2:0 gegen Mainz - Pokal-Wahnsinn in Kiel

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Pechvogel: Eigentorschütze Anthony Ujah

Kiel - Holstein Kiel mischt mit dem Sieg gegen den FSV Mainz 05 weiter den DFB-Pokal auf und steht sensationell im Viertelfinale. Die "Störche" schlugen den FSV Mainz 05 mit 2:0 (1:0).

Kiel (SID) - Favoritenkiller Holstein Kiel mischt mit dem Sieg gegen den FSV Mainz 05 weiter den DFB-Pokal auf und steht sensationell im Viertelfinale. Dank einer besonders kämpferisch grandiosen Leistung besiegte der Tabellen-Zweite der Regionalliga Nord den Bundesligisten keineswegs unverdient mit 2:0 (1:0). Schon in den ersten beiden Runden hatte der Viertligist in den Zweitligisten Energie Cottbus und MSV Duisburg zwei höherklassige Teams aus dem Wettbewerb geworfen.

Bereits in der sechsten Minute fiel vor 10.649 Zuschauern, unter ihnen auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der Führungstreffer für die "Störche". Per Kopfball traf Gäste-Stürmer Anthony Ujah, bedrängt von Tim Siedschlag, ins eigene Tor und machte das ausverkaufte Holstein-Stadion zum Tollhaus.

"Wir haben das Spiel nicht unverdient gewonnen. Entscheidend war, dass wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielt haben. Gegen uns einen Rückstand aufzuholen, ist manchmal nicht so einfach. Wir hatten im richtigen Moment das richtige Glück", meinte Kiels Trainer Thorsten Gutzeit, und Kontrahent Thomas Tuchel meinte: "Irgendwie ist es symbolisch, dass dieses Jahr mit einem Tiefschlag für uns zu Ende geht. Es ist gar keine Frage, dass die Kieler an diesem Tag die bessere Mannschaft waren."

Mitten in eine Mainzer Drangperiode hinein gelang Steve Müller in der 64. Minute das 2:0 für den Viertligisten. Nach einer missglückten Kopfball-Abwehr von Jan Kirchhoff war Mittelfeldspieler Müller mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel erfolgreich. Zuletzt hatte als Viertligist der 1. FC Magdeburg vor elf Jahren die Runde der letzten acht Mannschaften erreicht. Die Kieler dürfen sich dort auf ein weiteres Heimspiel freuen.

Praktisch in keiner Phase der Begegnung war zwischen den beiden Teams ein Klassenunterschied zu erkennen. Die Gäste wirkten zwar technisch reifer, konnten sich gegen die zweikampfstarken Norddeutschen aber nicht entscheidend durchsetzen. Es dauerte bis zur 26. Minute, ehe der Liga-14. überhaupt zum ersten Eckball kam. 120 Sekunden später strich ein Kopfball von Nico Bungert nur knapp am Kieler Gehäuse vorbei.

Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hatte mehrere Umbesetzungen gegenüber den letzten Bundesligaspielen vorgenommen, so hütete Heinz Müller statt Christian Wetklo das Tor des Favoriten. Obwohl das Spielfeld (keine Rasenheizung) durch eine Zeltkonstruktion vor Eis und Regen geschützt worden war, war der Untergrund sehr seifig, der KSV Holstein kam damit ganz eindeutig besser zurecht.

In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit konnten die Platzherren die Partie noch offen gestalten, mussten dann jedoch ihrem hohen Anfangstempo ein wenig Tribut zollen. Doch die Mainzer konnten daraus kein Kapital schlagen, sie blieben im Kieler Strafraum zu ungefährlich.

Kapitän Christian Jürgensen und Torschütze Steve Müller waren die stärksten Akteure im Team von Coach Thorsten Gutzeit. Bei den Gästen, die noch in der zweiten Runde dem Ligakonkurrenten Hannover 96 die einzige Heimniederlage der Hinserie zugefügt hatten, erreichte kein Spieler Normalform.

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