Judo

Trainingsplanung in der Sportart Judo (Teil 1)

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Judo ist eine sehr komplexe Sportart - und benötigt eine dementsprechend genaue Trainingsplanung

Wie sieht sie aus, die optimale Trainingsplanung im Judo? Welche Bereiche und Trainingsprinzipien muss ich bei einer guten Planung beachten? Wieviel Planung ist sinnvoll? Diese Fragen und weitere Inhalte werden in dieser Artikelreihe Thema sein.

Einleitende Gedanken

Wie in anderen Sportarten kommt man im Judo an einer Trainingsplanung nicht vorbei. Sportliches Training sollte immer geplant, systematisch und zielgerichtet sein und dies auf jeder Leistungsebene.(1) Zu einer guten Planung gehört eine Analyse des aktuellen Leistungszustands und des Umfelds eines Athleten bzw. einer Gruppe. Weitere Schritte sind eine realistische Zielformulierung, eine darauf aufbauende Planung mit sinnvoller Periodisierung und Belastungsdosierung und die Durchführung des Trainingsplans. In regelmässigen Abständen sollte der Leistungszustand überprüft werden und auf Basis der Ergebnisse der Trainingsplan weitergeführt oder angepasst werden.

Viele Trainer würden sich über einen fertigen, auf jeden Athleten zugeschnittenen Plan freuen. Damit könnte ein Trainer seine kostbare Zeit für wichtigere Dinge einsetzen. Leider ist es nicht so einfach. Jede Planung sollte auf einer guten Analyse der Gruppe oder des Athleten basieren. Da jeder Sportler eigen ist und über andere Voraussetzungen verfügt, sollte sich somit auch jede Planung von der anderen unterscheiden. Und letztendlich machen neben einem qualitativ guten Training und natürlich auch einer gewissen Quantität die Details den Erfolg aus.

 

Komplexität der Sportart Judo

Die Komplexität der Sportart Judo macht eine Planung nicht leichter. Im Judo spielen viele Faktoren eine Rolle und müssen deshalb in einem Trainingsplan berücksichtigt werden. Ziel eines Judoka ist es, das Optimum aus Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Technik herauszuholen. Die verschiedenen Bereiche beeinflussen einander enorm, so dass zum Beispiel maximale Kraftwerte im Judo nicht unbedingt von Vorteil sein müssen.

Zudem haben wir in der Sportart Judo mit verschiedenen Gewichtsklassen und mit unterschiedlichsten Athleten zu tun. Die Trainingsplanung für einen Schwergewichtler sieht folglich anders aus als diejenige eines Athleten in der tiefsten Gewichtskategorie.

Differenziert wird auch nach Typ Sportler. So ist im Vorfeld der Trainingsplanung die Frage zu klären, ob ich es zum Beispiel mit einem extrem schnellkräftigen oder eher mit einem ausdauernden Athleten zu tun habe.

Desweiteren muss in einer Trainingsplanung die Verletzungsanfälligkeit eines Sportlers berücksichtigt werden. Gedanken sollte man sich auch über Geschlecht, Alter bzw. Trainingsalter und Zielstellung der Gruppe machen.

 

Fazit

Jeder Athlet hat Stärken und Schwächen in den diversen Bereichen und muss darum individuell gefördert werden. Es ist unumgänglich, dass ab einer gewissen Leistungsstufe neben Gruppentrainingsplänen auch individuelle Pläne ausgearbeitet werden. Eine umfassende und detaillierte Planung erfordert viel Arbeit, im Trainingsalltag zahlt sie sich jedoch aus. Gute Dokumentationen und daraus gewonnene Erfahrungswerte können als Grundlage für weitere Pläne dienen. Deshalb ist der Trainingsplanung neben dem Training auf der Matte große Wichtigkeit zuzusprechen.

 

Karin Ritler Susebeek

  

Quellenangaben: 

1. DIETRICH, M.; CARL, K.; LEHNERTZ, K.; Handbuch Trainingslehre 3. Aufl., Verlag Hofmann, Schorndorf 2001

2. HEGNER J., Handbuch der Trainingslehre, Ingold Verlag, Herzogenbuchsee 2006

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