Hannover trotz Niederlage in der Zwischenrunde

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Erfolg für 96-Trainer Slomka

Lüttich - Hannover 96 darf den größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte feiern. Der Bundesligist steht trotz eines 0:2 bei Standard Lüttich in der K.o.-Runde der Europa League.

Lüttich (SID) - Verloren und doch gewonnen: Hannover 96 darf trotz einer Niederlage den größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte feiern. Die Niedersachsen zogen trotz eines 0:2 (0:1) beim belgischen Pokalsieger Standard Lüttich vorzeitig in die K.o.-Runde der Europa League ein und dürfen ab Februar 2012 auf Gegner wie den FC Chelsea, Manchester City oder den SSC Neapel hoffen. Vor dem abschließenden Spiel gegen Worskla Poltawa (15. Dezember) ist der Mannschaft von Trainer Mirko Slomka Platz zwei in der Gruppe B nicht mehr zu nehmen, weil Verfolger FC Kopenhagen nicht über ein 1:1 in Poltawa hinauskam und so unfreiwillig Schützenhilfe leistete.

Tore von Mohammed Tchité (25.) und Gohi Bi Cyriate (58.) sicherten hingegen Lüttich vor 20.000 Zuschauern schon einen Spieltag vor dem Ende der Gruppenphase Platz eins und den Einzug in die Runde der letzten 32 Mannschaften.

"Nach dem 0:1 war es hier sehr schwierig für uns, aber wir sind weiter. Jetzt müssen wir sehen, was in der nächsten Runde für uns möglich ist", meinte der Hannoveraner Steven Cherondolo und Coach Slomka ergänzte: "Ich habe natürlich das Spiel in Poltawa verfolgt und gehofft, dass dort kein Tor mehr fällt. Wir sind weiter, dennoch sind wir wegen des 0:2 ein wenig enttäuscht. Aber insgesamt können wir sehr stolz sein."

Viel Zeit zum Verarbeiten der Partie hatten die mitgereisten 96-Fans nicht: Die rund 1700 Anhänger mussten nach Abpfiff umgehend die Heimreise antreten. Schon vor der Begegnung hatte kein Gäste-Anhänger die Stadt betreten dürfen, Personen in Fan-Montur drohte sogar ein 24-stündiger Arrest. Zudem war nach einer Anweisung von Lüttichs Bürgermeister Willi Demeyer, ebenso Polizeichef der Stadt, den Hannoveranern die Anreise erst 90 Minuten vor Anpfiff und nur per Bus erlaubt.

Schon in den ersten Minuten entwickelte ein offener Schlagabtausch mit zahlreichen Zweikämpfen, die mitunter mit Haken und Ösen geführt werden. Im ersten "Endspiel" um den Gruppensieg versuchten die Belgier den Spiefluss der Gäste schon früh im Mittelfeld zu stören und Druck aufzubauen. Schon in den ersten 20 Minuten boten sich den 96ern Möglichkeiten zum Kontern, doch es fehlte der letzte präzise Pass, um Standard zu überraschen.

Als sich die Niedersachsen befreit hatten und selbst einige Angriffe vortrugen, ging der Schuss aber nach hinten los. Der Kongolese Tchité nutzte einen Blackout der 96-Abwehr und ließ Torhüter Ron-Robert Zieler mit einem Schuss aus acht Metern keine Chance. Bereits drei Minuten zuvor hatte Lüttich die ersten Chance der Begegnung durch Geoffrey Mujangi, der das Tor jedoch aus allzu spitzem Winkel knapp verfehlte.

Die Norddeutschen zeigte sich zunächst vom Gegentreffer beeindruckt, zumal die Belgier auf das zweite Tor drängten. Pech hatten die Hannoveraner bei einem Konter in der 35. Minute, als Jan Schlaudraff nur knapp an Lüttichs Torhüter Sinan Bolat scheiterte. Kurz vor der Pause verhinderte Bolat mit viel Mühe bei einem Eckball von Christian Pander den Ausgleich.

"Es hat die letzte Genauigkeit gefehlt in der Anfangsphase. Es ist ärgerlich, dass wir nun hinterherlaufen müssen. Aber wir haben alle Möglichkeiten, das Spielm zu drehen", meinte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke in der Halbzeitpause beim TV-Sender Sky.

Hannovers Trainer Mirko Slomka, der im Vergleich zum 1:1 gegen den Hamburger SV am vergangenen Samstag wieder auf den zuletzt gesperrten Lars Stindl zurückgreifen konnte, sah nach dem Wechsel unvermindert offensive Gastgeber, die seine Mannschaft Schwerstarbeit bescherten. Auf Entlastung hoffte der 96-Coach durch die Einwechselung von Didier Ya Konan für Stindl. Doch auch diese Variante verfehlte ihre Wirkung, denn Lüttich agierte wesentlich aggressiver und schloss einen schnellen Konter durch Cyriate mit dem zweiten Treffer ab.

Bei den Hannoveranern, bei denen an diesem Abend nicht viel zusammenlief, vermochte allenfalls Cherundolo zu gefallen. Lüttich hatte in den beiden Torschützen Tchité und Cyriate seine herausragende Akteure.

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