Frecher Hunt und Naldo treffen für Werder

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Torschütze: Naldo traf zum 2:0

Bremen - Ein freches Tor von Aaron Hunt und ein fulminanter Freistoß von Naldo haben einen verdienten 2:0 (0:0)-Sieg von Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart besiegelt.

Bremen (SID) - Die Mitspieler herzten ihren Matchwinner, der verletzte Claudio Pizarro sprang auf der Tribüne jubelnd auf und ab und der Held des Abends selbst genoss seinen großen Auftritt freudestrahlend in der Fankurve: Mit seinem fulminanten Freißstoßtreffer beim 2:0 (0:0)-Erfolg von Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart hat Naldo die Bremer zum Sieg geschossen und gleichzeitig seinen ersten Treffer in der Bundesliga nach seiner über ein Jahr währenden Verletzungspause erzielt. Mit 108 km/h hatte der Brasilianer in typischer Naldo-Manier einen Freistoß von der Strafraumgrenze unhaltbar in den Winkel gedroschen und damit den Endstand markiert.

"Es ist ein ganz besonderes Tor für mich, hier zu Hause vor den Fans nach der langen Verletzung. Die Unterstützung war super. Ich bin überglücklich, Gott sei Dank habe ich meiner Mannschaft geholfen", sagte Naldo, der nach Schlusspfiff vom gebürtigen Brasilianer und Stuttgarter Cacau in die Arme geschlossen wurde. Auch Werder Coach Thomas Schaaf war voll des Lobes für seinen Abwehrchef: "Dass er diese Qualität besitzt, wussten wir. Endlich hat es wieder geklappt, es freut mich für ihn."

Ein freches Tor von Aaron Hunt hatte den verdienten Sieg für die Bremer eingeleitet. Der ehemalige Nationalspieler setzte sich nach Vorarbeit von Clemens Fritz im Strafraum der Schwaben durch und erzielte mit aufreizender Lässigkeit in der 57. Minute den Führungstreffer. Zehn Minuten später stellte Naldo den Endstand her.

"Das war eine sehr gute Leistung, sehr konzentriert, sehr diszipliniert. Das, was uns in den letzten Spielen etwas verloren gegangen ist, haben wir heute konzentriert in den Aktionen umgesetzt. Wir haben hier eine klare Partie gespielt", sagte Schaaf.

Nur dank ihres überragenden Torhüters Sven Ulreich kamen die Schwaben um eine höhere Niederlage herum. Der VfB-Keeper stand insbesondere in der ersten Halbzeit bei zahlreichen Großchanchen der Platzherren im Blickpunkt, bügelte mehrfach Fehler seiner Vorderleute aus und hielt sein Team auch in schwierigsten Phasen lange im Spiel. Die Gäste stehen weiterhin auf dem siebten Platz, der SV Werder nimmt nun Rang vier in der Tabelle ein.

"Wir haben in den ersten 25 Minuten ein sehr taktisch geprägtes Spiel gesehen. Beim ersten Gegentor sind wir mit fünf Mann nicht konsequent genug. Wir wussten, dass es mal wieder einen Rückschlag geben kann. Viele Spieler waren nicht in Normalform, aber das passiert", sagte Stuttgart-Trainer Bruno Labbadia.

Vor 40.800 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion erarbeiteten sich die Gastgeber in der 15. Minute die erste Torgelegenheit. Nach einer geschickten Körpertäuschung von Marko Arnautovic tauchte Markus Rosenberg frei vor dem Stuttgarter Gehäuse auf, scheiterte aber am reaktionsschnellen Ulreich. Acht Minuten später fand der Österreicher dann selbst in einer ähnlichen Position in Ulreich seinen Meister.

In der 26. Minute war es erneut Ulreich, der dem einschussbereiten Arnautovic in letzter Sekunde den Ball vom Fuß spitzelte. Auch bei einem Distanzschuss von Außenverteidiger Lukas Schmitz (30.) war Ulreich auf dem Posten. Die Gäste sorgten erstmals in der 41. Minute für Gefahr vor dem Tor der Hanseaten, doch Keeper Tim Wiese konnte einen platzierten Kopfball von Mannschaftskapitän Serdar Tasci entschärfen.

Werder-Trainer Thomas Schaaf hatte den schwedischen Stürmer als Ersatz für den am Knie verletzten Torjäger Claudio Pizarro aufgeboten. Sein Stuttgarter Kollege Bruno Labbadia verbannte den formschwachen Nationalspieler Cacau auf die Reservebank. Stattdessen stand Pawel Pogrebnjak in der Startformation der Schwaben, wurde aber nach 61 Minuten durch den gebürtigen Brasilianer abgelöst.

Nach dem Seitenwechsel gelang es dem VfB zunächst, die Partie offener zu gestalten, ohne jedoch selbst mehr Torgefahr zu entwickeln. Doch als man gerade besser ins Spiel gefunden hatte, waren Hunt und Naldo binnen zehn Minuten erfolgreich. In der 84. Minute vergab Sandro Wagner freistehend vor Ulreich die Chance, das Ergebnis noch nach oben zu korrigieren.

Überragender Akteur bei den Norddeutschen war Abwehrchef Naldo, auszeichnen konnte sich auch Spielführer Clemens Fritz. Neben Ulreich verdiente sich der antrittsschnelle Ex-Bremer Martin Harnik bei den Stuttgartern eine gute Note.

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