THW Kiel: Schulterschluss mit Bundestrainer

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Hält viel von Bundestrainer Heuberger: A. Gislason

Köln - Rekordmeister THW Kiel hofft auf einen Schulterschluss mit dem neuen Bundestrainer Martin Heuberger und will im Streit um mangelnde Nachwuchsförderung einlenken.

Köln (SID) - Rekordmeister THW Kiel hofft auf einen Schulterschluss mit dem neuen Bundestrainer Martin Heuberger und will im Streit um mangelnde Nachwuchsförderung einlenken. "Es gibt keine Nation, die im Handball so viele Talente hat wie Deutschland. Nur warum kommen die nicht weiter?", so THW-Trainer Alfred Gislason.

Mit dem Wechsel im Bundestraineramt scheint plötzlich eine Entspannung zwischen dem Rekordmeister und dem DHB möglich. In den vergangenen Jahren war das Verhältnis eher angespannt, da der bisherige Bundestrainer Heiner Brand die großen Klubs wie Kiel für die mangelnde Anschlussförderung der deutschen Talente verantwortlich gemacht hatte.

Nun scheint auf dieser Ebene ein Neuanfang möglich, auch weil Gislason Heuberger für den richtigen Mann hält. "Heuberger hat in den letzten Jahren großartige Erfolge mit den deutschen Junioren gefeiert, deshalb hat er sich diese Chance verdient. Ich glaube, dass wir eine gute Zusammenarbeit haben werden", sagte Gislason im Gespräch mit Handball-World.

Auf den Nachwuchs bezogen fordert der 51-jährige einen Mentalitätswandel und ein Umdenken bei jüngeren Spielern. Er rät ihnen schon früh den Horizont zu erweitern und befürwortet daher Schritte wie den des Junioren-Nationalspielers Christian Dissinger, der von Friesenehim nach Schaffhausen in die Schweiz wechselt. "Ich finde es gut, dass junge Spieler andere Kulturen kennenlernen. Ich wäre auch dafür, dass junge Spieler nach Spanien gehen und sich dort weiterentwickeln", betonte Gislason.

Man müsse in der deutschen Jugendarbeit neue, kreative Wege gehen, auch weil der DHB nicht die finanziellen Möglichkeiten habe wie etwa Frankreich, die mit 75 Scouts nach Talenten suchen. Um die Zukunft des Deutschen Handballs macht sich der Isländer aber keine Sorgen, auch weil man in Zukunft offen und konstruktiv miteinander umgehen will.

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