Welcher Kampfsport ist der richtige für mich oder mein Kind?

Shaolin Kung Fu - Nichts für „Weicheier“

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Ein chinesisches Sprichwort sagt: „ Alle Stile des Kung Fu kommen vom Shaolin, aber das Shaolin Kung Fu ist das Beste.“

Niemand beweist es eindrucksvoller als die Shaolin Kämpfer. Die Europäer fragen sich oft: Woher haben diese Mönche so eine gewaltige Kraft und so ein Durchhaltevermögen? Um diese Frage beantworten zu können müssen wir nach China reisen und das Leben im Shaolin Kloster genauer betrachten.

Was ist Shaolin Kung Fu?

Shaolin Kung Fu ist der Ursprung aller chinesischen Kampfkünste und mehr als 1500 Jahre alt. Der Shaolin Tempel und seine Mönche sind am besten bekannt und werden in der ganzen Welt bewundert. Shaolin Kung Fu-Training beinhaltet Macht, Toleranz, Flexibilität, Glätte und Geist - alles hervorragende Kampfkünstler-Fähigkeiten. Dieser Kampfsport ist nicht die Schöpfung einer Person, sondern eine Ansammlung von Werken von vielen Menschen. Shaolin Kung Fu ist die Perle der chinesischen Weisheit, die durch zahlreiche Generationen von den obersten Kampfkünstlern Chinas übergeben wurde. Es hat weitreichende Inhalte und zahlreiche Formen. Bis zum heutigen Tag ist das Shaolin Kung Fu die größte und bekannteste Kampfkunst Chinas.

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Alle Stile des Kung Fu kommen vom Shaolin, aber das Shaolin Kung Fu ist das Beste.“

  

Geschichte

Das erste Shaolin-Kloster wurde 495 n. Christus von einem indischen Mönch namens Ba Tuo im Songshan Gebirge in der Provinz Henan erbaut. In der chinesischen Geschichte wird der indische Mönch Bodhidharma als Begründer des chinesischen Boxens (Kung Fu oder Wushu) genannt.

Bodhidharma ist der 28. Nachfolger Buddhas. 527 n. Chr. kam er als Schüler nach China, wo er sich im legendären Shaolin-Kloster niederließ. Er versammelte einen Großteil der Mönche um sich und verbreitete die von ihm begründete buddhistische Lehre des Chans. Er entwickelte die 18 Boxtechniken der Shaolin, die die Mönche bereitwillig trainierten, da ihr Körperzustand durch lange Meditation ziemlich schlecht war. Die Übungen sollten die Gesundheit der Mönche fördern, die Muskeln stählern und die inneren Organe anregen, damit sie länger leben.

 

Merkmale des Shaolin Kung Fu

- kurz, aber präzise

- boxen in einer Linie

- lockere Beinarbeit

- geschmeidig wie ein Gras im Wind

- Integration von Verhalten

- Integration des Buddhismus und des Boxens

- Konzentration auf Verteidigung

- Kombination von Angriff und Verteidigung

- zahlreiche Tricks

- einfach und praktisch

- kräftig und stark

- zahlreiche Handlungen

- zahlreiche Kicks

- erzeugen von Klängen

 

Ziel und Zweck der Anwendung

In erster Linie geht es im Shaolin Kung Fu darum, den eigenen Charakter zu trainieren und sich in jeder Situation unter Kontrolle zu haben. Des Weiteren wird der Körper so trainiert, dass das alltägliche Leben einfacher wird. Durch das Shaolin Kung Fu soll der Schüler nicht nur kämpfen lernen, sondern die höchste Ebene des Kampfes erlernen, nämlich nicht zu kämpfen.

 

Die Tierstile

Ein berühmter Kung Fu-Kampfstil ist der Tierstil, welcher von Bodhidharma nach Betrachtung mehrerer Tiere (Schlange, Affe, Adler, Leopard,Tiger, Gottesanbeterin und Kranich) erfunden wurde.

Jeder dieser Stile hat eine bestimmte Eigenschaft.

 

Drache

Der erste Tierstil ist der Drache, der in China Glück verheißt. Der Drache symbolisiert geistige Stärke, er steht für Konzentrationsvermögen und die Ausbildung der Sehkraft. Er ist gewandt und flexibel in seinen Bewegungen und daher unberechenbar.

 

Affe

Fast ebenso unberechenbar wie der Drachenstil ist der Affenstil. Für diesen Stil muss man sehr wendig und beweglich sein, da er viele Rollen, Saltos und Purzelbäume enthält. Diese Technik ermöglicht es, schnell auszuweichen und blitzschnelle Angriffe auszuführen.

 

Gottesanbeterin

Die Gottesanbeterin ist eine Mischung aus sehr stürmischen Arm- und Handtechniken und den effektiven Beintechniken des Affenstils. Sie ist sogar noch wilder als der Affe.

 

Schlange

Im Gegensatz zur wilden Technik der Gottesanbeterin ist die Technik der Schlange sehr präzise. Die Schlange als Symbol bildet die Atmung aus und fördert die Vitalkraft des Menschen, das Chi. Bei dieser Technik ist es das Ziel, weiche und flexible Bewegungenen von Hand, Arm, Bein, Kopf und auch des Körpers zu erreichen. Obwohl diese Technik nicht so wild ist wie die Gottesanbeterin und der Affe, hat sie nicht die Spur der geduldigen und konzentrierten Technik des Kranichs.

 

Kranich

Das Geheimnis der Unbesiegbarkeit des Kranichs ist, dass er mehr passiv agiert. Der Kranich wird gleichbedeutend mit Flexibilität gesehen und steht für die Ausbildung der Sehnen. Der Kranich wartet konzentriert und macht sich die Konzentrationsschwäche seines Gegners zu nutzen, um schnell und präzise anzugreifen.

 

Tiger

Einer der bekanntesten Stile ist der Tigerstil. Der Tiger hat Kraft, er steht für die Kräftigung von Knochen und Gelenken. Seine Bewegungen sind geschmeidig und dennoch kraftvoll. In diesem Stil werden die Tigerpranken mit den Fingern und dem Handballen nachgeahmt.

 

Leopard

Genauso gefährlich wie der Tiger ist der Leopard. Dem Leoparden wird Schnelligkeit zugesagt, symbolisch stehen seine Bewegungen für die Stärkung der Muskeln. Er ist ebenfalls sehr flexibel und genau. Der Schüler muss für diese Technik sehr gelenkig sein, da sie viele Schläge und Tritte mit Drehungen verbindet.

 

Adler

Mit einer der stärksten Stile ist der Adlerstil. Wie im Tigerstil werden auch hier die Klauen mit den Händen nachgeahmt. Das besonders Gefährliche bei diesem Stil ist, dass die Angriffe auf die empfindlichen Vitalpunkte des Körpers zielen. So kann der Adler mit wenigen Bewegungen den Aggressor kontrollieren.

 

Fazit

Shaolin Kung Fu kann man Jedem empfehlen, der hochmotiviert ist, die Basis aller Kampfsportarten zu erlernen und dabei bereit ist, mehr als 100 % seiner Leistung zu geben. (Welche Kampfsportart ist die Richtige für mich?)

Tipp: Mittlerweile gibt es auch in Deutschland einen Shaolin Tempel in Berlin.

 

Vahab Yektapour

 

Quellenangabe:

1. http://www.shaolin-moenche.de

2. „Ein Jahr im Kungfu-Kloster Shaolin“ von Marion Schneider

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