Climbin’ U.S.A. (Teil 2)

Reisetipps für Klettertrips in die Staaten – Part 1 von 2

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Beim Bouldern in Huntington Beach (Climb X Gym) hieß es auch für mich während der ersten Tage: Griffgewöhnungs-Training!

In meiner (fürs erste) 4-teiligen Kolumne berichte ich Ihnen nun, nach den Hintergründen meiner Beschreibung in Teil 1, in den Teilen 2-3 von einigen „Basic Rules“ für Kletterreisen, welche übrigens zu über 80 % nicht nur für die USA sondern für jede Auslandreise mit „Klettergepäck“ gelten.

Zuerst noch einmal zur Beruhigung: Ja, „er“ lohnt sich – der Griff zu amerikanischem Plastik. Das Klettern in den, in meinen Augen infrastrukturell mehr als ausreichenden, Kletterhallen stand absolut im Mittelpunkt meiner eigenen mittlerweile 6 US-Aufenthalte im vergangenen Jahrzehnt. Der Wettkampfklettersport ist schließlich seit 17 Jahren mein Hauptberuf. Fazit ist: Mit den entsprechenden (europäischen) Trainingsplänen, welche ich auch auf diesem Portal im Laufe des Jahres weiter veröffentlichen werde, reicht die Infrastruktur meist mehr als aus UND (wie im ersten Teil dieser Kolumne beschrieben): Auch Sie dürfen die „Ruhetage“, egal ob für Familienurlaubsziele, Alternativ(Beach)Sport oder Geschäftliches, nutzen.

Doch zurück zur „US-Hallenfront“. Vor allem, was das „all inclusive“ an Kletter- und Kraftsporttrainingsmöglichkeiten, selbst in relativen kleinen US-Hallen angeht, kann ich nur sagen: Hier könnten die Europäer teilweise von den Amerikanern lernen. Denn der zusätzliche Besuch eines Fitness-Studios zum Antagonistentraining ist, wie in der folgenden Collage ersichtlich, meist nicht notwendig. Auch die amerikanischen Griff-Formen und oft ungewöhnlich (riesen)großen, aber technisch äußerst anspruchsvollen offenen Auflegergriffe ermöglichen ein Training, das in Europa nicht möglich wäre. Ich garantiere: Selbst erfahrene Wettkampfkletterer, welche vom alten Kontinent in die Staaten fliegen, werden erst einmal einiges an Griffgewöhnung vor sich haben – so darf es sein!

Doch Stichwort "Fliegen": Nun, wie in den ersten Sätzen versprochen, einige konkrete Tipps, um möglichst stressfrei ins Land der unbegrenzten (Kletter-)Möglichkeiten zu gelangen:

 

Die Tipps

1. Flugbuchung first oder last minute – das ist hier die Frage. Denn der Vergleich von beidem, also möglichst frühen oder  späten (wenn Sie Zeit und Lust auf „Abflug-fast-auf-Abruf-Abenteuer“ haben) Flügen, führt Sie zum günstigsten Flugpreis.

Dieses ganz spezielle Climbing-GYM welche Ihnen sogar die Kombination aus Urlaub in L.A. und „Luxusklettern“ ermöglicht, stelle ich Ihnen übrigens in Teil 4 dieser Kolumne in allen Details vor!

2. Vor allem bei last minute ist dennoch angesagt: Alles der Reihe nach! Ein ESTA-Visum kann im Internet gelöst und bezahlt werden. Mein Tipp: Am besten mehrere Wochen vor der Einreise.

Was Sicherheitskontrollen & Co. angeht: Magnesium gehört nicht ins Handgepäck, es sei denn, Sie haben Interesse, eine „Special Observation“ durch einen Sicherheitsbeamten bereits vor dem Abflug zu erleben.

Prinzipiell gilt: Min. 1 ½ Stunden früher einchecken und BITTE stressen Sie den Beamten nicht mit der „Begründung“, zu spät dran zu sein. Damit werden Sie, speziell in den USA, kein Glück haben ... ganz im Gegenteil!

Und noch ein Checkin-Tipp: (Über-)Gepäck aufgrund von „Hartware“ (wie Sicherungsgeräten etc.) ist teuer und manchmal auf eventuell noch anstehenden US-Inlands(anschluss)-Flügen anders freigegeben (z. B. 20 statt 25 kg!) als bei der Einreise aus der EU. Reiseberater bzw. -büro (vor dem Kofferpacken) konsultieren lautet mein Ratschlag. Auch eine Leihgebühr für schwere Ausrüstungsgegenstände vor Ort kann hier Kosten sparen.

Last, but not least: Zwar ohne Magnesia aber dafür mit Kletterschuhen am Reiseziel zu sein kann, nicht nur bei Wettkämpfen in den USA, höchst erfreulich sein. Was ich meine? Die „Zauberschuhe“ sind Gewichts- und platzmäßig absolut handgepäckstauglich. Und sollte im schlimmsten Fall Ihr Gepäck mit Verzögerung am Reiseziel eintreffen: Sie haben „Kletterarbeit“ bzw. zumindest Ihr „Must have“ an „Arbeitsausrüstung“ gesichert.

Was den Sitzplatz in Ihrem Airliner angeht: Sorgen Sie als Sportler für möglichst optimale Bedingungen. Es muss ja nicht gleich die 1. Klasse sein. Evtl. lässt es sich via Reisebüro, also noch vor der Buchung, erfragen, ob ein modernes Flugzeug bei manchen Flügen zur Verfügung steht. Ein brandneuer Airbus 380 ist freilich bequemer als eine abgetakelte Boeing 747 aus den 1980er-Jahren. Auch eine Internet-Sitzplatzreservierung am Vorabend lohnt sich. Sorgen Sie dafür, dass Sie auf jeden Fall einen Flur- bzw. Gangsitz – idealerweise in der ersten oder letzten Reihe – ergattern. Dies garantiert mehr Fußfreiheit und vor allem regelmäßige Bewegungspausen, ohne jedesmal den Sitznachbar wecken zu müssen. Mein Tipp: Min. alle 1 ½ Stunden 15 Min. Gymnastik und Bewegung und reichlich (min. 2 Becher pro Stunde) Wasser trinken!

3. Umsteigen in den USA z. B. an einem der Drehkreuze wie Atlanta oder Boston? Dann mein Tipp: AS SOON AS POSSIBLE! Auf Deutsch: Vergessen Sie den gemütlichen „American Coffee“ oder die erste „Einstands-Coke“ und erreichen Sie statt dessen lieber Ihr Flug-Gate. Auch hier gilt: Buchen Sie kein Ticket, welches Ihnen nicht min. 1 ½ Zeit zwischen den Flügen gibt. Ansonsten stehen Ihre Chancen, den Anschlussflug zu erwischen, aufgrund der (erneuten) Sicherheitskontrollen schlecht!

Am Airport angekommen? Mein letzter Tipp für diese Kolumne: Taxis haben in den meisten US-Städten reglementierte Tarifverträge und sind den „Öffis“ vorzuziehen.

Doch mehr dazu gibt’s hier in wenigen Tagen in Teil 3 auf www.trainingsworld.com dieser USA-Special-Serie.

 

Ihr Jürgen Reis

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