Waffenloser Kampf

Selbstverteidigung ohne Hilfsmittel (Teil I)

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Der Körper ist eine mächtige Waffe, die unserem Schutz dienen kann. Doch eine gute Selbstverteidigung erfordert Kenntnisse und Training.

Die Vermeidung und die Abwehr von Angriffen durch den Menschen wird als Selbstverteidigung bezeichnet. Um sich selbst verteidigen zu können, muss man sich zunächst mit den körperlichen Werkzeugen, die der Mensch immer bei sich hat, auseinandersetzen, um sie kennenzulernen.

Was ist Selbstverteidigung?

Die Geschichte der Selbstverteidigung ist so alt wie die Menschheit. Sie entwickelte sich aus wiederholten Erfahrungen, in denen ein Unbewaffneter von einem Stärkeren und Bewaffneten angegriffen und verletzt wurde. Wie das Wort schon sagt heißt Selbstverteidigung nichts anderes, als sich aus einer Gefahrensituation zu retten. In erster Linie geht es nicht darum, den Angreifer auch anzugreifen, sondern sich selbst zu schützen. Dann kommt die Phase, in der man versucht, den Gegner kampfunfähig zu machen und ihm Angst einzujagen, z. B. durch einen lauten Kampfschrei (Kiyaaa). Diese Phasen müssen unverzüglich nacheinander geschehen, denn in einer Gefahrensituation hat man nicht lange Zeit zu überlegen. Es heißt immer „beschützen“, angreifen“, “abhauen“.

 

Strategie gegen die Angst

Einige Ängste sind real und lassen sich auch nicht vermeiden. Wer nachts auf der Straße unterwegs ist, wird durch Angst zu vorsichtigem und vernünftigem Verhalten angeregt. Doch zu viel Vernunft und Angst kann uns behindern. Kenntnisse im Kampfsport und in der Selbstverteidigung helfen uns, unser Selbstbewusstsein zu trainieren und zu verbessern.

 

Die gefährlichste Waffe ist der Mensch

Der Körper ist eine mächtige Waffe, deshalb sind wir nie unbewaffnet. Doch nicht jeder kann diese Waffe einsetzen. Anders als bei Gegenständen müssen wir unseren Körper trainieren, das heißt kennenlernen und stärken. Schaffen wir es Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen, erscheinen wir selbstbewusst und sind mächtig und stark.

Im Folgenden werden Ihnen die effektivsten Werkzeuge gezeigt die man besitzt, um sich verteidigen zu können.

 

Obere Extremitäten

Die Vorderfaust

Abb. 1: Die Forderfaust

Für einen Angriff auf das Philtrum, die Rippen, den Solarplexus, den Brustkorb, den Unterleib und den Kinnladen wird die Vorderfaust verwendet. Hierbei geht es um einen Schlag mit den kräftigsten Knöcheln des Zeigefingers. Damit man die zum Schlag verwendeten Teile mit dem Ziel in engen Kontakt bringen kann, muss die Oberfläche und die Vorderseite der Faust einen rechten Winkel bilden. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass das Handgelenk nicht nach oben oder nach unten gekrümmt wird. Es ist erlaubt, die Handgelenke leicht nach innen zu rotieren, damit das Gelenk den Druck des Schlags besser abfangen kann.

 

Der Faustrücken

Abb. 2: Der Faustrücken

Dieser Angriff ist einer der gefährlichsten Schläge, die es im Kampfsport gibt. Hauptsächlich wird er für einen Angriff auf den Schädel, die Schläfen, das Philtrum, die Rippen und den Unterleib verwendet. Normalerweise sollten die Hauptknöchel des Zeige- und Mittelfingers benutzt werden. Es ist aber viel kraftvoller, die Wucht des Schlages punktuell nur auf einen der beiden Knochen zu verteilen. Wichtig ist, dass das Handgelenk gerade bleibt, damit es beim Auftreffen nicht bricht.

 

Die Handfläche

Abb. 3: Die Handfläche

Um die Handfläche zu stärken, werden alle Finger nach hinten geneigt. Die Konzentration ist auf der Handfläche. Diese Technik wird zum Abfangen eines Schlags, aber auch als Angriff z. B. auf das Gesicht (Backpfeife) verwendet. Die Handfläche kann aber auch benutzt werden, um einen Gegner auf Distanz zu halten. (Schubsen)

 

Die Knöchelfaust

Abb. 4: Die Knöchelfaust

Bei diesem Angriff wird das Ziel mit dem jeweiligen herausgehobenen Fingerknöchel getroffen. Man kann sich aussuchen, ob man mit dem Knochen des Zeigefingers oder mit dem Knochen des Mittelfingers treffen möchte. Dieser Schlag ist nur dann effektiv, wenn er auf eines der lebenswichtigen Organe trifft. Er funktioniert nur dann, wenn er präzise und genau ausgeführt wird. Man kann sogar aus sehr geringer Entfernung für eine lebensbedrohliche Situation sorgen.

 

Der Handwurzelballen 

Abb. 5: Der Handwurzelballen

Das Handgelenk wird nach oben gekrümmt und die Hauptknöchel werden in Richtung der Handfläche geneigt. Die Wucht dieses Schlags ist gewaltig und kann sehr schmerzhaft für den Gegner sein, wenn er richtig ausgeführt wird. Hier bietet es sich an, die Handgelenke zu stabilisieren. Die Liegestützposition und Halteübungen auf der Faust sind geeignet, um die Stabilisation zu trainieren. Dieser Schlag wird oft durch Eliteeinheiten und Sonderkommandodienste verwendet, um den Gegner kampfunfähig zumachen. Ziel ist es, den Gegner auf die Nase, den Kinnladen und die Kinnspitze zu treffen.

 

Die Rückhandkante

Abb. 6: Die Rückhandkante

Mit der Handkante zwischen dem kleinen Finger und dem Handgelenk trifft man den Gegner auf den Hals, die Spitze des Kinns, die Rippen und das Philtrum. Dieser Angriff hat Ähnlichkeit mit der normalen Handkantentechnik, doch hierbei wird der Daumen stark in Richtung der Handfläche geneigt, sodass die beteiligten Muskeln der Handaußenkanten kontrahiert werden und eine gewisse Schutzfunktion bilden. Es ist auch üblich, diese Technik als Abwehr gegen einen frontalen Angriff einzusetzen. Dann ist sie nicht nur Abwehr, sondern gleichzeitig ein Angriff auf das Handgelenk des Angreifers und ist sehr schmerzhaft.

 

Fazit

Auch wenn man sich mit Kampfkunst oder einem Kampfsport wie Taekwondo nicht anfreunden kann, dann empfehle ich Jedem, zumindestens einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen. Mit Selbstverteidigung kann man bereits in jungen Jahren anfangen und in den meisten Fällen wird dadurch das Interesse, mit dem Kampfsport anzufangen, automatisch geweckt. Probieren Sie einfach mal einen Schnupperkurs aus und achten Sie darauf, wie selbstsicher sie plötzlich werden.

Weitere Werkzeuge des menschlichen Körpers werden Sie in meinem Folgeartikel kennenlernen.

 

Vahab Yektapour

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