ist, kann er sich darauf einstellen und langsamer aufsteigen.

Um die Vorhersagbarkeit der AMS-Anfälligkeit zu untersuchen, führten österreichische Wissenschaftler eine Metastudie durch (d. h. eine Zusammenfassung der Daten früherer Studien in diesem Bereich). Sie werteten 16 wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema aus und verknüpften die Daten mit denen früherer Beobachtungen in ihrem eigenen Labor.

Sie kamen zu dem Schluss, dass die Werte der arteriellen Sauerstoffsättigung die wichtigste Aussage für die Anfälligkeit für AMS sind. Diese Werte wurden nach 20–30 Minuten Aufenthalt in einer sauerstoffarmen Umgebung, die die Verhältnisse in einer Höhe von 2.300–4.200 m simulierte, ermittelt (je geringer die Sauerstoffsättigung, desto größer ist die Gefahr von AMS). Da auch die Aktivierung des sympathischen Nervensystems während der akuten Exposition in einer sauerstoffarmen Umgebung zur Entwicklung von AMS beitragen kann, vermuteten sie zudem, dass Parameter wie Herzfrequenzvariabilität oder Blutlaktat die Wahrscheinlichkeit noch verstärken können.

Sollten sich diese Ergebnisse noch bestätigen, könnte die Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung in einer simulierten Höhenumgebung für Bergsteiger ein weiteres wichtiges Instrument zur Beurteilung der Anfälligkeit für AMS darstellen.


Sleep Breath, 2007

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