Gebrselassie gewinnt Jagdrennen gegen Radcliffe

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Haile Gebrselassie (l) und Paula Radcliffe

Wien - Haile Gebrselassie hat am Sonntag das spektakuläre Wiener Jagdrennen im Halbmarathon gegen die britische Laufikone Paula Radcliffe gewonnen.

Wien (SID) - Haile Gebrselassie hat am Sonntag das spektakuläre Wiener Jagdrennen im Halbmarathon gegen die britische Laufikone Paula Radcliffe gewonnen. Mit 7:52 Minuten Vorsprung war die Marathon-Weltrekordlerin auf die 21,1 km lange Distanz gegangen, doch nach 44 Minuten rauschte Äthiopiens Läuferstar bereits an ihr vorbei und siegte in 1:00:52 Stunden vor der immer langsamer werdenden Radcliffe (1:12:03). Auf dem Heldenplatz ließ sich Gebrselassie, 2011 auf gleicher Strecke 34 Sekunden schneller, von der riesigen Zuschauermenge feiern.

"Als ich an ihr vorbeilief, rief ich Paula zu: Beeil Dich. Aber sie war nicht so fantastisch heute", meinte Gebrselassie. Radcliffe entschuldigte sich für ihre schwache Leistung. "Ich fühlte mich nicht gut und hoffte, Haile würde mich erst bei Kilometer 20 einholen. Doch es war kein richtiger Test für Olympia", sagte die blonde Britin, die in den letzten Wochen wegen einer Bronchitis Antibiotika hatte nehmen müssen.

Die Zeitvorgabe für Radcliffe errechnete sich aus der Differenz der Halbmarathon-Bestzeiten. Gebrselassie hatte vor sechs Jahren beim damaligen Weltrekord 58:55 Minuten benötigt, die im Dezember ebenfalls 39 Jahre alt werdende Britin bei ihrem elf Jahre alten Europarekord 1:06:47 Stunden.

Während Gebrselassie das Thema Marathon bei den Sommerspielen nach zuletzt schwachen Zeiten bereits abgehakt hat, will sich Radcliffe in den nächsten Monaten ganz auf Olympia konzentrieren. Sie verzichtete deswegen auf den Start beim traditionellen Marathon in der britischen Hauptstadt am 22. April. Dort hatte sie ihre Weltrekorde erzielt, zuletzt in spektakulären 2:15:25 Stunden.

Das Star-Duo stellte die Sieger des Marathon in den Schatten. In 2:06:58 Stunden wiederholte der Kenianer Henry Sugut seinen Sieg von 2010, war dabei auf der zweiten Hälfte schneller als auf der ersten und steigerte den Streckenrekord um 40 Sekunden. Zweiter wurde sein Landsmann Gilbert Yegon in 2:07:38. Bei den Frauen wiederholte Fate Tola (Äthiopien) ihren Vorjahreserfolg. Die Trainingspartnerin der kommenden Sonntag in London startenden deutschen Rekordlerin Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) war nach 2:26:39 Stunden vor der Russin Olga Glok (2:27:18) im Ziel. Insgesamt waren auf verschiedenen Distanzen 36.000 Läufer am Start.

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