Intimfeinde Daum und Lemke gratulieren Hoeneß

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Auch die Intimfeinde gratulieren Uli Hoeneß

München - Auch die einstigen Intimfeinde Christoph Daum und Willi Lemke haben Bayern-Präsident Uli Hoeneß vorab zu dessen 60. Geburtstag am Donnerstag gratuliert.

München (SID) - Auch die einstigen Intimfeinde Christoph Daum und Willi Lemke haben Bayern-Präsident Uli Hoeneß vorab zu dessen 60. Geburtstag am Donnerstag gratuliert. "Natürlich wünsche ich ihm alles Gute. Jeder weiß um seine Verdienste für den deutschen Fußball, und auch ich möchte mich in die Reihe derjenigen einreihen, die das zu würdigen wissen", sagte Daum dem Kölner Express.

Lemke zollte zumindest der "außerordentlichen Lebensleistung" des Jubilars Respekt: "Der FC Bayern, das ist der FC Hoeneß." Von einer Versöhnung will der Aufsichtsratsvorsitzende von Werder Bremen allerdings nichts wissen. "Kein Mensch hat mich über fast drei Jahrzehnte so niedergemacht wie Uli Hoeneß. Das hat Spuren hinterlassen und mich in meiner Überzeugung bestätigt: So wie der, so will ich nie!", schrieb Lemke in einer Kolumne für die Sport Bild.

Die jahrelange Fehde hat wohl zu unüberbrückbaren Differenzen geführt, an Lemkes Standpunkt ist dies auszumachen. "Ich habe keine Lust, mich zu versöhnen, ich werde mich auch für nichts entschuldigen oder etwas richtigstellen." Lemke erklärte, er habe "ein nach wie vor miserables Verhältnis" zu Hoeneß und heiße ihn "herzlich willkommen im Klub der alten Säcke!". Glückwünsche übersandte er dennoch. "Ich wünsche Uli Hoeneß alles Gute zum Geburtstag! Er soll so bleiben, wie er ist - aber da mach ich mir ehrlich gesagt auch keine Sorgen", schrieb Lemke.

Daum sagte, er habe diverse Angebote, dem Präsidenten des Rekordmeisters einen öffentlichen Glückwunsch-Brief zu schreiben, abgelehnt. "Uli Hoeneß sollte diesen Tag genießen und mit Freude auf sein Lebenswerk blicken. Und nicht wieder mit einer Reaktion von mir konfrontiert werden müssen. Das liegt mir am wenigsten am Herzen", erklärte der Trainer des belgischen Erstligisten FC Brügge.

Daum und Hoeneß hatten über fast zwei Jahrzehnte eine erbitterte Feindschaft ausgetragen, die ihren Höhepunkt 2000 in der "Kokain-Affäre" fand, als Hoeneß den Kokain-Konsum Daums publik gemacht und dadurch den Bundestrainer Christoph Daum verhindert hatte. In letzter Zeit gab es aber Anzeichen einer vorsichtigen Annäherung.

"Die Hand gegeben haben wir uns ja schon mehr als einmal", sagte Daum nun. Die Frage sei allerdings, ob man das aus "reiner Höflichkeit" tue, oder ob man wirklich dazu bereit sei. "Ich warte ab, was die Zukunft bringt. Auch wenn es vielleicht nicht mehr zu besonderen Begegnungen kommen sollte, gibt es doch eine friedliche Koexistenz, in der man leben kann", sagte der frühere Kölner, Stuttgarter, Leverkusener und Frankfurter Bundesliga-Trainer: "Ich rechne nicht mehr auf oder ab. Das ist vorbei."

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