Gladbach patzt in Augsburg

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Mann des Spiels: Jan-Ingwer Callsen-Bracker

Augsburg - Borussia Mönchengladbach hat mit einem 0:1 beim FC Augsburg die Chance auf die vorübergehende Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga leichtfertig verspielt.

Augsburg (SID) - Ohne Marco Reus hat Borussia Mönchengladbach die Chance auf die vorübergehende Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga leichtfertig verspielt. Die Überraschungsmannschaft der Saison unterlag nach einem intensiven und kampfbetonten Spiel beim FC Augsburg mit 0:1 (0:0). Der frühere Gladbacher Jan-Ingwer Callsen-Bracker sorgte mit einem abgefälschten Freistoß in der 51. Minute für das Tor des Tages.

Mit dem Sieg hätte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre zumindest bis zum Sonntag Rekordmeister Bayern München von Platz eins verdrängt. Die Borussia bleibt nach der ersten Niederlage nach zuvor fünf ungeschlagenen Spielen stattdessen Vierter, während der Liganeuling erstmals seit dem 12. Spieltag nicht mehr Letzter ist.

Beide Teams schenkten sich nichts in der mit 30.660 Zuschauern ausverkauften Arena. Eine Reihe packender, aber fairer Zweikämpfe und beiderseitiger Offensivgeist sorgten für ein unterhaltsames Duell, in dem die Gladbacher technische Vorteile hatten. Die weiter von Personalproblemen geplagten Augsburger, bei denen neun Spieler fehlten, setzten aber den gewohnt unbändigen Willen dagegen.

Mit Schwung und dem Selbstvertrauen einer bislang überragenden Saison startete die Borussia ins Spiel und brachte den Aufsteiger schon in den ersten fünf Minuten in Schwierigkeiten. Reus-Vertreter Raul Bobadilla zielte nach nur 20 Sekunden das erste Mal auf das Augsburger Tor, verzog aber deutlich. In der 3. Minute verhinderte nur eine starke Reaktion von Torhüter Mohamed Amsif die frühe Führung, nachdem erneut Bobadilla abgezogen hatte.

Die höhere individuelle Qualität der Gladbacher, blitzte vor allem bei Spielmacher Juan Arango immer wieder auf. Insgesamt gestaltete Augsburg das Spiel zunächst relativ offen, auch wenn Marc-André ter Stegen im Tor der Favre-Elf zunächst keine heiklen Szenen bereinigen musste.

Die Mannschaft von Jos Luhukay, der vor drei Jahren den Gegner als Chefcoach zurück in die Bundesliga geführt hatte, versuchte vor allem mit schnellen Spielzügen Unordnung in die Defensive der Gladbacher zu bringen. Vorn kam jedoch Torjäger Sascha Mölders, der trotz eines grippalen Infektes aufgelaufen war, selten zur Geltung. Außerdem funktionierte die Abseitsfalle der Borussia lange fast perfekt.

Nachdem zunächst Mike Hanke in der 21. Minute eine Gelegenheit für die Borussia nicht genutzt hatte, hatte der Liganeuling nach etwa einer halben Stunde kurz nacheinander zwei gute Chancen. Erst verfehlte Torsten Oehrl per Kopf das Tor und dann nutzte Tobias Werner einen dicken Patzer von ter Stegen nicht. Werner war zu überrascht, als ter Stegen einen Rückpass nicht kontrolliert hatte.

Der zweite Durchgang begann dann mit dem Augsburger Paukenschlag durch Callsen-Brackers Freistoß. Dante hatte zuvor Mölders etwa 20 Meter vor dem Tor unnötig zu Fall gebracht. Den strammen Schuss des FCA-Verteidigers lenkte zudem Bobadilla unhaltbar für ter Stegen ab.

Die Gladbacher waren vom Gegentreffer doch sichtlich beeindruckt, während die Schwaben Oberwasser bekamen und weiter mutig nach vorne spielten. Die Favre-Elf zeigte kaum noch durchdachte Aktionen, leichte Fehler zerstörten den Spielfluss. Nationalspieler Reus (Zehenbruch) wurde schmerzlich vermisst. In der 72. Minute hinderte Dante mit einer Grätsche Oehrl in letzter Sekunde am möglichen 2:0

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