Kampfsport

Sumoringen: Regeln, Organisation, Ernährung

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Sumoringen - eine traditionsreiche Kampfsportart aus Japan

Der 2000 Jahre alte, traditionelle japanische Kampfsport ist weltweit zum Renner geworden und hat mittlerweile sehr viele Zuschauer gewonnen. Kampfsport-Experte Vahab Yektapour hat die wichtigsten Infos zum Thema Sumoringen zusammengefasst.

Allgemein gilt, je höher das Gewicht, desto spektakulärer der Kampf. Aus diesem Grund ist bei diesem Kampfsport keine Höchstgewichtsklasse festgelegt worden. Das Idealgewicht kann einfach nicht hoch genug liegen. Der bisher schwerste Sumoringer war Konishiki mit 242 Kilogramm.

Es gibt jedoch eine ideale Körperform, welche einer Birne ähnelt. Wenn viel Masse auf den Oberschenkeln und den Hüften liegt, lässt sich ein so geformter Ringer schwer aus dem Kampfring drängen, geschweige denn zu Boden schleudern.

Die Ringer tragen die sogenannte „Mahawashi“, Leibbinden, die (ungebunden 9 Meter lang und etwa 60 cm breit) gefaltet, mehrmals um die Hüfte des Kämpfers gewickelt, zwischen seinen Beinen hindurchgeführt und schließlich mit einem großen Knoten an der Hinterseite befestigt werden. Vorne hineingesteckt werden gestärkte Seidenstreifen (Sagari), die der Dekoration dienen.

  

Geschichte des Sumoringens

Einer Sage nach, die 712 aufgeschreiben wurde, beruht das Sumoringen auf einen Streit zweier Götter um eine Insel, der durch einen Ringkampf entschieden werden sollte.

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass eine Vorform des Sumoringens bereits vor dem Jahr 500 stattgefunden hat. Sumoringen entwickelte sich auf der Straße, die ersten historisch bezeugten Sumokämpfe wurden im Jahr 642 ausgetragen. Heute sind Sumokämpfe komplex und hochprofessionell organisiert. Die Regeln haben sich ständig verändert.

 

Regeln des Sumo-Ringens

Der Kampf ist sofort vorbei, wenn einer der beiden Kämpfer den Boden außerhalb des 4,55 m großen Kreises (Dohyo) betritt oder den Boden mit einem anderen Körperteil als dem Fuß berührt.

Der Verband der Sumoringer unterscheidet zwischen 82 Siegtechniken. Aktionen wie Würgen, Kratzen, Faustschläge, Treten, der Griff in die Schrittgegend oder Haareziehen sind verboten. Diese Griffe werden „Kinjite“ genannt. Ansonsten darf der Sumoringer schleudern, werfen, schlagen und schieben nach Belieben und den Gegner am Gürtel festhalten.

Der Kampf dauert 3-mal 4 Minuten und wird durch einen Kampfrichter und 5 Linienrichter unterstüzt. Die meisten Kämpfe sind bereits nach einigen Sekunden vorbei.

Die Zeremonie vor dem Kampf ist dazu da, dass die Kämpfer ihre Beweglichkeit unter Beweis stellen können. Beide Kämpfer müssen etwas Salz in den Ring streuen, damit dieser gereinigt wird.

Beim Sumoringen geht es nicht wie bei vielen anderen Kampfsportarten um Technik, da das Gewicht der Sumoringer es nicht zulässt, mit Techniken zu arbeiten. Natürlich gibt es Techniken, die man beim Training übt, aber ob die beim Turnier einsetzbar sind, ist eine andere Frage. Es geht hierbei vielmehr um Kraft, Masse und Schnelligkeit.

 

Eigenschaften eines Sumoringers

Die Sumoringer sind fettleibig. Doch das ist nur das Resultat eines speziellen japanischen Essensplans. Die Ringer essen nach dem Training mittags und abends den fettigen und proteinhaltigen Eintopf Chanko-nabe, den sie selbst zubereiten. Nach dem Essen machen sie einen Mittagsschlaf, damit sie keine Kalorien verbrennen und an Gewicht zunehmen. Für ihr hohes Gewicht sind sie meist sehr sportlich, reaktionsschnell und gelenkig.

 

Ernährung im Sumoringen

Oft ist es für diese Sportart vorteilhaft, an Gewicht zuzulegen. Wie man das anstellt? Ganz einfach. Das Geheimnis liegt bei den Kohlenhydraten. Man muss am Tag so viele wie möglich davon zu sich nehmen. Ob das gesund ist, ist eine andere Frage. Kohlenhydrate sind in Nudeln, Brot, Müsli, Reis und Zucker zu finden. Sumoringer zuckern ihren Kaffee und trinken Limonaden und Fruchtsäfte und essen nur mageres Fleisch und Gemüse, wenn es nichts anderes gibt.

 

Das Übergewicht und seine Folgen

Das durchschnittliche Gewicht beim Sumoringen ist stetig gestiegen. Ein Sumoringer bringt heutezutage 150 Kilogramm auf die Waage, da es keinerlei Beschränkungen bezüglich des Körpergewichts gibt. Wegen ihres Übergewichts leiden viele der Ringer unter Herzkreislauf-Erkrankungen. Auch Gelenkbeschwerden sind bei dieser Sportart keine Seltenheit.Viele Sumoringer haben Probleme mit der Atmung und dem Herz. Sie haben meist keine gute Ausdauer, weil sie keinen Ausdauersport betreiben. Anders als viele Menschen, die den Wunsch haben, paar Kilos abzunehmen, haben Sumoringer Angst eben davor und betreiben deshalb keinen Ausdauersport.

 

Organisation der Sumo-Wettkämpfe

Der professionelle Sumoring-Verband in Japan heißt „Ozumo“. Er wacht über die Einhaltung der Regeln und auch über die Lebensweise der Sumoringer. Selbst ihre Alltagskleidung wird vorgeschrieben und überwacht.

In Japan finden alle 2 Monate Sumoturniere statt, die 7 Tage, von Sonntag bis Sonntag, dauern. Außer einem Festgehalt können die Sumoringer auch Preisgelder gewinnen. Es gibt nur wenig Frauen, die sumoringen, da es ihnen nicht erlaubt ist, diesen Sport professionell zu betreiben. Da die Tradition des Sumo-Sports tief in den Ritualen des Shintoismus, der japanischen Religion, verwurzelt ist, dürfen beispielsweise sogar hochranginge weibliche Persönlichkeiten den Kamfring nicht betreten, da Frauen im Shintoismus als unrein gelten.

 

Möchten Sie in Deutschland Sumoringer werden?

Wenn Sie interessiert sind, Sumoringen auszuprobieren, dann können sie das auch in Deutschland tun. Alles was sie dafür tun müssen, ist, sich beim Deutschen Sumo-Verband anzumelden und es kann losgehen. Alles, was Sie beim Sumoringen tun müssen, ist, den Gegner aus dem Ring zu bringen oder zu Boden zu werfen. Sie können auch bei einigen Judo-Vereinen nachfragen und sobald Sie einen Verein gefunden haben, in dem Sumo angeboten wird, können Sie beginnen. Sie müssen dabei nicht alle Regeln lernen oder Salz in den Ring streuen. Betrachten Sie es eher als Spaßsportart.

 

Sie sind auch an weiteren Kampfsportarten interessiert? Dann lesen Sie z. B.: Kun Tao - Die geheime Kampfkunst aus dem Süden Chinas 

 

Vahab Yektapour Tabrizi

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