Ganzheitliche Kampfkunst

Tai-Chi – Körper, Seele und Geist im Einklang

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Alles über die ganzheitliche Kampfkunst Tai Chi

Tai Chi Chuan, oder auch kurz als Tai Chi bekannt, kommt aus China und ist eine der ältesten Kampfkünste. Der Ursprung liegt im alten Kaiserreich Chinas. Beim Tai Chi geht es nicht um Wettkampf, Ziel ist eine Verfeinerung der Technik und der motorischen Fähigkeiten eines Menschen.

Tai Chi wird nicht zu den Kampfsportarten, sondern zu den Kampfkünsten gezählt. Der Tai Chi Künstler konzentriert sich nicht auf die Schnelligkeit, da es hierbei nicht um den Sieg über einen Gegner geht. Dadurch ist genügend Zeit, die Geschwindigkeit zu reduzieren und sich intensiv auf jede Bewegung zu konzentrieren. Um Tai Chi zu betreiben, braucht man keinen Trainingsraum und auch keine Trainingsgeräte. Man kann es überall unabhängig von der Zeit und dem Ort machen.

  

Tai Chi - Ein Volkssport in China

Tai Chi Chuan gehört zu den beliebtesten Kampfkünste der Welt und hat weltweit Millionen von Anhängern. In China ist es schon ein Volkssport. Es wird überall sogar in den öffentlichen Parks praktiziert. Schon am frühen Morgen stehen die Chinesen in den öffentlichen Parks, in großen sowie kleinen Gruppen mit oder ohne Musik und bringen Körper, Seele und Geist vor der Arbeit in Einklang. Auch die Altersgruppen sind erstaunlich unterschiedlich.

 

Wie funktioniert Tai Chi?

In vielen Kampfsportarten ist der Einsatz von Waffen möglich. Dies findet sich auch im Tai Chi wieder. Der Einsatz diverser Waffen, wie z. B Fächer oder Säbel sind möglich. Doch die populärste Art und Weise in den westlichen Ländern Tai Chi zu betreiben, ist waffenlos und in Begleitung von traditioneller chinesischer Musik. Fälschlicherweise, wie viele Menschen denken, wird Tai Chi nicht willkürlich ausgeführt. Sie folgt einer festgelegten Choreografie, auf die die Musik vom ersten bis zum letzten Takt abgestimmt ist. Hier gibt es verschiedene Choreografien, die man erlernen kann. Jede Choreografie besteht aus einer Abfolge von Formen, die, je nach Bewegungsablauf, einen speziellen Namen haben. Diese Namen beziehen sich z. B. auf Tiergestalten wie den „weißen Kranich“, der die Flügel ausbreitet und andere chinesisch-poetische Tierfiguren und auch Formen, die Titel wie "Wolken schieben" oder "Peitsche" haben. Meist ist der Titel der Bewegung angepasst. Man spricht je nach Anzahl der Formen z. B. von 24er Form, 37er Form oder sogar von Choreografien, die aus mehr als 100 Formen bestehen. Tai-Chi kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, daher verwundert es nicht, dass viele Einflüsse ihre Spuren in der Darbietung dieser Kampfkunst hinterlassen haben. Es werden fünf verschiedene Stile des Tai-Chi unterschieden, die auf der Lehre der Meister, die die jeweilige Technik entwickelt haben, beruhen. Ursprünglich wurde ein solches Wissen nur unter Familienmitgliedern weitergereicht. Trotz des schön ausgeschmückten Namen ist Tai Chi immer noch eine Kampfkunst. Werden die Techniken, die beim Tai Chi erlernt werden, schnell ausgeführt, so sieht man sofort die Ähnlichkeit zu den anderen Kampfkunstarten. Man kann sich also Tai-Chi fast wie Kung-Fu in „Slow Motion“ vorstellen. Die Kraft, die man durch Tai Chi entwickeln kann ist enorm groß. Hierbei zählt nicht mehr de Muskelkraft an sich. Man beschäftigt sich mehr mit "Chi", auch Lebensenergie genannt.

  

Was ist Chi?

Chi ist Lebensenergie und strömt im gesamten Universum. Es ist die Gestaltungskraft der Natur. Chi ist Energie und Information, aus der alles besteht und die alles verbindet. Es fließt ständig um uns. Trainierte Menschen sind dazu fähig Chi aus der Umgebung zu nehmen und weiter zu leiten. Auf dem Kampfsport bezogen, ist es möglich, Chi aus der Umgebung in den Körper zu sammeln und aus dem Körper wieder auszustoßen. Diese Energie, die man aus dem Körper stößt ist gigantisch und extrem energisch. Trifft man z.B einen Gegner mit so einer Kraft in den Brustkorb, können innere Organe eingequetscht werden.

 

Das Tai Chi Training

Betrachtet man Tai Chi als Außenstehender, so verleiht uns das Auge den Eindruck, dass Tai Chi nicht besonders anstrengend ist. Das ist eine gewaltige Täuschung. Tai Chi bringt jeden ins Schwitzen. Durch die geringe Geschwindigkeit muss der Trainierende mehr Muskelkraft einsetzen. So wird das Training viel anstrengender, als wenn die Bewegungen schnell ausgeführt werden. Aufgrund der Langsamkeit werden die Muskeln länger gedehnt und Bewegungen, bei denen man die Beine stark strecken oder auch tief in die Knie gehen muss, sind teilweise sehr anstrengend, da man länger, als gewohnt in diesen Positionen ausharrt. Man beginnt mit einfachen Choreografien und wiederholt stetes das bereits Erlernte. Wenn die Bewegungen vernünftig sitzen, dann kann man mit längere Choreografien anfangen. Das Spiel beginnt dann wieder von vorne. Beim Tai Chi sollen auch Kernkomponenten wie Natürlichkeit und Bewegung, Entspannung und Ruhe sowie Atmung und mentale Ausgeglichenheit trainiert werden. Es gibt Formen und Bewegungen, die einen Trainingspartner erfordern und einen Bezug zu realen Kampfsituationen herstellen. 

  

Was passiert im Körper?

Durch das dauerhafte Tai Chi Training wird nachweislich die Haltung verbessert. Selbst Blutwerte können sich verbessern. Muskelblockaden können sich lösen. Das Herzkreislaufsystem wird effizienter und die Atmung wird konstant.

 

Tipps für Anfänger

Da am Anfang die Belastung auf die Knie und der Beine unangenehm sein kann, sollte sich jeder Anfänger mit einem Tai Chi Meister zusammensetzen. Je nach Größe und Kraft des Schülers, werden ihm dann bestimmte Übungen und Formen zugeteilt, damit er sich langsam vorbereiten kann.

 

Vahab Yektapour Tabrizi

 

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