Gomez-Hattrick: Bayern dem Achtelfinale ganz nah

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Mario Gomez erzielte einen lupenreinen Hattrick

München - Mit einem Hattrick innerhalb von 25 Minuten beim 3:2-Sieg gegen den SSC Neapel hat Mario Gomez für Bayern München die Tür zum Achtelfinale in der Champions-League weit aufgestoßen.

München (SID) - Mit einem Hattrick innerhalb von 25 Minuten hat Mario Gomez für Bayern München die Tür zum Achtelfinale in der Champions-League himmelweit aufgestoßen. Der Torjäger sorgte im Alleingang gegen den SSC Neapel für ein überzeugendes 3:2 (3:1) und den 200. Sieg des FC Bayern im Europapokal, der allerdings nach einem Platzverweis für Holger Badstuber und einem späten Gegentor in der Schlussphase noch in Gefahr geriet.

Die Mannschaft von Jupp Heynckes hat mit dem dritten Erfolg im vierten Spiel ihre Tabellenführung in der "Todesgruppe" A weiter ausgebaut und benötigt in den beiden verbleibenden Spielen gegen den FC Villarreal und bei Manchester City nur noch einen Punkt um das Weiterkommen zu sichern.

Ob Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger dabei mithelfen kann, ist ungewiss. Der Nationalspieler verletzte sich nach einem ungestümen Einsteigen von Neapels Gökhan Inler an den rechten Schulter (51.). Unter sichtlichen Schmerzen wurde Schweinsteiger auf einer Trage in die Kabine gebracht. Der ersten Diagnose zu Folge erlitt er eine Schultereckgelenkssprengung. Schweinsteiger wurde zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gefahren.

Gomez traf vor 66.000 Zuschauern zunächst in der 17. Minute nach einer glänzenden Körpertäuschung per Flachschuss, anschließend vollendete der Nationalspieler aus kurzer Entfernung ein Zuspiel von Toni Kroos (23.). In der 42. Minute machte er per Abstauber den ersten lupenreinen Hattrick eines Deutschen in der Königsklasse perfekt. Mit 17 Treffern ist er jetzt der erfolgreichste deutsche Torschütze in der Champions-League vor Michael Ballack, der für Leverkusen, die Bayern und Chelsea 16-mal erfolgreich war.

In der 45. Minute verkürzte Federico Fernández für die Gäste, die nach der Gelb-Roten Karte gegen Juan Zuniga (70.) die Partie in Unterzahl zu Ende bringen mussten. Sieben Minuten waren auch die Bayern nur noch zu Zehnt. Holger Badstuber sah nach einem Foul an Edinson Cavani ebenfalls Gelb-Rot, zwei Minuten später traf Fernández noch einmal zum 3:2.

Die Heynckes-Elf untermauerte mit einem über lange Zeit Strecken starken Auftritt ihre aktuelle Glanzform und zeigte, warum sie manch einer bereits mit Titelverteidiger FC Barcelona auf Augenhöhe sieht. Teilweise atemberaubend kombinierten die Bayern, so dass bei Neapel jegliche Ordnung in der Defensive verloren ging. Auch von einer etwas schleppenden Auftaktphase ließ sich der deutsche Rekordmeister nicht irritieren. Ab dem Führungstreffer hatte der FC Bayern das Heft des Handelns in der Hand. Schon zur Pause registrierten die Statistiker dann 68 Prozent Ballbesitz und ein deutliches Plus an Torschüssen.

Vor allem Gomez bekamen die Süditaliener in der ersten Halbzeit nie in den Griff. Immer wieder setzten Kroos und Schweinsteiger, der nach Wadenproblemen wie erwartet dabei war, den Torjäger grandios in Szene. Der 26-Jährige wusste die Vorlagen ideal zu nutzen und erwischte einen Sahnetag. Auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer war hingerissen von Gomez' Leistung. "Ich habe ihn selten so gut gesehen, weil er auch nach hinten arbeitet. Der Beifall der Leute ist ihm sicher", sagte der "Kaiser" in der Pause.

Mit einem Paukenschlag beendete der deutsche Rekordmeister eine starke Anfangsphase der Gäste. Schweinsteiger bediente Gomez am Strafraum, der Torjäger narrte Verteidiger Hugo Campagnaro in überragender Manier und ließ auch Keeper Morgan De Sanctis nicht den Hauch einer Chance. Es war das 700. Europacup-Tor der Bayern und das 250. in der Champions League. Danach wurde das Spiel der Bayern sofort druckvoller. Bei einer starken Kombination zwischen Franck Ribéry und Philipp Lahm klärten die Süditaliener allerdings in letzter Sekunde (20.).

Der nächste Geniestreich ließ nicht aber nicht lange auf sich warten. Wieder hatte sich Gomez freigestohlen. Kroos erkannte dies und lupfte den Ball beinahe zärtlich in den Strafraum, wo Gomez mit dem rechten Fuß zu seinem vierten Treffer in dieser Champions-League-Saison abschloss. In der Folge rissen die Bayern das Spiel endgültig an sich und hätten bei Chancen von Ribéry (30.) und Gomez (34.) sogar frühzeitig noch höher führen können, ehe sich Gomez in die Geschichtsbücher schoss.

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